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Rhinow Autofahrer aufgepasst: Krötenwanderung beginnt – Frösche und Kröten bekommen Schutzzaun
Lokales Havelland Rhinow Autofahrer aufgepasst: Krötenwanderung beginnt – Frösche und Kröten bekommen Schutzzaun
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15:09 01.03.2019
Zwischen Hohennauen und Parey haben Ranger der Naturwacht Westhavelland mit Hilfe der Naturparkverwaltung und dem Naturparkzentrum entlang der Straße einen 1,7 Kilometer langen Amphibienschutzzaun aufgestellt. Quelle: Norbert Stein
Parey

  Sonniges Wetter und milde Temperaturen sorgten in den letzten Tagen für gute Laune. Das weckt auch bei Fröschen und Kröten vorzeitige Frühlingsgefühle. Deshalb haben die Ranger der Naturwacht Westhavelland mit Helfern der Naturparkverwaltung und des Naturparkzentrums Anfang diese Woche entlang der Straße von Hohennauen nach Parey wieder einen Schutzzaun für Amphibien aufgestellt – wegen der milden Witterung zwei Wochen früher als in den vergangenen Jahren.

Rund 1,7 Kilometer lang und 30 Zentimeter hoch ist der Amphibienschutzzaun. Hinter dem Zaum wurden 100 Eimer in die Erde gesetzt. Zwei Tage waren die Naturfreunde damit beschäftigt.

Amphibien wandern früher als sonst

Der Schutzzaun wurde in eine Furche gesetzt, die Jürgen Seeger schon zuvor mit Traktor und Pflug gezogen hatte. So sind entlang der Straße nun alle Vorbereitungen getroffen für eine nun mittlerweile schon seit fast 25 Jahren praktizierte Amphibienhilfe. Spielt das Wetter mit und bleiben die Nächte frostfrei, rechnet Uta Drozdowski schon in den nächsten Tagen mit dem Beginn der Amphibienwanderung.

Frösche und Kröten kommen aus Richtung der nördlich der Straße gelegenen Großen Grabenniederung und wollen zu den weiten überschwemmten Havelwiesen, die südlich der Straße liegen, um dort zu laichen. Die Überquerung der Straße wäre für sie mit der großen Gefahr verbunden, von einem Fahrzeug überfahren zu werden.

Der erste Frosch wurde schon gerettet. Quelle: Norbert Stein

Deshalb wurde der Schutzzaun gestellt, an dem die Amphibien entlangwandern und dabei in die Eimer fallen. Frösche und Kröten wandern meistens in der Nacht. Deshalb kontrollieren Naturparkranger nun bis Voraussicht Ende April jeden Morgen die Eimer und tragen Frosch und Co über die Straße, wo sie dann gefahrlos zu den Laichgebieten gelangen.

Frösche und Kröten werden gezählt

 Der Zaun dient aber nicht nur dem Schutz der Amphibien, sondern bietet auch die Möglichkeit, den Amphibienbestand zu dokumentieren. 2018 registrierten die Ranger 147 Erdkröten, 834 Knoblauchkröten, eine für das Gebiet eher seltene Kreuzkröte, 529 Moorfrösche, 24 Grasfrösche, 138 Wasserfrösche und 13 Teichmolche.

Die geringe Zahl der Teichmolche sei auffallend, sagt Uta Drozdowski. 2014 waren es 838 Teichmolche. Die hohe Zahl sei wahrscheinlich auf das Hochwasser 2013 zurückzuführen, erklärt die Rangerin der Naturwacht. Einige Arten würden eben auch profitieren von einem Hochwasser.

1,7 Meter lang ist der Zaun zwischen Hohennauen und Parey. Quelle: Norbert Stein

Insgesamt haben Ranger letztes Jahr 1668 Amphibien aus den Eimern hinterm dem einzigen Schutzzaun dieser Art im Westhavelland geholt und ihnen geholfen, ungehindert in das Laichgebiet zu gelangen. Eine Prognose für dieses Jahr möchte Uta Drozdowski nicht abgeben. Man wisse nicht ob und wie sich der sehr trockene Sommer 2018 ausgewirkt hat, erklärt sie ihre Zurückhaltung.

Appell an die Autofahrer

Im Naturpark Westhavelland gibt es viele Gewässer, Tümpel und überschwemmte Flächen, zu denen in den nächsten Wochen Amphibien wandern. Schutzzäune würden also auch an anderen Straßen Sinn machen. Dafür fehlen sowohl das Geld zur Anschaffung der Zäune, als auch das Personal zur Kontrolle der Eimer. So bleibt der Appell an die Kraftfahrer, in Feuchtgebieten besonders vorsichtig zu fahren, damit Kröten und Frösche nicht unter die Räder kommen und platt gefahren werden. Amphibien wandern zum Beispiel zwischen Semlin und Ferchesar über die Straße.

„Bleiben die Nächte frostfrei, wird die Amphibienwanderung in den kommenden Tagen beginnen.“

Uta Drozdowski

Von Norbert Stein

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