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Rhinow So läuft die Ausbildung zum Sensenmann im Havelland
Lokales Havelland Rhinow So läuft die Ausbildung zum Sensenmann im Havelland
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13:07 29.07.2019
Sensenlehrer Stefan Bauer zeigt, wie eine Sense richtig eingestellt wird. Quelle: Norbert Stein
Wolsier

Korn oder Gras mit der Sense mähen gehörte über viele Generationen hinweg in jedem Dorf zum Alltag. Das Handwerk hat lange Tradition, wurde aber  in den letzten Jahrzehnten fast gänzlich von Maschinen und Rasenmähern verdrängt. Doch nun erlebt die gute alte Sense für den Hof- und Gartengebrauch eine gewisse Renaissance als umweltschonende Freizeitbeschäftigung.

Am Wochenende wurde emsig Gras gemäht

Auf dem Kunsthof Artland von Vera und Dirk Niklaus in Wolsier (Amt Rhinow) wurde am Wochenende auch emsig Gras gemäht. Ein Rasenmäher schnurrte diesmal dabei aber nicht durch den Garten. Das Gras wurde lautlos geschnitten mit einer Sense. Stefan Bauer vermittelte den vier Teilnehmern eines Sensenkurses dafür notwendiges Wissen und gab praktische Anleitung.

Teilnehmerinnen machen sich mit einer Sense vertraut. Quelle: Norbert Stein

Stefan Bauer wohnt in der Gemeinde Wolsier/Prietzen. Gas zu mähen mit einer Sense ist sein Hobby. Er ist Mitglied im Deutschen Sensenverein und der einzige Sensenlehrer im Land Brandenburg.

Doch bevor er am Samstagmorgen mit den Teilnehmern in den Garten ging, standen in der Atelierscheune die Auswahl der richtigen Sense, das Dengeln zum Schärfen des Schneidblattes und die Einstellung der Sense auf dem Ausbildungsprogramm.

Die Praxis beginnt... Quelle: Norbert Stein

 Die perfekte Sense ergibt sich aus einer feinen Abstimmung zwischen dem Sensenmodell, Sensenwurf, Schnittgut, der Landschaftsform und Körpergröße der Mäherin oder des Mähers, erfuhren die Teilnehmer zum Kursauftakt am Vorabend.

Dengeln und die Einstellung der Sense – gar nicht so leicht

So wurde zunächst auch in der Kunstscheune gearbeitet. Die Kursteilnehmer lernten vom Lehrer das Dengeln und die richtige Einstellung der Sense. Kursleiter Stefan Bauer drückte ihnen auch einen Wetzstein in die Hand, mit dem sie abschließend das Schneidblatt bearbeiteten, bevor es ans Mähen ging.

Stefan Bauer mit seinen Kursteilnehmern. Quelle: Norbert Stein

Heike Krüger war nach Wolsier gekommen, um das Mähen mit der Sense zu erlernen, weil sie in Glienicke (Oberhavel) eine Wiese hat. Diese Wiese möchte sie nun künftig selbst mit der Sense mähen, hat sie den Teilnehmern angekündigt. Ihr Einstieg verlief positiv.

Evi Ackermann möchte ihr dabei helfen und war deshalb auch zum Kurs nach Wolsier gekommen. Sie wohnt in Berlin, wo sie auch als Physiotherapeutin arbeitet. Mit der Sense mähen ist für sie aktive Bewegung und ein Betrag zum Erhalt der Natur.

Nur ein Mann im Kurs

Jan Protzmann aus Magdeburg war der einzige Mann im Kurs derer, die das Sensenmähen erlernten. Er möchte zukünftig vor seiner Haustür bei der Pflege von Elbwiesen helfen, hat er erklärt. „Da gibt es genug zu mähen mit der Sense“, sagte er auf der Tenne.

Auch Vera Niklaus nutzte die Gelegenheit, um ihre Fertigkeiten im Umgang mit der Sense zu vertiefen. Das lockere Grün auf dem Kunsthof und im Garten wird von schmalen Wegen durchzogen. „Die Wege lassen sich am besten mit der Sense mähen“, erklärte Vera Niklaus, warum auch sie zur Sense greift. 

Von Norbert Stein

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