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Rhinow Storch besetzt Schornstein auf der Kirche – Gottesdienste bleiben unbeheizt
Lokales Havelland Rhinow Storch besetzt Schornstein auf der Kirche – Gottesdienste bleiben unbeheizt
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07:02 11.04.2019
Bildtext: Das Kirchendach mit dem Nest darauf. Quelle: Norbert Stein
Kleßen

Kommunale Aufgaben zu lösen sind Bürgermeister Joachim Tessenow und Ortsvorsteher Michael Austen gewohnt. Sie machen es gerne und haben mitunter Erfolg dabei. Probleme und Kopfzerbrechen bereitet ihnen seit einiger Zeit jedoch das Liebesleben der Großvögel auf den Dächern und Schornsteinen von Kleßen.

Begonnen hat alles mit der Ankunft der Störche aus ihren Winterquartieren in Afrika. Auf dem ausgedienten Schornstein einer ehemaligen Gemüsehalle in Kleßen hat seit vielen Jahren ein Storchenpaar ein Nest. Viele Einwohner beobachten die Störche, besonders, wenn die Jungen ihre ersten Flugversuche unternehmen.

Der Falke war schon da

„Die Störche gehören zu Kleßen“, sagt der Bürgermeister. Doch als sie in diesem Frühjahr zurückkamen aus dem Winterquartier, war das Nest auf dem Schornstein der ausgedienten Gemüsehalle schon von Wanderfalken besetzt.

Ein Männchen und ein Weibchen hatten sich häuslich eingerichtet. Wanderfalken bauen keine eigene Nester. Sie nutzen viel lieber andere Brutgelegenheiten. Weil sie zudem schon zeitig im Frühling losfliegen, entwickeln haben sie meist keine Schwierigkeiten, ein leeres Nest zu finden.

Das Storchenpaar auf dem Kirchendach. Quelle: Norbert Stein

Es ist nicht ungewöhnlich, wenn sich Falken in einem Storchenhorst einnisten. Wanderfalken sind allerdings kleiner als Störche und ziehen deshalb beim Kampf um das Zuhause den Kürzeren. In Kleßen ist das Ringen anders ausgegangen. „Dies ist dann doch schon eher ungewöhnlich“, sagt René Riep Geschäftsführer des Nabu-Regionalverbandes Westhavelland. Die Wanderfalken haben den Horst erfolgreich verteidigt und das Weibchen brütet.

Umsetzung ist misslungen

Das Stochenpaar ist abgezogen – aber in Kleßen geblieben. Es versuchte zunächst auf Schornsteinen und Dächern ein Nest zu bauen. Die Hauseigentümer fanden das nicht amüsant. Das Stochenpaar erkor sich dann den Schonstein der Dorfkirche aus.

Das Adebar-Paar begann unverzüglich mit dem Horstbau. Die Dorfkirche wird aber noch mit einem Ofen beheizt und darum wird der Schornstein als Rauchabzug benötigt. So war guter Rat gefragt und den holten sich Bürgermeister und Ortsvorsteher Mitte der vergangenen Woche beim Geschäftsführer des Nabu-Regionalverbandes.

Bildtext: Das Storchennest auf dem ausgedienten Schornstein einer ehemaligen Gemüsehalle haben nun Wanderfalken besetzt. Quelle: Norbert Stein

René Riep, Joachim Tessenow und Michael Austen kamen zu dem Entschluss, auf dem Grundstück vom Schloss einen Mast aufzustellen. Die Schlosseigentümer – Familie Thiedig – waren mit dem Vorhaben einverstanden. Auf dem Mast sollte dann der Horst vom Kirchenschonstein aufgesetzt werden – in der Hoffnung , dass das Strochenpaar das neue Zuhause annimmt.

René Riep besorgte vom einem örtlichen Energieversorger einen Mast und technisches Gerät. Anfang dieser Woche sollte die Aktion starten. Doch die Störche waren schneller Sie hatten ihr Horst auf dem Kirchenschornstein schon so gut wie fertig gebaut.

Nun bleibt die Kirche kalt

Den Horst nun noch umzusetzen sei mit zu vielen Risiken verbunden, befand der Nabu-Geschäftsführer am Vorabend. Die Umsetzaktion wurde abgeblasen. Der Horst bleibt bis im Herbst auf dem Schornstein der Kirche und wird erst umgesetzt, wenn die Störche wieder abgezogen sind.

Ob der Horst dann in unmittelbarer Nähe zur Kirche auf das Dach einer Scheune oder einen Mast kommt, wird noch entschieden. Den in letzten Tagen betriebenen Aufwand sieht Riep als gerechtfertigt.

Das hat zur Folge, dass die Kirche vorerst nicht geheizt werden kann. Im Sommer ist es sicher kein Problem. Aber Ostern könnte es noch kalt sein. „Damit müssen wir klar kommen beim Ostergottesdienst“ , sagt Gemeindepfarrer Udo Gerbeth. Wenn es zu kalt ist im großen Kirchenraum könne man den Festgottesdienst auch in die kleinere Winterkirche verlegen.

Von Norbert Stein

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