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Rhinow Storchenabend mit Blicken ins Nest
Lokales Havelland Rhinow Storchenabend mit Blicken ins Nest
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10:54 30.06.2019
Tino Wachowiak, der Vorsitzende des Nabu-Regionalverbandes Westhavelland, beringt die Jungstörche. Quelle: Norbert Stein
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Parey

 Gelegentlich steckt der Storchennachwuchs schon seinen kleinen weißen Kopf und den Schnabel aus dem Nest. Der Nachwuchs wartet darauf, von den Storcheneltern mit Fröschen, Mäusen, Insekten oder kleinen Weichtieren gefüttert zu werden. Doch bald werden sie für sich selbst sorgen.

Der Nachwuchs wird flügge. Es wird nicht mehr lange dauern und die Jungstörche unternehmen ihre ersten Flugversuche. Doch zunächst werden sie im Westhavelland von Regionalverband des Naturschutzbundes (Nabu) beringt. Der Ring der Staatlichen Vogelschutzwarte Hiddensee ist mit Buchstaben und Zahlen gekennzeichnet, die Auskunft geben, wann und wo der Storch beringt wurde. Der Auftakt zur diesjährigen Beringung war am Freitag in Parey.

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René Riep, Geschäftsführer des Nabu-Regionalverbandes, erklärt den Besuchern die Bedeutung der Buchstaben und Zahlen, mit denen ein Ring gekennzeichnet ist. Quelle: Norbert Stein

Der Naturschutzbund Westhavelland hatte aus diesem Anlass zu einem Informationsabend auf dem Hof der Naturparkverwaltung eingeladen und bot den Besuchern die Möglichkeit für einen Blick ins Nest von Adebar, wie die Störche auch genannt werden. Auf einem Nachbargrundstück der Naturparkverwaltung beringte Tino Wachowiak, Vorsitzender und Storchenexperte des Nabu-Regionalverbandes, von einer Hebebühne aus zwei Jungstörche im Nest auf dem Scheunendach.

Anschließend nutzten 15 Besucher die Möglichkeit, mit Wachowiak von der Hebebühne aus ins Nest zu blicken. Peter Kurth aus Rathenow war mit seinem Enkel Julius (15 Jahre) nach Parey gekommen. „Julius ist in Berlin zu Hause, wo er kaum Störche zu sehen bekommt“, erklärte Peter Kurth den abendlichen Ausflug mit seinem Enkel in das Naturparkdorf. Einen Blick ins Stochennest werfen zu können fand Julius dann auch äußerst interessant und beeindruckend.

Mutter Storch mit ihren zwei Jungen. Quelle: Nabu, Christoph Prochotta

Über dem Nest kreiste die Storchenmutter und ließ sich dann auch bei ihren Jungen im Nest nieder. „Sie trägt auch einen Ring “, hatte Tino Wachowiak ausgemacht. Beringt wurde sie in Polen, erklärte er anhand der Buchstabenkennzeichnung „Po“. Anschließend beringte Wachowiak noch auf einem Mast in Parey einen Jungstorch. Im Nest waren zwei Eier, die nicht ausgebrütet wurden.

„So etwas kommt gelegentlich vor“ , sagte René Riep, Geschäftsführer des Regionalverbandes und Organisator der Bedingungstour mit Abendveranstaltung, in Parey. Zuvor hatte er den Besuchern die Bedeutung der Buchstaben und Zahlen erklärt, mit denen die Jungstörche beringt werden.

Auf ihrer Fahrt nach Parey hatten Wachowiak und Riep schon einige Jungstörche beringt. In den Nestern seien ein bis drei Junge gewesen, sagte der Geschäftsführer, während er zum Abschluss des Abends „Blick ins Nest“ für die Besucher Würstchen grillte. 2019 scheint beim Storchennachwuchs ein Durchschnittsjahr zu sein, sagte Riep. Genaues könne er aber erst sagen, wenn das Gesamtergebnis der Beringung ausgewertet ist. Mitte dieser Woche werde man wohl soweit sein.

Von Norbert Stein