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Rhinow Um Mitternacht wurde Pastors Badestelle zum FKK-Strand
Lokales Havelland Rhinow Um Mitternacht wurde Pastors Badestelle zum FKK-Strand
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07:11 29.05.2019
Blick auf die frühere Badestelle hinter dem Pfarrhaus auf einem historischen Foto. Quelle: Norbert Stein
Hohennauen

Für die Kinder von Hohennauen war früher der See ein einziger Abenteuerspielplatz, wie eigentlich die gesamte wasserreiche Umgegend. „Wenn zu Hause nach langen Diskussionen die Frage geklärt war, ob man jetzt endlich Kniestrümpfe bei dem warmen Wetter anziehen durfte, wateten wir in den überschwemmten, modrigen Wiesen umher“, erinnert sich Ortschronistin Brigitte Kober noch heute gerne an ihre Kindheit in Hohennauen.

Am Hohennauener See selbst gab es früher mehrere Badestellen. Alle hatten ihre Besonderheiten und Spielregeln, an denen sich auch die Kinder zu halten hatten. Da war zunächst die ganz normale Badestelle. Sie wurde mit den Jahren vergrößert und befindet sich vor der heutigen Gaststätte „Strandgut“. Ein paar Schritte weiter in Richtung Deich liegt die alte Badestelle, die früher zu einer Kuhweide gehörte. Ein Bäcker hatte Kuhweide gepachtet.

In der Nähe des heutigen Bootssteges war früher die Badestelle hinterm Pfarrhaus. Quelle: Norbert Stein

Kinder durften hier nicht baden, weil der Strand sehr steil ins Wasser abfiel. Die Kuhweide nutzten vor allem Liebespärchen zu einem gemeinsamen Badeausflug an den Hohennauener See. Aus deshalb hatten Kinder dort nichts zu suchen. Aber nur allzu gerne versteckten sie sich hinterm Gebüsch und beobachteten die jungen Leute. Heute ist die Kuhweide eine ausgebaute Badestelle, die besonders von den Besuchern des Campingplatzes genutzt wird.

So hat man schwimmen gelernt

Eine weitere geschichtsträchtige Badestelle für Hohennauen war hinterm Pfarrhauses. Die Straße vorbei an Kirche und Pfarrhaus führte direkt zum See. So ist es auch heute noch. Früher hatten die Fischer an dieser Stelle Stangen ins Wasser getrieben, um ihre Netze zu trocknen. Hier lernten einst fast alle Hohennauener schwimmen und das begann mit einem sogenannten Hundepaddeln, von Stange zu Stange.

Das Ufer war flach und ging weit in den See hinein. Das sorgte für ordentlichen Betrieb. Hinterm Pfarrhaus ging fast alles ins Wasser, ob nun auf zwei oder auf vier Beinen spielte keine Rolle. Jedes Jahr am 1.April eröffnete der Pfarrer mit seinen Kindern bei warmen oder auch kaltem Wetter die Badesaison.

So sieht es heute an der früheren Badestelle hinterm Pfarrhaus aus. Quelle: Norbert Stein

Es kam auch gelegentlich vor, dass aus Pastors Badestelle um Mitternacht ein FKK-Strand wurde. Gesorgt hat dafür der Wirt der benachbarten Gaststätte „Deutsches Haus“. Wenn er seine Gaststätte abschloss, seine Frau schon lange friedlich im Bett schlummerte, der Umsatz an Schnaps und Bier lukrativ war und er gute Laune hatte, ging der Wirt des Öfteren mit den letzten Gästen zum mitternächtlichen Schwimmen in den See. Weil niemand Badesachen dabei hatte, ging es nackt in den See. Auch nach Tanzveranstaltungen im Wirtshaus soll es so gewesen sein.

Da verschwand der Zandersteg

Eine in den 1950er Jahren besonders bei Jungen sehr beliebte Badestelle befand sich an der Stelle, wo der Kanal in den See mündet. Jugendliche hatten hier am Ufer eine Erhöhung geschaffen. Deshalb wurde die Stelle auch „Zandersteg“ genannt und die Schüler in den Unterrichtspausen gerne ins Wasser sprangen. Mit dem Bau der neuen Brücke verschwand der „Zandersteg“.

Von Norbert Stein

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