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Rhinow Verkehrsinsel an der B 102 wird verbreitert, damit Panzer durchkommen
Lokales Havelland Rhinow Verkehrsinsel an der B 102 wird verbreitert, damit Panzer durchkommen
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11:59 26.09.2019
Der Umbau der Verkehrsinsel Hohennauen, inklusive Verbreiterung, ist in vollem Gange.
Hohennauen

Die Empörung war groß, als im Juni 2015 Panzer auf der B 102 zwischen Hohennauen und Rhinow (Havelland) Bordsteine und Verkehrsinseln zerlegten. Im Rahmen eines Manövers waren 180 Militärfahrzeuge auf der Strecke unterwegs, darunter Panzer des Typs Leopard. Und weil die Straße in den Inseln nur wenige Zentimeter breiter sind als die Kettenfahrzeuge, wurden die Borde unweigerlich zerstört.

Kostspieliges Manöver

Am 5. Juni 2015 waren im Havelland im Rahmen einer Übung rund 180 Militärfahrzeuge unterwegs, darunter auch Kettenpanzer des Typs Leopard.

Die Strecke führte von der Autobahnabfahrt in Wustermark über die B 5 bis Friesack, von dort über die L 17 bis Rhinow und dann weiter über die B 102 bis zu Havel-Übersetzstelle bei Göttlin.

Auf der etwa 50 Kilometer langen Strecke schrammten die Panzerketten immer wieder an Bordsteinen und Verkehrsinseln entlang, die unter dem tonnenschweren Gerät zerbröselten.

Die Panzer hinterließen einen Schaden in Höhe von über 300 000 Euro.

Vor allem an den Verkehrsinseln in Hohennauen und Rhinow, die erst wenige Monate zuvor saniert worden waren, fielen die Schäden ins Gewicht. Die Bundeswehr kündigte nach dem Manöver eine schnelle Reparatur an. Die ließ allerdings auf sich warten. Erst als Politiker der Kommunen Druck machten, kam es zu einer Einigung.

Karsten Ziehm, Leiter Straßenmeisterei Rathenow, im Juni 2015 an einem durch Panzerketten zerstörten Bordstein einer Verkehrsinsel in Rhinow. Quelle: Markus Kniebeler

Nach Auskunft von Karsten Ziehm, dem Leiter der Rathenower Straßenmeisterei, soll im Herbst mit der Reparatur begonnen werden. Die Aufträge seien vergeben, wenn das Wetter mild bleibe, könnten die Arbeiten möglicherweise noch in diesem Jahr abgeschlossen werden.

„Banane“ wird verbreitert

Die Verkehrsinsel am Ortsausgang Hohennauen – im Volksmund wegen ihrer charakteristischen Form „Banane“ genannt – wird allerdings früher fertig. Sie ist Teil der umfassenden Sanierung der B 102 zwischen Hohennauen und Rhinow, die vor dem Abschluss steht.

Und tatsächlich wurden beim Umbau der Insel die Appelle der Kommunen erhört. „Die Fahrbahnen im Bereich der Insel wurden verbreitert“, sagt Karsten Ziehm. Die Wahrscheinlichkeit, dass bei einem erneuten Manöver Panzer ähnliche Schäden wie vor vier Jahren anrichten, sei dadurch merklich gesenkt worden.

Andere Inseln kommen später dran

Bei den Inseln in Rhinow bleiben die schmalen Querschnitte vorerst, wie sie sind. „Im kommenden Jahr wird die Verkehrsinsel am Ortseingang Rhinow umgebaut und verbreitert“, so Ziehm. Wann die zweite Insel in Rhinow angepackt werde, könne er derzeit nicht sagen.

Am 5. Juni 2015 rollten Panzer über die B 102 durchs Westhavelland und zerstörten – wie hier in Rhinow – Bordsteine von Verkehrsinseln. Quelle: Markus Kniebeler

Die Maximalforderung der betroffenen Kommunen, den gesamten Abschnitt der B 102 zwischen der Übersetzstelle in Göttlin und Rhinow als Manöverstrecke auszuweisen und die komplette Straße dementsprechend zu verbreitern, wird vorerst nicht erfüllt. Dazu hätte es einer Entscheidung von höchster Stelle bedurft.

Kritische Stelle entschärft

Immerhin werden mit der Verbreiterung der Verkehrsinseln die kritischen Stellen entschärft. Sollten nochmals Panzer über die B 102 rollen, werden sie Ziehm zufolge die Nadelöhre passieren, ohne dauerhafte Schäden zu hinterlassen.

Dass es in Zukunft zu Militärmanövern der genannten Art kommen wird, ist so gut wie sicher. Bei der letzten großen Übung im März – da rollten unter dem Titel „Black Mamba“ 150 Fahrzeuge des Panzerpionierbataillons 803 aus Havelberg über die B 102 – kündigte der Brigadegeneral Andreas Durst an, dass es infolge eines Strategiewechsels bei der Bundeswehr künftig häufiger zu so genannten Verlegeübungen kommen werde. Und auch auf der B 102 werde dann wegen der Nähe zum Truppenübungsplatz Klietz immer wieder mit Militärverkehr zu rechnen sein.

Von Markus Kniebeler

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