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Rhinow Viele Fragen zu Flutmulden
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16:05 16.11.2018
Drei Flutrinnen sollen auf der Strodehner Insel angelegt werden – das sorgt für Missstimmung in der Gemeindevertretung Havelaue.. Quelle: Norbert Stein
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Strodehne

Die Gemeindevertretung Havelaue hat ihre Entscheidung zu drei Flutmulden auf der Strodehner Insel zum zweiten Mal vertagt. Flutmulden sind Vertiefungen, die bei hohem Grundwasserstand oder Hochwasser, Wasser aufnehmen können. Der Naturschutzbunde Deutschland (Nabu) möchte das Vorhaben im Rahmen der Renaturierung der Unteren Havel realisieren. Die Flutmulden sollen auf einem Weg angelegt werden, der über die Strodehner Insel führt. Die Gemeinde Havelaue ist Eigentümerin des Weges. Deshalb ist die Zustimmung der Gemeindevertretung erforderlich. Rund drei Viertel der Inselfläche stehen im Eigentum des Landes. Bearbeitet werden die Landesflächen von Bauern aus der Region.

Erstmals im Herbst

Anfang September beschäftigten sich die Abgeordneten das erste Mal mit dem Antrag. Rocco Buchta, Leiter des Nabu-Projektbüros, das die Renaturierung der Unteren Havel begleitet, erläuterte die Pläne zu den Flutmulden. Die Abgeordneten blieben skeptisch. Die Flutmulden sollten Radfahrer nicht behindern, die auf der Strodehner Insel gerne einen Ausflug in die Natur unternehmen, hieß es im September. Zudem forderten die Gemeindevertreter vom Nabu-Projektbüro die Zustimmung der Landwirte, die auf der Insel arbeiten. Die Entscheidung wurde vertagt und stand nun erneut auf der Tagesordnung.

Silvio März, Ortsvorsteher in Spaatz und Havelauer Gemeindevertreter hat Bedenken. Quelle: Norbert Stein

Die Gemeindevertreter waren in der Zwischenzeit mit Protokollen zu Beratungen des Projektbüros mit den Landnutzern versorgt worden. Sie hatten mit ihrer Unterschrift dem Projekt zugestimmt. Der Weg zur Strodehner Insel sei nach einem Altarmanschluss durch ein Brückenbauwerk mit zehn Meter Spannbreite gewährleistet, geht aus den Protokollen hervor. Das Bauwerk könne auch bei Winterstau befahren werden.

Unterhalb des Weges auf der Inselsenke liegt ein Entwässerungsrohr, Das soll herausgenommen werden. Ursprünglich war geplant, danach den Weg abzusenken. Davon sehen die Planer nun ab und haben stattdessen einen Durchlass vorgesehen. Zudem enthalten die Erlebnisprotokolle Regelungen zur Anlegung der Flutmulden.

Nicht begeistert

Die Abgeordneten waren aber auch nach diesen Informationen noch immer nicht überzeugt. Sie haben ihre Erfahrung mit Flutmulden. Solche wurden nämlich bereits auf den Inseln bei Gülpe angelegt. Gemeindevertreter Silvio März ist gar nicht begeistert: „In die Mulden wird viel Unrat anspült und das behindert die Landwirte bei der Landnutzung.“ Bürgermeister Guido Quadfasel hat noch ein anderes Argument: „Der Weg muss öffentlich bleiben.“

Das Nabu-Projektbüro hatte in der Pirre ein Strudelloch beseitigt und der Gemeinde Havelaue damit Arbeit abgenommen. Quelle: Norbert Stein

Amtsdirektor Jens Aasmann kennt die Probleme, warb aber um Vertrauen in die Arbeit des Projektbüros. „Es gibt gute Beispiele für die Zusammenarbeit zwischen Projektbüro und Kommunen“, sagte er. Beispielhaft nannte er die Beseitigung eines Kolks in der Pirre, einem Nebenarm der Havel bei Gülpe. Kolke sind Strudellöcher am Rande ehemaliger strömender Gewässer. Die vier Meter tiefe Ausspülung gefährdete eine Brücke. Der Nabu hat das Loch mit Deckwerk von der Havel geschlossen und damit der Gemeinde Havelaue, die Eigentümerin der Brücke ist, das Problem abgenommen.

Noch einmal im Dezember

Jens Aasmanns Zureden half nicht. Die Gemeindevertreter wollen der kommenden Sitzung – voraussichtlich am 5. Dezember – erneut über das Thema reden. Dann sollen Vertreter des Projektbüros die Pläne zu den Flutrinnen auf der Strodehner Insel erläutern und Fragen der Gemeindevertreter beantworten. Danach wollen die Gemeindevertreter entscheiden.

Von Norbert Stein

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