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Rhinow Wie ein englisches Paar den Gollenberg und die alte Lady lieben lernte
Lokales Havelland Rhinow Wie ein englisches Paar den Gollenberg und die alte Lady lieben lernte
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14:09 13.04.2019
Ein englisches Ehepaar besucht auf Einladung einer Rathenowerin Stölln und den Gollenberg. Quelle: Norbert Stein
Stölln

Europa ist groß – oder klein. Während die Regierungschefs aus den Ländern der EU in dieser Woche in Brüssel trafen und über den Austritt Großbritanniens redeten, wurde in Stölln auf dem Gollenberg deutsch-englische Freundschaft gepflegt.

Wo ist die Garderobe?

Dafür gesorgt hat eine bekennende Europäerin. Christl Schneewind aus Rathenow ist im Havelland bekannt für ihr Europaengagement. Und sie liebt auch Musik. Am 4. September vergangenen Jahres besuchte sie in London ein Konzert. Weil sie keine Garderobe fand, nahm Christl Schneewind ihren Mantel mit auf den Platz.

Eine Reihe hinter ihr saßen Martin und Elizabeth Maltey aus London. Sie boten der Rathenowerin Hilfe an und führten sie zur Garderobe. Es war der Beginn einer englisch-deutschen Freundschaft. Christl Schneewind erfuhr, dass Martin Maltey sechs Jahre bis 2015 bei Rolls-Royce im brandenburgischen Dahlewitz gearbeitet hatte, er war Hauptingenieur in der Produktion von Flugzeuggetrieben.

Im Airport zeigte Horst Schwenzer den Gästen die  Interflugausstellung. Quelle: Norbert Stein

Da hatte Christl Schneewind eine Idee. Sie lud Martin und Elizabeth Maltey nach Rathenow ein und versprach ihnen, eine Überraschung zu zeigen. Am Mittwoch war es soweit. Christl Schneewind zeigte ihren englischen Gästen zunächst Rathenower Sehenswürdigkeiten, dann ging es im Auto nach Stölln, zur Überraschung auf dem Gollenberg.

Dann zur IL 62

„Willkommen in Stölln auf dem Gollenberg“, begrüßte Horst Schwenzer, Vorsitzender des Otto Lilienthal Vereins, die Gäste und führte sie im „Airport“ zunächst durch eine Ausstellung zur Geschichte der DDR- Interflug-Gesellschaft. Dann ging es weiter zur IL 62.

Schwenzer erzählte leidenschaftlich von der Landung des Flugzeuges auf dem Gollenberg am 23. Oktober 1989. Die Interflug wollte mit der außer Dienst genommenen IL 62 die Leistungen von Otto Lilienthal würdigen, der auf dem Gollenberg Anfang der 1890er Jahre mehrere erfolgreiche Flugversuche absolvierte, berichtete der Vereinsvorsitzenden den Gästen.

Ein Modell im Airport. Quelle: Norbert Stein

Im Jahr 2018 habe der Verein rund 140 000 Euro in die Sanierung der IL 62 investiert und jährlich würden bis zu 25 000 Besucher die „Lady Agnes besichtigen“, fügte Schwenzer hinzu. Otto Lilienthals Leistungen als Flugpionier waren dem ehemaligen Dahlewitz-Hauptingenieur Maltey wohl bekannt. Stölln und den Gollenberg kannten er und seine Frau bis Mittwoch noch nicht. Natürlich zeigte Schwenzer ihnen auch den Film von der Landung der IL 62 vor fast 30 Jahren auf dem Gollenberg.

Eintrag ins Gästebuch

„Das war eine imposante Leistung“, sagte Martin Maltey nachdem er seine Frau sich den Film mit englischer Begleitsprache angeschaut hatten. Warum werde das Flugzeug „Lady Agnes“ genannt, wollte Elizabeth Maltey wissen. „Das Flugzeug wird zu Ehren der Frau von Otto Lilienthal so genannt“, klärte Schwenzer auf, bevor er die Gäste aus London bat, sich ins Gästebuch einzutragen.

Anschließend ging Christl Schneewind mit ihnen auf den Gollenberg zu den Denkmälern, die an Otto Lilienthal erinnern, und natürlich auch in das Lilienthal-Centrum.

Werbung für Stölln

Martin und Elizabeth Maltey verabschiedeten sich mit vielen neuen Eindrücken und dem Versprechen, in London Freunden und Bekannten von ihrem Besuch zu erzählen. Sie wollen dafür werben. Es lohne sich, einen Abstecher nach Stölln und auf den Gollenberg zu unternehmen.

Von Norbert Stein

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