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Rhinow Wutbürger reden sich gegen einen Zaun in Rage
Lokales Havelland Rhinow Wutbürger reden sich gegen einen Zaun in Rage
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17:48 26.09.2019
Der 1.Motorboot- und Segelsportverein Strodehne darf den  Wasserwanderrastplatz am Havelufer nicht mit einem Zaun sichern. Quelle: Norbert Stein
Strodehne

Auf der Havel sind nun weniger Boote unterwegs. Die Saison neigt sich ihrem Ende entgegen. Dennoch wird am Strodehner Havelufer wohl zumindest vorerst noch keine Ruhe einkehren. Grund dafür ist eine kontrovers diskutierte und umstrittene Entscheidung der Gemeindevertretung Havelaue.

Holz oder Stabmatten

Die Abgeordneten haben auf ihrer Sitzung in Strodehne mit Mehrheit einen Beschluss abgelehnt, mit dem es dem 1.Motorboot- und Segelsportverein Strodehne gestattet worden wäre, den Wasserwanderrastplatz am Havelufer mit einem Zaum von einem Meter Höhe zu sichern. Erlaubt gewesen wären ein Holzzaun oder ein grüner Stabmattenzaun.

Gut und zuverlässig

Die Gemeinde ist Eigentümerin der wassertouristischen Anlagen am Strodehner Havelufer. Der Verein kümmert sich seit Jahren um die Pflege und Unterhaltung. Alle dafür notwendigen Details sind in einem Vertrag geregelt. „Der Verein engagiert sich sehr für die Anlagen. Er erledigt seine Aufgaben gut und zuverlässig“, sagte Gemeindebürgermeister Guido Quadfasel am Mittwoch.

Blick auf den Wasserwanderrastplatz. Quelle: Norbert Stein

Auto- und Motorradfahrer befahren und beschädigen den Wasserwanderrastplatz. Zudem bereiten Ordnung und Sauberkeit am Havelufer dem Verein zunehmend Sorgen. Darum gab es im April bei der Gemeinde den Antrag, einen Zaun errichten zu dürfen.

Beschluss vertagt

Das Vorhaben war umstrittenund so vertagte die Gemeindevertretung im Juni eine Entscheidung. Der Ortsbeirat Strodehne sollte Gelegenheit bekommen, eine Einwohnerversammlung einzuberufen. Auf dieser Einwohnerversammlung muss es dann hoch hergegangen sein. Am Ende stimmte nur ein Bürger für den Zaun, 23 dagegen. „Das war eindeutig gewesen“, sagte die Einwohnerin Elke Melkus am Mittwochabend zu Beginn der Sitzung und plädierte auch gegen einen Zaun.

Andere Ideen

Zehn Einwohner machten andere Vorschläge – zum Beispiel die Eingrenzung des Platzes mit Findlingssteinen oder einer Kette. „Ein Zaun schadet der touristischen Entwicklung, stört, das Landschaftsbild und grenzt Einheimische aus“, so Elke Melkus und weitere Zaungegner.

In Strodehne campen Touristen unerlaubt an Naturbadestellen. . Quelle: Norbert Stein

Der Ortsbeirat hat – anders, als die Einwohnerversammlung – der Gemeindevertretung vorgeschlagen, den Zaun zu errichten. Diese Entscheidung habe der Ortsbeirat mit Mehrheit getroffen. Der jetzige Vorschlag sei ein Kompromiss, sagte Ortsvorsteherin Edeltraud Massow. Denn der Verein verzichte nunmehr auf einen Zaum vor dem Spielplatz.

Antrag abgelehnt

Der Gemeindevertreter Christian Freitag meinte: „Ein Zaun geht gar nicht.“ Gabriele Konsor schlug vor, einen Weidenzaun zu errichten und plädierte für eine Vertagung der Entscheidung. Dieser Antrag wurde mit einer Stimme Mehrheit abgelehnt.

Bürgerwille berücksichtigt

Silvio März, Marco Paproth und der Bürgermeister sagten, die Gemeinde solle den Vorschlag des Ortsbeirates akzeptieren. So kam es nicht, die Gegner des Zaunes waren knapp in der Mehrheit. Nach der Sitzung äußerten Einwohner vor dem Dorfgemeinschaftshaus dennoch massiv ihren Ärger – obwohl die Gemeindevertreter mit ihrer Entscheidung dem Bürgerwillen Rechnung getragen hatten.

Von Norbert Stein

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