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Rhinow Zweiter Bauabschnitt zur Kirchensanierung hat begonnen
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14:19 08.03.2019
Der zweite Bauabschnitt zur Sanierung der Kirche Hohennauen beginnt. Monika Pickenhahn zeigt alte Kirchen- und Turmfotos. Quelle: Norbert Stein
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Hohennauen

Brigitte Kober hält mit ihrer Begeisterung nicht hinterm Berg, „Was hier geschieht ist nicht nur für heute. Wir haben auch eine Verpflichtung für nachfolgende Generationen.“ Das sagte die Hohennauener Ortschronistin und fügte noch hinzu: „Kirche muss offen sein für Neues“.

Monika Pickenhahn – sie ist die Vorsitzende des Fördervereins Kirche Hohennauen – hatte zuvor erklärt, die derzeitige Sanierung des Gotteshauses sei auch eine Investition in die nächsten 300 Jahre. Ziel sei zudem, das Haus neben kirchlichen Veranstaltungen noch besser für Kultur, Kunst und Tagungen nutzen zu können.

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Monika Pickenhahn  zeigt den Besuchern eine Orgelpfeife. Quelle: Norbert Stein

Dafür wird die Dorfkirche seit dem Sommer in zwei großen Bauabschnitten saniert. Um die Einwohner und alle Interessierten über den aktuellen Stand und weitere Bauarbeiten zu informieren, hatte der Förderverein am Donnerstag zu einer Bürgerversammlung in den Kirchturm eingeladen.

Zuvor besichtigten 30 Besucher die Baustelle. Monika Pickenhahn und ihre Stellvertreterin Christin Berse führten die Besucher ins Innere der Kirche, wo der Anblick derzeit ungewöhnllich ist. Der Altar ist eingehüllt, das Gestühl und anderes Inventar sind ausgebaut.

Einzelheiten zum Bauabschnitt

Dafür steht nun mitten im Raum ein Baugerüst. An eine Gerüststange hatte der Förderverein am Donnerstag alte Kirchen- und Turmfotos befestigt und damit für Hingucker gesorgt. Die Besucher schauten sich die Fotos an und ließen sich anschließend von Monika Pickenhahn Einzelheiten zu dem zweiten Bauabschnitt erläutern.

Das Mauerwerk wird trocken gelegt und das Kircheninnere saniert. Fenster, Fußboden und Gestühl werden überarbeitet, die Kirchendecke in ihren Ursprungsfarben hellblau und beige gestrichen, verziert mit Sternen. Auch das Gesims wird saniert.

Die Fotos weckten das Interesse der Besucher. Quelle: Norbert Stein

Dafür wird derzeit ein Baugerüst um die Kirche gestellt. Nutzen wird das Gerüst auch die Dachdeckerfirma, die 2018 im ersten Bauabschnitt das Kirchendach neu eingedeckt hat. Ein Gutachter beanstandete die Arbeiten, insbesondere die Eindeckung des Kirchenschiffs und der Kehlen. Die Firma muss das Dach nun entsprechend dem Gutachten komplett neu eindecken und dafür auch die Kosten tragen.

Die Firma sei dazu bereit, erklärte Monika Pickenhahn. Die Arbeiten sollen in nächster Zeit beginnen und bis zum 30. April abgeschlossen sein, so die Vorsitzende des Fördervereins. Das Dach werde abschnittsweise auf sechs Meter Breite aufgenommen und anschließend den Gutachtervorgaben zufolge eingedeckt.

Weihnachten in der Kirche

Im Sommer 2017 wurde mit der Turmsanierung der erste Bauabschnitt in Angriff genommen und erfolgreich vollendet. Verläuft alles nach Plan soll der zweite Bauabschnitt Ende 2019 abgeschlossen sein und vielleicht kann schon der Weihnachtsgottesdienst in einer schön sanierten Kirche gefeiert werden.

Rund 1,060 Millionen kosten beide Bauabschnitte zusammen, finanziert mit Fördermitteln des Landes, Geld der Kirchen und maßgeblicher Unterstützung des vor zehn Jahren begründeten Hohennauener Kirchenfördervereins. Geld gegeben und gesammelt hat der Förderverein zudem für eine neue Turmbekrönung und eine neue kleine Glocke.

Geld für Technik

Für 6000 Euro hat der Förderverein den Altarteppich reinigen lassen und ist nun dabei, 71 000 Euro zu besorgen, damit auch die Orgel restauriert werden kann. Zudem möchte der Förderverein noch ein Multimediaprojekt realisieren, damit die Kirche bei Konzerten einen schönen Klang hat und Filme oder Videos gezeigt werden können. Dafür müsste der Förderverein noch einmal 45 000 Euro beschaffen.

Zum Bauverlauf wird der Förderverein zukünftig jeden letzten Donnerstag im Monat im Kirchturm informieren.

Von Norbert Stein