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Havelland Roland Scheel hat die AfD verlassen
Lokales Havelland Roland Scheel hat die AfD verlassen
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19:56 11.02.2014
Ein Jahr lang hat der Unternehmer Roland Scheel aus Nennhausen viel von seiner Kraft in die ehrenamtliche Arbeit für die AfD gesteckt, deren Landesvorsitzender er sogar war. Jetzt ist er ausgetreten.
Ein Jahr lang hat der Unternehmer Roland Scheel aus Nennhausen viel von seiner Kraft in die ehrenamtliche Arbeit für die AfD gesteckt, deren Landesvorsitzender er sogar war. Jetzt ist er ausgetreten. Quelle: B. Geske
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Nennhausen

Viele Menschen der Region haben das Wirken von Roland Scheel aus Nennhausen aufmerksam verfolgt, nachdem er Landesvorsitzender der neuen Partei Alternative für Deutschland (AfD) geworden war. Bei der Wahl im September hatte nicht viel gefehlt, dann wäre er in den Bundestag eingezogen. Im Land Brandenburg hatte die AfD sechs Prozent geholt, doch verpasste sie mit bundesweit 4,8 Prozent dann doch knapp den Einzug ins Parlament. Total überrascht waren nun viele Westhavelländer, als bekannt geworden ist, dass Roland Scheel den Landesvorsitz niedergelegt hat und aus der AfD ausgetreten ist.

Vom Westhavelländer nach den Gründen befragt, hat Roland Scheel am Dienstag geantwortet. Den Ausschlag habe gegeben, erklärte er, dass der Bundesvorstand ihm und einigen weiteren AfD-Mitgliedern nach einer politischen Veranstaltung in Wien das Vertrauen entzogen habe. Sie hatten sich mit Vertretern der United Kingdom Independence Party (Ukip, England) und des Bündnisses Zukunft Österreich (BZÖ) getroffen, um über mögliche Gemeinsamkeiten in der politischen Arbeit zu sprechen. Der AfD-Bundesvorsitzende Bernd Lucke sei über die Treffen informiert gewesen. „Bereits auf dem Rückflug erreichte uns plötzlich das völlige Unverständnis der AfD-Führung mit der Erklärung des Vertrauensverlustes“, hat Roland Scheel mitgeteilt. „Das ging mir und den anderen Landesvorsitzenden nun doch zu weit.“

Der i-Punkt sei dann gewesen, dass der Vorstand ihm und zwei anderen Landesvorsitzenden in einer E-Mail vom 13. Dezember erneut den Vertrauensverlust bescheinigt habe. Deshalb habe er das Niederlegen des Landesvorsitzes zum 31. Dezember und den Austritt aus der AfD erklärt. „Der AfD-Bundesvorstand hat Leitungs-, Organisations- und Strategiefehler gemacht, zum Teil mit juristischer Relevanz“, hat Roland Scheel erklärt, „deshalb konnte ich mit meinem Insiderwissen dem Bundesvorstand nicht mehr folgen.“ Die Gründung der AfD sei aber notwendig gewesen und habe von ihrem ursprünglichen Sinn nichts eingebüßt. „Ich habe zwölf Monate intensivster Aufbauarbeit investiert“, so Scheel, „das war richtig.“

Der Nennhausener hat am Dienstag indes eingeräumt, dass er bereits an der Gründung eines neuen Vereins mitwirkt, der zu einer politischen Organisation werden soll. „Wir bauen die Strukturen auf“, hat er gesagt, „Programm und Satzung sind bereits fertig.“ Fast alle Mitwirkenden seien „ehrliche, aufrechte AfD-Mitglieder“ gewesen, die die Partei aufgrund ihrer inneren Entwicklung verlassen hätten. Der Bundesvorsitzende Bernd Lucke habe ihn vor wenigen Tagen telefonisch um eine Rückkehr zur AfD gebeten, hat Roland Scheel erzählt. Das habe er abgelehnt.

Von Bernd Geske

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