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Havelland Rotarier sprechen über Kultur und Polen
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14:33 15.06.2019
Brandenburg an der Havel ist Gastgeber für die Distriktkonferenz von Rotary International. Quelle: Rüdiger Böhme
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Brandenburg/Havel

Bereits zum zweiten Mal innerhalb von fünf Jahren ist Brandenburg an der Havel Gastgeber für eine Distriktkonferenz des Rotary Distriktes 1940. Beim ältesten Service-Club der Welt sind die Regionen, in denen es Rotaryclubs gibt in Distrikte eingeteilt. Dieser reicht von Cottbus und der Lausitz im Süden bis zur Ostsee und erstreckt sich von Schleswig Holstein bis zur polnisch/tschechischen Grenze.

Der zweite Governor

Die Rotarier aus Brandenburg haben also Erfahrung in der Ausrichtung dieser großen Treffen, die im Rotarier-Sprech Distriktkonferenzen heißen. Mit Michael Oeff kommt zudem der Governor – der Chef des Regionalverbandes – aus der Havelstadt.

Er ist seit der Gründung des Brandenburger Rotary Clubs der zweite Rotarier aus Brandenburg, der dieses Amt für ein Jahr ausfüllen durfte. Vor ihm war es Friedrich Perker im Jahr 2001, damals trafen sich Rotarier erstmals zu einer Distriktkonferenz in Brandenburg.

Besondere Beziehungen

Im Jahr der Bundesgartenschau schließlich war es Governor Gerhard Lintner aus Berlin, der sich spontan entschlossen hatte, die Konferenz in Brandenburg an der Havel auszurichten. Seine besonderen Beziehungen zu den Brandenburger Rotariern spielten dabei eine Rolle.

Ein Höhepunkt dieser Distriktkonferenz war der Auftritt von Ehren-Rotarier Frank-Walter Steinmeier, der damals noch Außenminister war.

Frank-Walter Steinmeier und Ulrich Deppendorf sprechen zur Rotary Distriktkonferenz vor über 200 Gästen über die Griechenland-Krise im Paulikloster. Quelle: Maz

Für Gerhard Lintner wird die Konferenz am kommenden Wochenende eine rotarische Zäsur. Er zeiht Richtung München und wird in Zukunft hier Mitglied in einem Rotary Club sein. Die Distriktführung will Lintner gebührend verabschieden.

Etwas mehr Freizeit

Eine Zäsur wird die Konferenz auch für Michael Oeff, dessen Governor-Jahr dann endet. Hohe Ämter werden bei Rotary immer für ein Jahr vergeben. In den „rotarischen Ruhestand“ will Oeff deshalb noch lange nicht eintreten. Aber er freut sich auf etwas mehr Freizeit. „Die vergangenen Monate waren anstrengend“, gibt er zu.

Das stand im Fokus

Das rotarische Geschäftsjahr beginnt am 1. Juli und endet am 30. Juni des Folgejahres. In den ersten Monaten war Michael Oeff unterwegs, er besuchte die 93 Rotary Clubs im Distrikt. Ein Schwerpunkt seiner Amtszeit war,, die Clubs zu Spenden an die Stiftung von Rotary International, mit der weltweit Projekte finanziert werden, zu ermutigen.

Dazu gehört auch die Aktion „End Polio“, mit der die Rotarier zusammen mit der Bill-Gates-Stiftung seit Jahren viel Geld geben, um Polio-Impfungen zu finanzieren. Ziel ist, die Krankheit weitgehend zurückzudrängen.

Michael Oeff (links) übernimmt das rotarische Steuerrad bei der Distriktkonferenz 2018 in Rostock von seinem Amtsvorgänger Helmut Rohde. Quelle: Joachim Wilisch

Ein anderer Schwerpunkt von Oeff war, die rotarische Kommunikationsstrategie neuen, modernen Erfordernissen anzupassen. Dem Distrikt 1940 begegnet man inzwischen in Sozialen Netzwerken ebenso, wie im Internet und auf traditionellem Weg in einem gedruckten Rotary-Magazin, das für Deutschland und Österreich aufgelegt wird.

Rotarier aus aller Welt

Ein letzter Höhepunkt vor der Distriktkonferenz war die International Convention der Rotarier in Hamburg. 25000 Rotarier aus der ganzen Welt trafen sich in der Hansestadt, um sich vier Tage über Rotary, rotarisches Leben auf den Kontinenten und neue Ziele auszutauschen.

Auf der Elbe

Michael Oeff hatte sich mit dem Distrikt zur Vorbereitung an der Elbe-Charity-Tour beteiligt – eine Bootsstaffel von Tschechien bis Hamburg. In Hamburg wurde Holger Knaack aus dem Distrikt 1940 für das Amt des Internationalen Präsidenten 2020/2021 nominiert. Knaack wird in der Geschichte von Rotary der erste Deutsche in diesem Amt sein.

Austauschschüler des Distriktes 1940 bei der International Convention in Hamburg. Quelle: Joachim Wilisch

Die Tagung am kommenden Wochenende soll ein Familienfest sein. Darum lädt Oeff die Teilnehmer bereits am Freitagabend (21. Juni) zu einer Weinprobe mit Sommelier Marco Oriwol. So gestärkt können sich die Rotarier am Sonnabend auf zwei Themen fokussieren.

Marco Oriwol Mitte) bei seiner Auszeichnung als Sommelier. Am Freitag verrät er den Rotariern Wein-Geheimnisse. Quelle: Meetingpoint

„Weil Zukunft Herkunft braucht“ ist das Thema der Staatsministerin für Kultur und Medien, Monika Grütters. In besonderer Beziehung steht der Distrikt 1940 zu den polnischen Rotariern, für die man die Rolle des Partnerdistriktes übernommen hat.

„Staat, Recht, Freiheit – die polnische Debatte und ihre Folgen für deutsch-polnische Beziehungen“ – das ist das Thema, mit dem sich Irena Lipowitz von der Universität Warschau auseinandersetzt. Eine Stipendiatin an einem rotarischen Institut zur Förderung des Friedens („Peace-Fellowship“) spricht über ihre Erfahrungen.

Am Abend wird gefeiert

Einen Auftritt haben auch die Austauschschüler aus zahlreichen Ländern, die im Distrikt ein Jahr bei Familien verbracht haben. Der Schüleraustausch ist eines der interessantesten und stärksten Ziele von Rotary. Auch der Rotary Club Brandenburg/Havel hat mit Jugendlichen am Schüleraustausch teilgenommen.

Das Rad dreht sich weiter

Am Abend feiern die Rotarier im Pauli-Kloster, am Sonntag steht noch eine Beetzsee-Fahrt mit einem Fahrgastschiff auf dem Programm. Michael Oeff übergibt das rotarische Steuerrad des Distriktes 1940 an Thomas Guzatis aus Berlin. Er wird den Distrikt bis Juni 2020 führen.

Rotary International und der Distrikt 1940

Rotary ist der älteste Service Club der Welt. Gegründet wurde Rotary von dem Rechtsanwalt Paul Harris im Jahr 1905 in Chicago (USA). Sitz der Organisation, der weltweit 1,2 Millionen Frauen und Männer angehören ist Evanston (USA).

Über 40000 Clubs gibt in fast allen Ländern der Erde. Der erste deutsche Rotary Club wurde 1927 in Hamburg gegründet.

Die rotarische Welt ist in Distrikte eingeteilt. Das sind größere Regionen in denen bis zu 5000 Rotarier zusammengefasst sind. Die Länder Brandenburg, Berlin, Mecklenburg-Vorpommern und Teile von Schleswig-Holstein bilden den Distrikt 1940.

In Westbrandenburg gibt es vier Rotary Clubs: in Brandenburg/Havel, Bad Belzig, Rathenow und Falkensee. Insgesamt gehören 93 Clubs zum Distrikt 1940.

Von Joachim Wilisch

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