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Havelland Schädling wird wieder bekämpft
Lokales Havelland Schädling wird wieder bekämpft
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17:11 22.03.2018
Auch per Hubschrauber wird Dipel ES ausgebracht.  Quelle: Dpa
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Havelland

 Wenn die Blätter Ende April/Anfang Mai anfangen zu sprießen, dann ist wieder der richtige Zeitpunkt, um dem Eichenprozessionsspinner beziehungsweise dessen Raupen zu Leibe zu rücken. Beim Landkreis, aber auch bei der Oberförsterei Brieselang laufen die Vorbereitungen, um das Mittel Dipel ES unter anderem per Hubschrauber auszubringen. Denn wo die Raupen massiv auftauchen, leiden den Menschen unter deren Brennhaaren, wenn sie mit ihnen in Berührung kommen. Im schlimmsten Fall rufen die Raupenhaare Bronchitis, asthmatische Beschwerden oder pseudoallergische Schockreaktionen hervor. Auch die Bäume selbst werden zunehmend geschädigt, sterben unter Umständen ab.

„Der Landkreis Havelland befliegt in einer gemeinsam organisierten Aktion Flächen und Bäume in den Bereichen der Gemeinde Milower Land sowie den Ämtern Friesack und Rhinow“, sagt Kreissprecherin Caterina Rönnert. Darüber hinaus werden befallene Bäume an den Kreisstraßen besprüht. Informationen dazu, um welche Flächen es sich handelt, sind noch bis zum 7. April in den Bürgerservicebüros des Landkreises Havelland zu bekommen.

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Der Landesbetrieb Forst Brandenburg will ebenfalls im Bereich Friesack tätig werden. „Die Bevölkerung, die betroffen ist, fragt bei uns immer wieder nach und weist uns auf die Notwendigkeit hin“, sagt Revierförsterin Tanja Klasen. Somit ist geplant, rund 165 Bäume am Waldrand entlang der Straße zwischen Friesacker und Briesener Zootzen vom Boden aus mit dem Pflanzenschutzmittel Dipel ES zu behandeln, aber auch kleinere Flächen in Damm oder in Wutzetz. Dies ist aber deutlich weniger als aus Sicht der Forst notwendig wäre. Eigentlich sollten in dem Friesacker Bereich etwa 80 Hektar Waldfläche mit dem Hubschrauber beflogen werden, doch aufgrund der geltenden Abstandsauflagen ist dies nicht möglich.

Dabei hat die im Vorjahr erfolgte Befliegung auf über 200 Hektar im Bereich von Friesacker, Kleßener und Briesener Zootzen durchaus Wirkung bei den Eichen gezeigt. „Das hat etwas gebracht“, schätzt Tanja Klasen ein. Da konnte das Mittel Dipel ES teilweise auch in der Nähe von Häusern eingesetzt werden. Möglich machte dies eine bei einem Planungsbüro beauftragte Verträglichkeitsuntersuchung, wie Michael Kopka vom Landesbetrieb Forst sagt. Allerdings könne man diesen Aufwand aus Kostengründen nicht überall betreiben. Vor allem, wenn viele kleinere Flächen betroffen sind.

Wie es in einer Pressemitteilung des Landesbetriebs Forst heißt, mussten in den vergangenen Jahren aufgrund der Abstandsauflagen von Seiten des Bundes, aber auch wegen fehlender Zustimmung für den Dipel-Einsatz in Schutzgebieten intensiv befallene Wälder ausgespart bleiben. Dadurch sei eine schnelle Wiederbesiedlung behandelter Flächen in der Umgebung nicht zu verhindern. „Diese momentane Situation ist sehr unbefriedigend“, heißt es.

In den Kommunen selbst sieht man das Thema Eichenprozessionsspinner teilweise entspannt. „Geplant haben wir diesbezüglich noch nichts“, sagt Falkensees Stadtsprecherin Yvonne Zychla. Sofern aber Mitarbeiter des Grünflächenamtes einen Befall von Eichen auf öffentlichen Flächen feststellen oder entsprechende Hinweise von Bürgern bekommen, werde eine Fachfirma beauftragt, die Raupen zu beseitigen. Allerdings gab es im Vorjahr nur etwa fünf Fälle.

Auch Nauen plant keine vorbeugenden Maßnahmen aus der Luft, „da wir in den letzten zwei Jahren fast keinen Befall mehr hatten“, sagt Ordnungsamtsleiterin Ilona Pagel. Der Landesbetrieb für Straßenwesen habe jedoch entlang der B 5 (Lietzow- Berge, Berge-Ribbeck) Maßnahmen für den Zeitraum vom 24. April bis 19. Mai angekündigt. Die Bekämpfung dort erfolge vom Boden aus.

Von Andreas Kaatz