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Havelland Schandfleck von Milow soll verschwinden
Lokales Havelland Schandfleck von Milow soll verschwinden
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20:29 10.01.2017
Winfried Ganzer (l.) und Günter Geib hoffen, dass der Schandfleck in der Milower Friedensstraße doch noch verschwindet. Quelle: Ch. Schmidt
Milow

Wer durch Milow fährt, dem fällt unweigerlich das Gebäude an der Friedensstraße/Ecke Bahnhofstraße auf. Das Dach des großen Eckhauses hängt durch, vom Putz kleben nur noch Reste am Gemäuer, zahlreiche Fensterscheiben fehlen und der Schornstein steht bedenklich schief. Das Haus ist so marode, dass eigentlich nur noch ein Abriss der traurigen Geschichte eine Ende machen kann. Nun hat der Eigentümer des Anwesens, Gunthard Born, auf MAZ-Anfrage versichert, dass er das Haus verkaufen will.

In den letzten Jahren musste sich die Untere Bauaufsichtsbehörde des Landkreises mehrfach mit dem Objekt beschäftigen. 2012, 2014 und 2016 veranlasste die Behörde Sicherungsmaßnahmen im Rahmen der Gefahrenabwehr. Auch für die Milower selbst, ist das Haus ein Ärgernis. „Ich werde sehr oft angesprochen, sogar von auswärtigen Besuchern, die wissen wollen, wann endlich dieser Schandfleck beseitigt oder in Stand gesetzt wird“, erzählt Milows Ortsvorsteher Winfried Ganzer.

Früher Gaststätte, später HO, heute Schandfleck

Ähnlich geht es Günter Geib, der sich von 1992 bis 2003 als Amtsdirektor von Milow bereits intensiv mit diesem Fall beschäftigen musste. „Das geht nun schon seit über 20 Jahren. Früher war hier unser Hauptlebensmittelgeschäft, neben anderen kleineren Läden im Ort. Heute ist es der Schandfleck von Milow“, so Geib.

Anfang des 20. Jahrhunderts befand sich in dem Gebäude die Gaststätte „Deutsches Haus“, nach dem Ersten Weltkrieg eröffnete Adolf Mewes darin ein Lebensmittelgeschäft. Später wechselte der Besitz an Hermann Born über, der das Geschäft bis zu seinem Tod im Zweiten Weltkrieg betrieb. Als die Familie Born in die BRD flüchtete, ging die Immobilie an die Gemeinde Milow. „Bis zur Wende wurden hier über die Handelsorganisation Lebensmittelverkauft und neben an war die Gemüseannahmestelle“, erinnert sich Geib.

Nach der Wende sollte hier ein Supermark entstehen

Die Gemeinde hatte das Objekt nach der Wende in einem Entwicklungskonzept für den historischen Dorfkern aufgenommen. „Hier sollte eigentlich ein Supermarkt entstehen“, erklärt der frühere Amtsdirektor. Daraus sei aber nichts geworden, weil sich die Erben nicht einigen konnten.

Mittlerweile ist Gunthard Born Eigentümer des rund 7600 Quadratmeter großen Anwesens. Er wurde in dem Haus geboren, lebt aber seit mehr als 50 Jahren in Offenburg. An ihn wendet sich die Gemeinde, wenn es etwas am Haus zu tun gibt. „Das klappt in der Regel, Kleinigkeiten werden erledigt. Dennoch ist es natürlich ein Schandfleck, der aus unserer Sicht verschwinden sollte. Interessenten für das Grundstück gibt es jedenfalls genug“, weiß Felix Menzel, Bürgermeister der Gemeinde Milower Land.

Das Areal bietet Platz für eine vielfältige Nutzung

„Es gab zwar schon früher Interessenten, zu einem Vertragsabschluss kam es aber nie, weil ich eigentlich nicht verkaufen wollte. Das ist jetzt anders. Meine Kinder haben kein Interesse an dem Objekt, deshalb bin ich nun bereit es zu veräußern“, so der 80-Jährige Gunthard Born.

Auch Winfried Ganzer und Günter Geib wünschen sich, dass die Fläche endlich sinnvoll genutzt wird. „Im Prinzip ist das ein Sahnegrundstück. Es bietet genug Platz für Wohnraum, Gewerbe, vielleicht auch für Gesundheitseinrichtungen“, so Ganzer. „Vieles wäre möglich, wenn der Eigentümer mitmachen würde“, ist sich Geib sicher.

Von Christin Schmidt

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