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Schönwalde-Glien Seifenkistenspaß in Schönwalde
Lokales Havelland Schönwalde-Glien Seifenkistenspaß in Schönwalde
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15:21 28.07.2019
Gut gelaunte Teilnehmer und Zuschauer beim 11. Seifenkistenrennen in Schönwalde. Quelle: Enrico Berg
Schönwalde-Glien

  Im Fahrerlager geht es wuselig zu. Die Akteure in-spizieren ihre Rennwagen noch einmal kurz vor dem Start. Dann geht es zur Startposition. Die Fahrzeuge werden mit einem Aufzug auf die 2,40 Meter hohe Rampe gehoben. Die Fahrer nehmen in den Gefährten Platz. Konzentriert sitzen die Fahrer in ihren Fahrzeugen und warten auf ihre Startgenehmigung. Hochspannung beim 11. Schönwalder Seifenkistenrennen.

Rolltüchtig und originell – bei Seifenkistenrennen des Vroom-Vereins in Schönwalde haben Teilnehmer wie Zuschauer ihre Freude.

„Seid ihr startklar?”, fragt Inga Haiden die Piloten. Nach deren Ja geht es auch schon los. Die Startklappen fallen und die Vehikel setzen sich in Bewegung.

Am Rande der Rennstrecke haben sich am Sonnabend viele Zuschauer eingefunden, um die Fahrer anzufeuern. Die Wertungsstrecke umfasste eine Länge von 290 Metern. Mancher Teilnehmer hat es nicht bis ganz ins Ziel geschafft, da die Geschwindigkeit nicht ausreichte, aber hilfreiche Zuschauer schoben die Teilnehmer kurzerhand ins Ziel.

Motorloser Rennsport

Die Besonderheit der Fahrzeuge ist, dass sie keinerlei Antrieb haben und zur Kategorie des motorlosen Rennsports gezählt werden. Allein das Gefälle der Piste und des Germanenweges musste ausreichen, um genug Schwung zu erhalten und ins Ziel zu gelangen.

Runter vom Bäckerberg

Das 11. Seifenkistenrennen von Schönwalde wurde wieder auf dem Bäckerberg im Germanenweg ausgetragen. In diesem Jahr nahmen 38 kleine und große Rennfahrer an dem schon legendären Seifenkistenrennen teil. „Wir hatten viel mehr Anmeldungen, aber kurzfristig sind noch einige abgesprungen”, erklärt Lars Spengeler, Vereinsvorsitzender des VROOM!!– Team Havelland e.V., der das Rennen organisiert. „Aber es sind in diesem Jahr mehr Teilnehmer als 2018”, freut sich Lars Spengeler über die gestiegene Resonanz.

Start in drei Klassen

Gestartet wurde in drei Klassen: Junior, Senior und Fun. Vier Durchgänge gab es insgesamt. Teilnehmen konnte jeder, der mindestens sieben Jahre alt und körperlich fit ist. Das Reglement richtet sich nach den Richtlinien der Deutsches Seifenkisten Derby e.V. „Helme sind bei unserem Seifenkistenrennen Pflicht“, so Spengeler, der an diesem Tag auch als Rennleiter fungierte.

Marke Eigenbau

Viele Fahrzeuge Marke Eigenbau gingen an den Start. Die siebenjährige Jona Haiden aus Schönwalde-Glien nahm mit einer selbstgebauten Seifenkiste an diesem Rennen teil. „Mama und Opa haben die Seifenkiste gebaut, ich habe dann die Flammenaufkleber und das Blaulicht dafür ausgesucht, ist ja schließlich ein Feuerwehrauto”, erzählt die kleine Rennfahrerin stolz. „Die Seifenkiste hat nur ein Lenkrad, eine Bremse und für das Blaulicht einen Akku, sonst nichts“, berichtet ihre Mutter Inga Haiden.

Besonderer Ferienspaß

Etwa 80 bis 100 Stunden Arbeit stecken in dem Vehikel. Materialien wie Sperrholz, Glasfasermatten mit Epoxidharz und eine Alukonstruktion für den Rahmen kamen zum Einsatz. Wer keine eigene Seifenkiste hatte, konnte sich vor Ort eine leihen, um an dem Rennen teilzunehmen. Das hat Joshua Schärfke aus Frankfurt am Main in Anspruch genommen. „Ich bin in den Ferien bei meinen Großeltern in Paaren im Glien zu Besuch und Opa hat mir von dem Seifenkistenrennen erzählt”, sagt der 14-jährige Schüler. Er habe noch nie an so einem Rennen teilgenommen und fand die Idee klasse, hier einmal mitzufahren. Sein Opa Erwin und seine Schwester Clara haben ihn kräftig angefeuert bei seinem Debüt.

Zuschauer am Rande

Die Zuschauer am Rande der Strecke hatten ihre Freude an dem Rennen. Einige hatten ihre Campingstühle dabei und machten es sich entlang der Piste gemütlich. Die Anwohner des Germanenweg saßen vor ihren Häusern und sahen sich das Geschehen aus nächster Nähe an. So Gudrun und Jürgen Sylvester. Mit einer Tasse Kaffee auf der Bank vor ihrer Haustür hatten sie einen der besten Plätze beim Zieleinlauf.

Erfahrung im Messebau

Nach jedem Durchgang mussten die Seifenkisten wieder zur Startrampe gebracht werden. Die Crews schoben die Seifenkisten samt Piloten den Berg hinauf. „Die Rampe hat Familie Haiden auch dieses Jahr wieder gebaut”, sagt Lars Spengeler. Beim Aufbau hatten drei Leute immerhin acht Stunden zu tun. „Die Rampe ist zu 90 Prozent aus Altbeständen gebaut, der Rest wurde gekauft”, erklärt Ingo Haiden.

Durch seine Erfahrung im Messebau und als Elektriker haben sie für die Konstruktionszeit lediglich vier Monate benötigt, da immer nur nach Feierabend daran gewerkelt werden konnte. Sie ist 2,40 Meter hoch, der Neigungswinkel beträgt 25 Grad, die Hebeanlage für die Seifenkisten ist elektrisch und die Startklappen werden pneumatisch betrieben. Letztere können ein Gewicht von 200 Kilogramm halten.

Kleiner Verein mit großer Wirkung

Wer einmal an einem Seifenkistenrennen teilnehmen möchte oder sogar dem Vroom-Verein beitreten will, kann sich gerne über die Homepage des Schönwalder Vereins melden. Der Verein besteht zur Zeit aus 15 Mitgliedern, neue Mitglieder sind herzlich willkommen. Vorkenntnisse benötigt man nicht.

Von Hannelore Berg

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