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Schönwalde-Glien 5000 Besucher beim Havelländer Erntefest
Lokales Havelland Schönwalde-Glien 5000 Besucher beim Havelländer Erntefest
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18:37 02.09.2018
Antonia Martini schneidet die Torte an, das erste Stück bekommt Schönwaldes Bürgermeister Bodo Oehme.
Antonia Martini schneidet die Torte an, das erste Stück bekommt Schönwaldes Bürgermeister Bodo Oehme. Quelle: Carsten Scheibe
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Paaren im Glien

Mehr als 5000 Besucher strömten am Sonntag in den MAFZ-Erlebnispark in Paaren im Glien, um beim Havelländer Erntefest dabei zu sein. Gefeiert wurde, obwohl die Ernte wegen der großen Trockenheit in diesem Jahr recht dürftig ausfiel.

Zum 10. Mal wurde das Havelländer Erntefest im MAFZ in Paaren im Glien gefeiert.

Die Gemeinde Schönwalde-Glien hatte das 10. Kreiserntefest gemeinsam mit dem Erlebnispark Paaren im Glien, dem Kreisbauernverband Havelland und vielen regionalen Vereinen und Verbänden organisiert. Und so ist es auch verdient, dass die Erntekönigin aus dem Schönwalder Ortsteil Pausin kommt.

Die 18-jährige Antonia Martini bekam die Schärpe und die Krone direkt aus den Händen ihrer Vorgängerin Vanessa Orgin. „Ich habe gerade mein Abitur abgelegt und beginne jetzt ein Studium zum Steuerberater. Mit dem ländlichen Bereich bin ich aber bestens vertraut. Viele Mitglieder meiner Familie sind Landwirte und Jäger“, sagte die frisch gekürte Hoheit.

Zuschauen beim Besenbinden

An mehr als 50 Buden bekamen die Besucher auf der Areal etwas geboten. Der Förderverein „Freunde des MAFZ Paaren im Glien“ verkaufte vor Ort Kürbisse, Kartoffeln und Gemüse aus dem eigenen Schaugarten, darunter auch Kartoffeln, die blau anlaufen, sobald man sie anschneidet. Wer wollte, konnte auch beim Besenbinden zuschauen oder das Seilern erlernen.

Auf der eigens aufgebauten großen Bühne gab es einen ökumenischen Erntedankgottesdienst mit dem Gospel-Quintett „The Singers“, Auftritte des Jugendblasorchesters Havelland, Musik vom Gemischten Chor Schönwalde unter Verstärkung der Partnergemeinde Muggensturm und Pop und Country von Linda Feller.

Die Kinder freuten sich über einen Kletterturm und einen Märchen-Truck, sie konnten ein Feuerwehrauto inspizieren, eine Strohburg besteigen, eine Meerschweinchen-Ausstellung besuchen und Esel streichen. Besonders viel Spaß machte es ihnen, auf dem roten Trecker des Porsche-Junior-Teams Falkensee über das Gelände zu brettern.

Kritische Stimmen vom Kreisbauernverband

Aber von der Bühne waren auch kritische Stimmen zu hören. Dirk Peters, Vorsitzender des Kreisbauernverbandes Havelland: „Eine Ernte soll man feiern, wenn sie in der Scheune ist. So läuft das eigentlich seit Jahrhunderten bei uns Bauern. Aber, in den Scheunen ist nicht viel drin. Und wir alle wissen, warum.“ Die Ernte im Land Brandenburg lag im Durchschnitt aller Feldfrüchte um rund 35 Prozent unter dem Durchschnitt der Vorjahre. Vor diesem Hintergrund ist die Feierstimmung der Bauern natürlich getrübt, so Peters. „Nicht wenige meiner Kollegen wollen von Feiern in diesem Jahr nichts wissen.“

Immerhin brachte Brandenburgs Finanzminister Christian Görke eine gute Nachricht und fünf Millionen Euro Soforthilfe mit: „Das Geld soll dazu dienen, Futter anzuschaffen, um die Tiere über den Winter zu bringen. Es stehen noch 52 Millionen Euro vom Bund aus, wenn die EU ihre Zusage gibt.“

25 Erntewagen beim Umzug

Der Höhepunkt des Festes: 25 liebevoll dekorierte Erntewagen starteten voll besetzt zum traditionellen Umzug durch das Dorf Paaren im Glien. Eine Jury aus Liane Wandrey (Vorstand Bauernverband), Ute Lagodka (Erlebnispark Paaren), Ronny Becher (Mittelbrandenburgische Sparkasse) und Marlies Schnaibel (MAZ) kürte dann den schönsten Erntewagen.

Die Auszeichnung ging an Familie Flucht. Christina Schreiber war mit an Bord: „Vier Generationen sind auf unserem Erntewagen mitgefahren. Wir sind eine Großfamilie aus der Region. 15 Leute haben eine ganze Woche lang geschuftet, um den Wagen so schön herzurichten.“ Sie fahren jedes Mal mit, aber hätten nie damit gerechnet zu gewinnen. Vielleicht lag das daran, dass ihr Erntewagen mit einem verkleideten Neptun und einer Arielle als Meerjungfrau besonders gute Stimmung verbreitet hatte. Und er passte ja auch zum Motto der Veranstaltung: „Wasser ist Leben, Milch ist Nahrung.“

Bei der Wahl der besten Erntekronen, die nach althergebrachter Weise im Vorfeld geknüpft worden waren, stellten sich acht Teams der Jury. Die meisten Stimmen bekam am Ende das Exemplar der Perwenitzer Frauen.

Von Carsten Scheibe