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Schönwalde-Glien Alpaka-Fest bei Familie Liesegang in Pausin
Lokales Havelland Schönwalde-Glien Alpaka-Fest bei Familie Liesegang in Pausin
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11:33 01.06.2019
Annelies und Joachim Liesegang feiern am Sonntag ein großes Alpaka-Fest. Das halbe Dorf packt bei den Vorbereitungen mit an.
Annelies und Joachim Liesegang feiern am Sonntag ein großes Alpaka-Fest. Das halbe Dorf packt bei den Vorbereitungen mit an. Quelle: Laura Sander
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Pausin

Sie sind flauschig, genügsam und zutraulich: Acht Alpakas, die ursprünglich aus den südamerikanischen Anden stammen, haben in Pausin ein neues Zuhause gefunden. Annelies und Joachim Liesegang sorgen auf ihrem Alpakahof für die possierlichen Tiere. Dass sie eines Tages eine ganze Herde besitzen würden, war so erst einmal nicht geplant.

Acht Alpakas kamen in schlechtem Zustand nach Pausin

„Eigentlich sollte es nur ein Alpaka werden. Der ehemalige Besitzer aus Velten riet mir davon ab, also nahm ich zwei“, erinnert sich Joachim Liesegang. Aus zwei mach acht dachte sich jedoch der Verkäufer, der die Tiere vor vier Jahren auf dem Pausiner Hof ablud. „Zunächst sollten wir die anderen nur zur Pflege behalten. Wir haben aber nie wieder etwas von dem Mann gehört“, so Joachim Liesegang, dem eine Tierärztin den schlechten Zustand der Alpakas bestätigte. „Wir haben sie aufgepäppelt, leider sind trotzdem sechs Tiere bereits verstorben“, sagt Annelies Liesegang, deren Alpaka-Liebe einst auf der Grünen Woche entflammte. Inzwischen ist die kleine Herde wieder auf acht Tiere angewachsen, bald sollen noch einmal zwei dazu kommen.

Die Haltung der Neuweltkamele

Das jüngste Mitglied der Alpaka-Familie ist Willi. Er ist neun Monate alt und noch auf die Milch seiner Mutter angewiesen. „Sie säugen bis sie etwa ein Jahr alt sind. Erst dann sollte man anfangen, sie zu halftern oder zu streicheln“, so Annelies Liesegang, die sich eingehend mit der Haltung und Aufzucht der Neuweltkamele beschäftigt hat.

Einmal im Jahr werden die flauschigen Tierchen, die schon von den Inkas ausschließlich wegen ihrer Wolle gezüchtet wurden, geschoren. „Mit Ausnahme der Suri-Alpakas – sie halten es zwei Jahre ohne Rasur aus. Weil aber alle Alpakas sehr windempfindlich sind, lassen wir die Wolle auf dem Kopf stehen“, sagt die Ur-Pausinerin.

Pflegeleicht und sparsam

Hufe und Zähne müssen ebenfalls regelmäßig gefeilt werden. „Ansonsten sind sie sehr pflegeleicht. Sie fressen Heu und bekommen Zusatzfutter, verwerten die Nahrung allerdings sehr viel sparsamer, als zum Beispiel Ponys“, so Joachim Liesegang. Pony Fanny produziere gefühlt doppelt so viel Mist, wie alle Alpakas zusammen, überschlägt er. Dass sich das Pony davon mal abgesehen super in die Herde integrieren würde, zeigte sich schnell. Vor allem mit Alpaka-Wallach Paul verbindet es eine enge Freundschaft. „Das Pony habe ich eigentlich für meine Enkel angeschafft. Denn reiten kann man auf den Alpakas nicht“, so Joachim Liesegang, der gemeinsam mit seiner Frau, den sieben Kindern und vielen anderen Pausinern mitten in den Vorbereitungen für das große Alpaka-Fest steckt, das am Sonntag auf dem Hof gefeiert wird.

„Die Alpakas sind an Menschen gewöhnt und kommen vor allem gut mit Kindern klar. Uns besuchen regelmäßig Kindergruppen, aber auch Leute aus Pflegeheimen“, so Annelies Liesegang.

Alpaka-Fest auf dem Pausiner Hof

Besucher bekommen auf dem Hof eine Futterschüssel in die Hand gedrückt und werden in kleinen Gruppen auf die Herde losgelassen. Wanderungen, Kindergeburtstage oder Kita-Gruppen – die Pausiner machen jeden Spaß mit, solange es ihren Tieren gut geht. Für das große Fest am Sonntag hat die Familie, die neben den Alpakas noch Hühner hält, das halbe Dorf mit ins Boot geholt. „Wir haben Spiele vorbereitet, Kinder können kleine Holz-Alpakas verschönern und es wird Musik gespielt. Jetzt hoffen wir nur noch auf gutes Wetter“, so Annelies Liesegang. Die Alpakas hingegen lässt Regen völlig kalt. Auch Hitze und Schnee können die Tiere gut vertragen – sie fühlen sich im flachen Havelland pudelwohl.

Von Laura Sander