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Schönwalde-Glien Best Friends stellen in der Kulturmühle Perwenitz aus
Lokales Havelland Schönwalde-Glien Best Friends stellen in der Kulturmühle Perwenitz aus
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16:54 30.08.2019
Die Kulturmühle Perwenitz zeigt Arbeiten von Lisa Drost und Lisa Peters. Quelle: Marlies Schnaibel
Perwenitz

Wie viele Wörter braucht der Mensch zum Leben? Die Installation „Cumulus“ gibt auf die Frage keine Antwort, aber eine Anregung. Zu sehen ist sie in der neuen Ausstellung der Kulturmühle Perwenitz. Zwei junge Berliner Künstlerinnen stellen sich darin vor undlösen die Ausstellung der Fotografen Ingo Kuzia und Peter Westphal ab.

Wortwolke in der Galerie

Lisa Peters hat „Cumulus“ erschaffen, eine Art Wortwolke. An 47 Bändern hängen etwa 90 kleine Lautsprecher, aus ihnen quellen Worte. Es entsteht ein Stimmengewirr, Menschen begegnen sich, Gesprächsfetzen dringen an unser Ohr. Alltag – beobachten – Klimaanlage – gleichzeitig – amüsieren – aufwachen. Die Worte schweben nebeneinander.

Blick in die Ausstellung mit den Installationen. Quelle: Marlies Schnaibel

Mit ruhiger sachlicher Frauenstimme fließen sie endlos aus den Lautsprechern und überlagern sich: Amt – Boden –Wasser – freiwillig – staubsaugen – Lied – Milch – Fähigkeit – selbst – Neuigkeit – vermieten – Brille – gemeinsam – extra – Training – wünschen - frisch – sinnlos.

Worte in der Mühle. Quelle: Marlies Schnaibel

Sinnlos? Wort reiht sich hier an Wort; der Ausstellungsbesucher wird zum Zuhörer und versucht, einen Sinn zu konstruieren, das Rätsel der Aufzählung zu begreifen. Die Lösung heißt B1, es ist der Grundwortschatz der deutschen Sprache, den Ausländer beherrschen müssen, um die Deutschprüfung Zertifikat B1 bestehen zu können, es steht für die Fähigkeit zur selbstständigen Sprachbeherrschung. Und umfasst etwa 2400 Wörter. Ein Muttersprachler beherrscht deutlich mehr, aber für ihn kann diese Cumulussprachwolke eine besondere Begegnung sein. Denn sie bringt ihn dazu, über die für ihn scheinbar immer verfügbare Sprache nachzudenken – über ihren rationalen Kern und ihre romantischen Verästelungen.

Best Friends im Foto

Lisa Peters studierte Kunst- und Medienwissenschaft sowie bildende Kunst in Braunschweig, New York und Berlin, sie war Meisterschülerin an der UdK bei Ina Weber. Bereits in der Zeit arbeitet sie mit Lisa Drost zusammen, in Perwenitz zeigen die beide Frauen nun eigene Arbeiten, aber auch gemeinsam Geschaffenes, in denen sie sich selbst inszenieren, ohne direkt erkennbar zu sein. In der Fotografie „Best Friends“ trifft dabei eine vermeintliche T-Shirt-Lustigkeit auf hohe Ernsthaftigkeit in den Gesichtern der Frauen.

Kulturort auf dem Lande

Das dreigeschossige Backsteingebäude der Perwenitzer Mühle wurde zwischen 1890 und 1936 errichtet. Die elektrisch betriebene Getreidemühle wurde noch bis 1994 genutzt.

1995 zogen Gudrun Venter und Jürgen Hägele mit der Vision eines Kunst- und Kulturortes auf dem Lande von Berlin-Moabit nach Perwenitz. Sie kauften das Objekt mit dem dazugehörigen Wohnhaus, den Nebengebäuden und dem Gartenland und arbeiteten schrittweise an der Einrichtung der Kulturmühle mit Atelier, Galerie, Seminarraum und Café.

Der Verein „Kulturmühle Perwenitz e.V.“ wurde 2005 gegründet. Das Spektrum erweiterte sich um Ausstellungen, Lesungen, Musikveranstaltungen, Filmvorführungen, Gourmetabende und Symposien.

Öffnungszeiten der Kulturmühle mit Galerie und Café: samstags von 13 bis 19 Uhr sowie sonntags von 11.30 bis 18 Uhr.

Irritation auch auf der Fotografie, die der Ausstellung ihren Namen gab: „Keep on Rollin“. Vor gigantischer Industriekulisse ein kleines Kanu mit eben dieser Aufschrift. Mit diesem „Loslegen“, „Weiterarbeiten“, „Immer weiter“ als Sinnbild unseres Lebens. Allein die beiden Frauen im Boot paddeln in entgegengesetzte Richtungen.

Von Marlies Schnaibel

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