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Schönwalde-Glien Die Geburtsstunde der Brala: Von der kleinen Tierschau zum Millionen-Projekt
Lokales Havelland Schönwalde-Glien Die Geburtsstunde der Brala: Von der kleinen Tierschau zum Millionen-Projekt
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12:00 06.10.2019
Was hat sich in Paaren seit der Wende getan und wie steht das Dorf heute da? Gemeinsam erinnerten sich Akteure von damals und heute. Quelle: Laura Sander
Paaren im Glien

„Das Wetter war miserabel und die Besucher standen in der Pampe“, erinnerte sich Ex-Landrat Burkhard Schröder an die erste Tier- und Technikschau, die 1990 auf dem Gelände des heutigen MAFZ in Paaren im Glien stattfand. „Trotzdem fanden am Rand Gespräche statt und der Wille, das Gelände zu entwickeln, war da. Wir haben einen Anfang gemacht“, so Schröder weiter.

Die Geburtsstunde der Brala

Die Geburtsstunde der Brandenburgischen Landwirtschaftsausstellung (Brala) lag zu diesem Zeitpunkt bereits ein Jahr zurück: Nur wenige Tage vor dem Fall der Mauer wurde im Oktober 1989 die Planung in die Wege geleitet. „Die Wende allerdings hat die Entwicklung des Areals erst möglich gemacht“, sagte am Freitag MAFZ-Geschäftsführerin Ute Lagodka.

Akteure von damals und heute, Paarener Vereine und Urgesteine blickten zurück auf die ungewisse Zeit nach der Wende, die Entwicklung des Dorfes, eine kleine Tierschau und die Entstehung des Märkischen Ausstellungs- und Freizeitzentrums (MAFZ).

Gemeinsam mit Akteuren von damals und heute, Paarener Vereinen und Urgesteinen wurde am Freitag zurückgeblickt auf ungewisse Zeiten, die Entwicklung des Dorfes und die Entstehung des Märkischen Ausstellungs- und Freizeitzentrums (MAFZ).

„Das Geld war überall knapp und trotzdem gab es eine Menge zu tun. Kitas, Wohnungen und Straßenbau waren die ersten Dinge, die angepackt werden mussten“, sagte Kurt Hartley, der als Paarener Bürgermeister alle Hände voll zu tun hatte. „Damals lief es unbürokratischer ab: Ein Antrag und ein paar Fotos reichten aus und sechs Wochen später hatte man das Geld für die Straßen auf dem Konto. Heute braucht man für solche Vorhaben zwei Jahre Vorlauf“, so Hartley weiter.

Ein Verein gründete sich

„Das Wohnungsproblem haben wir bereits Anfang der 1990er-Jahre gelöst, als wir auf einen Schlag 36 Wohnungen bauten, die noch heute bewohnt sind. Wir haben außerdem innerhalb von 15 Jahren 98 Prozent aller Haushalte an das Trink- und Abwassernetz angeschlossen. Das ist eine große Leistung“, erinnerte sich Erwin Bathe.

Von der Umtriebigkeit der Dorfbewohner profitierte auch das MAFZ. „Wir kannten uns alle und hatten nach der ersten Tierschau viele Ideen für Projekte. Das Stägehaus stand leer, es galt das MAFZ-Gelände zu entwickeln, also ergriffen wir die Initiative und gründeten einen Verein“, sagte am Freitag Erika Geske, die bis heute bei den „Freunden des MAFZ“ aktiv ist. Jungen Menschen im Grünen Klassenzimmer Abläufe in der Landwirtschaft zu vermitteln, einen Schau- und Demonstrationsgarten aufzubauen oder das Stägehaus zum Museumscafé zu entwickeln, sind nur einige Projekte des Vereins.

Tradition und Innovation

„Wie kommt die Milch in die Tüte: Das Grüne Klassenzimmer vermittelt Wissen, das nicht mehr selbstverständlich ist. Im MAFZ treffen Tradition und Innovation aufeinander“, sagte Landrat Roger Lewandowski. Bis heute hat der Landkreis Havelland 17 Millionen Euro in den Standort investiert. Weitere Mittel kamen von Land, Bund und EU.

Egal, ob Festschmiede, der Archehaustierpark oder die rund 240 Veranstaltungen mit 200 000 Besuchern pro Jahr – seit der ersten Veranstaltung auf einem schlammigen Acker hat sich einiges getan. So auch im Dorf selber.

Paaren heute

Die Feuerwehr hat eine gut funktionierende Jugendabteilung und gleichbleibende Mitgliederzahlen, der Sportverein hat neben den „Großen“ wieder eine Jugendmannschaft, im Jugendklub ist mit Christine Möller von den Eselfreunden frischer Wind eingezogen und nach längerer Vakanz hat die Dorfkirche mit Birgit Wolter wieder eine Pfarrerin. Sogar ein kleiner Dorfladen eröffnete in diesem Jahr. „Wir haben uns in den letzten fünf Jahren bewusst verjüngt. Trotz aller Erfolge gibt es natürlich noch viel zu tun“, sagte Paarens Ortsvorsteher André Barkowski. Mehr Wohnraum müsse geschaffen werden, sowohl für junge Familien, als auch für ältere Menschen, die Pflege benötigen.

Gepflegt gefeiert wurde am Freitagabend mit Tanz, Marionettentheater und einer urkomischen Einlage der „Paarener Freudenspender“.

Von Laura Sander

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