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Schönwalde-Glien Die Suche nach dem perfekten Baum
Lokales Havelland Schönwalde-Glien Die Suche nach dem perfekten Baum
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15:03 22.12.2019
Kräftig zieht Ralf Gerberth an dem Tannenbaum, um ihn in das Netz zu befördern Quelle: Enrico Berg
Schönwalde-Dorf

Tannenbäume soweit das Auge reicht und mittendrin Familie Aschenbrenner aus Charlottenburg. Sie stehen vor dem Baum, den sie gemeinschaftlich ausgesucht haben. Papa Aschenbrenner und Sohn Ole setzten die Säge an und legen sich mächtig ins Zeug. „Das wird jetzt wohl eine Weile dauern, bis wir den Baum durchgesägt haben”, sagt der Familienvater.

Sorgen mit der Säge

Doch es lag nicht an ihrer Kraft oder Technik, sondern an der stumpfen Säge. Also wurde schnell eine neue organisiert und binnen fünf Minuten war die Mission Weihnachtsbaum 2019 für die Berliner Familie erledigt.

„Das ist ein ganz tolles Erlebnis für die Kinder, in meiner Kindheit haben wir auch immer zu Weihnachten einen Baum geschlagen”, erzählt die Mutter.

Familie Aschenbrenner kam aus Charlottenburg, um in Schönwalde-Dorf ihren Weihnachtsbaum zu schlagen Quelle: Enrico Berg

So wie sie haben es auch viele andere Familien gemacht. Am letzten Adventswochenende haben sie die Gelegenheit genutzt und in Schönwalde-Dorf bei Ralf Gerberth den eigenen Weihnachtsbaum geschlagen. Familie Gerberth bot Glühwein, Kakao und alkoholfreien Punsch an. Für den kleinen Hunger gab es Rauchwurst. An einer Feuerstelle konnte man zudem auch Stockbrot backen. Dieses schöne Ambiente war wie ein kleiner Weihnachtsmarkt und rundete das Weihnachtsbaumschlagen gekonnt ab.

Wie ein kleiner Weihnachtsmarkt wirkte das Ambiente auf dem Areal von Ralf Gerberth in Schönwalde-Dorf Quelle: Enrico Berg

Seit über zwanzig Jahre kann man bei Familie Gerberth Weihnachtsbäume selber schlagen. „Wir haben hier Fichten, Kiefern, Blaufichten, Nordmanntannen und Coloradotannen”, erklärt Ralf Gerberth. 1995 hatte er die ersten Pflanzen gesetzt und im Jahr 2000 wurde das erste Mal geschlagen. Da seien die Bäume zwar nur kniehoch gewesen, aber die Nachfrage war schon groß.

Beliebte Blaufichte

Der beliebteste Baum zu Weihnachten sei die Blaufichte, umgangssprachlich auch Blautanne genannt, gefolgt von der Nordmanntanne. „Zu Ostzeiten wurden eher Fichten und Kiefern gekauft, man hatte ja nicht viel Geld und diese Bäume waren nicht so teuer”, weiß Gerberth zu berichten. Später wurde die Auswahl größter.

Geplanter Familienausflug

Wer die Wahl hat, hat bekanntlich auch die Qual. „Wir waren uns schnell einig und haben schon einen Weihnachtsbaum geschlagen, aber nun schauen wir, ob wir nicht noch einen schöneren finden”, sagten Romy und Gunnar Aland aus Falkensee, die zum ersten Mal in Schönwalde-Dorf bei Ralf Gerberth waren. Ihnen gefielen das Selberschlagen des Weihnachtsbaumes und das Drumherum so gut, dass sie im nächsten Jahr mit ihren Kindern und Enkelkindern kommen wollen und so einen vorweihnachtlichen Familienausflug planen.

Kinder werden gefragt

„Die meisten Familien überlassen ihren Kindern die Wahl des Baumes”, ist die Beobachtung von Ralf Gerberth, „es ist nicht sehr förderlich, wenn zu viele Personen einen Weihnachtsbaum aussuchen wollen, das artet meistens im Streit aus. Wir haben hier schon Familien erlebt, die sich so gestritten haben, dass sie nach einer Stunde ohne Baum nach Hause gefahren sind.”

Hitzeschäden an Bäumen

Gerberth weist darauf hin, dass alle Bäume auf dem Areal nicht gespritzt seien. Er überlasse den Bestand der Natur, einmal im Jahr wird mit Kalimagnesia gedüngt, denn das bräuchten die Tannen und Fichten, und einmal jährlich wird gemäht. Allerdings beobachtet er eine Veränderung bei den Bäumen.

„Der letzte Winter, das Frühjahr und der Sommer waren sehr trocken, das ist nicht gut für die Pflanzen. Normalerweise wachsen Blautannen etwa 20 und Kiefern bis zu 50 Zentimeter im Jahr, doch dieses Jahr war das viel weniger als sonst. Einige Fichten und Tannen sind teilweise verdorrt, die meisten haben sich zwar erholt, jedoch sieht man bei einem Teil der Bäume, dass die Nadeln eine gelbliche Färbung bekommen haben.”

Tipps vom Fachmann

Trotzdem hat wohl jeder Besucher an diesem Wochenende seinen Christbaum gefunden. Damit man lange von ihm hat, gab es noch Tipps vom Profi. „Fußbodenheizungen mögen die Bäume nicht so gerne, da werfen sie recht schnell die Nadeln ab”, erklärt Gerberth. „Der Baum sollte in einem Ständer mit Wasser aufgestellt werden, auf keinen Fall sollte man den Baum anspitzen, denn dabei wird die Rinde entfernt und der Weihnachtsbaum kann nicht mehr genug Wasser aufnehmen.”

Von Hannelore Berg

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