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Schönwalde-Glien Festival-Pfarrerin: Nation of Gondwana bekommt eine „Open Church“
Lokales Havelland Schönwalde-Glien Festival-Pfarrerin: Nation of Gondwana bekommt eine „Open Church“
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12:35 18.07.2019
Pfarrerin Birgit Wolter ist als Seelsorgerin auf der „Nation of Gondwana“ in Grünefeld unterwegs. Quelle: Laura Sander
Grünefeld

Es wird geschraubt, gehämmert und gesägt. Kabel werden verlegt, Zeltplätze abgesteckt. Am Wochenende findet am Grünefelder Kiessee zum 20. Mal die „Nation of Gondwana“ statt. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren, Lieferanten säumen die Zufahrt zum Gelände: Mit viel Liebe zum Detail werden Wald und Feld mit Mini-Discokugeln, bunten Stoffbahnen und ausrangierten Kinosesseln ausstaffiert.

Zwischen Bühne, Tanzfläche, Zeltplatz und Bar schlägt in diesem Jahr auch Birgit Wolter ihr Zelt auf. Mit ihr bekommt das Festival erstmals eine eigene Pfarrerin, die jedem zuhört, der reden möchte.

„Ich bin Freitag, Samstag und Sonntag hier, meist über den Tag und ohne feste Öffnungszeiten. Schließlich möchte ich auch mal über das Gelände laufen“, so Wolter, die seit Ende 2017 als Pfarrerin für die Ortsteile Paaren, Grünefeld, Perwenitz, Börnicke und Kienberg zuständig ist.

Wenn die Kirche zu den Menschen kommt

„Es ist für mich das erste Festival überhaupt und ich bin mal gespannt, wie ich mit meiner Open Church ankomme – es ist ein Testballon“, so die Paarenerin, die sich für ihre Zeit auf der „Nation“ extra einen kleinen Altar, ein Kreuz und elektronische Kerzen besorgt hat.

„Das Zelt habe ich mir geborgt, für die Deko sorge ich selbst. Wenn die Menschen nicht in die Kirche kommen, kommt die Kirche eben zu den Menschen“, so die Pfarrerin mit einem Lachen. „Ich weiß, dass vor einigen Jahren hier sogar eine Hochzeit stattgefunden hat. So spontan kann ich das nicht. Aber Paare, die es ernst meinen, kann ich gerne segnen“, sagt Birgit Wolter.

Seit 25 Jahren gibt es die „Nation of Gondwana“, seit 20 Jahren findet das Festival am Grünefelder Kiessee statt. In diesem Jahr erwarten die Veranstalter rund 10 000 Besucher.

Neben der Pfarrerin sind auch in diesem Jahr wieder viele Grünefelder an dem Großereignis beteiligt. Jugendliche helfen beim Aufbau, sie wurden am vergangenen Wochenende mit einem Graffiti-Workshop auf dem Gelände belohnt. Die Grünefelder Feuerwehr ist vor Ort, der ortsansässige Chor eröffnet das Festival mit einem Gospel-Konzert. „Viele Einwohner kommen am Wochenende und mischen sich unter die Besucher. Es ist schön, dass das Festival so gut angenommen wird“, sagt Wolter.

Kiessee wird gereinigt

Nicht zuletzt die gute Zusammenarbeit mit Anwohnern und der Gemeinde sowie viele Aktionen der Veranstalter würden dazu beitragen. Nach jedem Festival-Wochenende mit rund 10 000 Besuchern, sorgen die „Pyonen“, wie sich die Veranstalter nennen, zum Beispiel dafür, dass der Kiessee professionell gereinigt wird.

Birgit Wolter freut sich auf das Wochenende, die Technofans und viele nette Gespräche. Und obwohl das Zuhören wohl die schönste Seite ihres Berufes sei, hat auch Birgit Wolter einiges zu erzählen. Nach dem Studium in Berlin verschlug es sie nach Rom, wo sie auch ihren Abschluss machte. „Damals waren die Chancen, in Berlin oder Brandenburg eine Stelle zu bekommen, gering. Also ging ich nach Italien.“

Nach ihrem Abschluss war sie bei den Waldensern, einer protestantischen Kirche, in verschiedenen Gemeinden tätig, bevor sie 2008 nach Deutschland zurückkehrte. „Ich war anschließend neun Jahre in Sachsen, wollte aber schon lange zurück in die Heimat. Ende 2017 habe ich dann meine Stelle in Paaren angetreten und bin hier sehr glücklich“, so Wolter.

Von Laura Sander

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