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Schönwalde-Glien Grüne Woche: Regionales aus dem Havelland ist gefragt wie nie
Lokales Havelland Schönwalde-Glien Grüne Woche: Regionales aus dem Havelland ist gefragt wie nie
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15:21 26.01.2020
Über die artgerechte Tierhaltung wurde auf der Grünen Woche viel diskutiert. Quelle: privat
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Berlin/Havelland

„Das Interesse der Messebesucher für das Havelland war groß. Familien interessierten sich besonders für Reiterferien. Und es zeichnet sich ein Trend zu Großeltern-Enkel-Reisen ab”, schätzte der Fachbereichsleiter für Land- und Naturtourismus beim Verband pro agro Dennis Kummer am Wochenende zum Abschluss der Grünen Woche in Berlin ein. Auch Einkaufsmöglichkeiten und Nachhaltigkeit seien ein Thema gewesen. Viele würden ihren Einkauf im Havelland zu einem Familienausflug machen, denn neben regionalen Produkten habe man hier wunderbare Ausflugsziele und könne das Nützliche mit dem Schönen verbinden, so Kummer. „Berliner sind wichtig für das Havelland, weil sie dank der unmittelbaren Nachbarschaft den Tagestourismus ankurbeln.“

Vom Kochstudio bis zum Bienenhonig

Die 85. Internationale Grüne Woche mit 1810 Ausstellern aus 72 Ländern ist zu Ende gegangen. In der neuen Brandenburg-Halle waren viele kleine und auch größere Anbieter aus dem Havelland dabei.

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Bäckerhandwerk live

Der Erlebnispark Paaren im Glien bietet sich für solch einen Tagesausflug ins Havelland an. Kein Wunder also, dass mehr als 3500 Jahresprogrammhefte des MAFZ an die Gäste der Messe verteilt werden konnten. Dabei machte man den Besuchern die Biere, Brausen und Säfte der Marke 501 schmackhaft. Viele Berliner Besucher waren erstaunt, was das MAFZ zu bieten hat, und vor allem, dass es ja quasi um die Ecke liegt. Für die kommende BraLa konnte das MAFZ neue Aussteller gewinnen sowie neue Kontakte knüpfen.

Bäckerhandwerk live war beim Bio-Back-Haus aus Wustermark zu bestaunen. Vor den Augen der Besucher entstanden unter anderem Dinkelkeim-Krusten, Dinkelkeim-Krüstchen und Dinkelkeim-Croissants. „Die Nachfrage nach Bioprodukten wird immer größer. Wir werden oft gefragt, welche Rohstoffe wir verwenden, woher diese kommen und wo wir produzieren”, erzählte Bäckermeister Markus Kropp. „Wir arbeiten mit regionalen Bioprodukten und verschicken aus Qualitätsgründen und aus Gründen der Nachhaltigkeit keine Brote durch Deutschland”, so Kropp.

Regional ist das neue Bio

So sieht es auch Imker Michael Meyer aus Kleßen-Görne. Er verkauft seine regionalen Produkte wie Honig, Honig-Met und Honigliköre ausschließlich vor Ort. „Die Besucher waren in diesem Jahr noch mehr an Nachhaltigkeit interessiert als zuvor”, schätzte der Bienenzüchter ein. Die potenziellen Kunden konnten sich bei Verkostungen an seinem Stand von der Qualität der Produkte überzeugen.

Imkerkollege Frank George vom Landesverband Brandenburgischer Imker war zum ersten Mal mit seinen Produkten auf der Grünen Woche und war erstaunt: „Die Leute wissen recht gut über Bienen und Honig Bescheid”, sagte der Bienenfreund. Für ihn persönlich sei „regional das neue Bio“, deswegen versendet er aus Gründen der Nachhaltigkeit ebenfalls seine Produkte nicht. Direktverkauf ist angesagt.

Viele Gespräche mit Verbrauchern geführt

Dass die Grüne Woche weit mehr ist als das Verkosten von Lebensmitteln, weiß die Nauener Landwirtin Cathleen Schneider. Man nutzte die Möglichkeit, um mit den Verbrauchern ins Gespräch zu kommen. „Ich habe etwas über artgerechte Haltung unserer Rinder und das Futter erzählt“, so Schneider. Das sei oft gefragt worden.

Um das Havelland in der Welt bekannter zu machen, wurden 5000 Tüten mit einer Blühsamenmischung an die Besucher verschenkt – eine Gemeinschaftsaktion des Kreisbauernverbandes, des Tourismusverbandes und des Landfrauenvereins. „Die Havelländer Landfrauen und ein Landmann haben die Samen händisch verpackt”, versicherte Cathleen Schneider.

Auch eine politische Grüne Woche

In diesem Jahr sei die Grüne Woche sehr politisch gewesen, meinte Johannes Funke, Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes Havelland. „Die Demonstrationen waren noch nie so groß wie 2020. Daran haben auch Landwirte aus dem Havelland teilgenommen.” Der Protest richtete sich gegen die Landwirtschaftspolitik des Bundes, insbesondere gegen die neue Düngeverordnung, Vorgaben zur Tierhaltung und zu Pflanzenschutzmitteln.

„Die Verbraucher stellen Fragen zur Düngeverordnung. Sie möchten Antworten von uns Praktikern, die täglich damit zu tun haben, denn die Aussagen der Politiker kennen sie ja zur genüge”, erklärte Lars Schmidt, Vorstandsmitglied des Kreisbauernverbandes. „Wir suchen den Dialog mit der Öffentlichkeit, das bietet sich hier auf der Messe geradezu an. Wir haben in Deutschland eine hohe Qualität bei den Lebensmitteln, aber das gibt es nicht zum Nulltarif”, so Schmidt. Wichtig ist ihm, „dass dem Verbraucher klar sein sollte, dass dahinter Menschen stehen, die um ihre Existenzen fürchten und somit um das Wohl ihrer Familien.“

Von Hannelore Berg