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Schönwalde-Glien Jörg Schönberg: „Ich habe einen echten Sozialfimmel“
Lokales Havelland Schönwalde-Glien Jörg Schönberg: „Ich habe einen echten Sozialfimmel“
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07:00 05.08.2019
Jörg Schönberg möchte in den Landtag einziehen. Quelle: Laura Sander
Schönwalde-Glien

An seine Jugend in der DDR kann sich Jörg Schönberg noch lebhaft erinnern. „Es war immer etwas los. Im Grünefelder Jugendklub haben wir regelmäßig was auf die Beine gestellt – da ging die Post ab“, sagt der 57-jährige Kriminalbeamte. Jetzt tritt Jörg Schönberg als Direktkandidat für die Linke im Wahlkreis 6 (Falkensee, Schönwalde-Glien, Dallgow-Döberitz) bei der Landtagswahl an.

„Dass ich Mitglied der SED war, dazu habe ich immer gestanden“

Seit seinem 18. Lebensjahr ist er politisch aktiv. „Ich hatte stets den Drang, etwas zu tun und habe einen echten Sozialfimmel. Dass ich Mitglied der SED war, dazu habe ich immer gestanden“, so der dreifache Familienvater, der in seinem Elternhaus in Grünefeld lebt. In seiner Jugend hatte er sowohl den Vorsitz im Grünefelder Jugendklub inne, auch wirkte er im zentralen Tanzensemble der Freien Deutschen Jugend mit. „Ich habe gerne getanzt und bin 1984 sogar in Berlin aufgetreten. Heute halten mich meine Enkel auf Trab – der Jüngste ist gerade ein Jahr alt geworden.“

Nach der Wende war der Übergang fließend. Der PDS-Mitgliedschaft folgte 2007 sein Eintritt in die Linke. Seit 2014 sitzt Schönberg im havelländischen Kreistag, seit diesem Jahr agiert er zudem auf kommunaler Ebene. „Als Gemeindevertreter ist es mir wichtig, die Dörfer wieder stärker mit ins Boot zu holen. Warum sollen alle Ausschüsse und Sitzungen in der Siedlung stattfinden – mein Ziel ist es, das breiter aufzufächern und die Bürger stärker zu beteiligen“, sagt Schönberg, der seit 1984 bei der Polizei ist und 1988 sein Studium der Staatswissenschaften abschloss.

Erfolgreicher Kampf gegen den Personalabbau

Den Kampf gegen den Personalabbau und für mehr Beförderungen bei der Brandenburger Polizei bezeichnet er als seinen bislang größten politischen Erfolg: „27 Jahre habe ich im mittleren Dienst gearbeitet – ohne Beförderung. Und ich war bei weitem nicht der Einzige.“

Zur Person

Jörg Schönberg ist 57 Jahre alt und lebt in Grünefeld. Er ist verheiratet, hat drei Kinder und drei Enkel.

1981 ging der Havelländer für drei Jahre zur Volksarmee, anschließend zur Polizei. 1988 schloss er sein Studium der Staatswissenschaften erfolgreich ab.

1985 trat Schönberg in die SED ein, war seit 1990 Mitglied der PDS und ist seit 2007 in der Partei Die Linke aktiv. 2009 kandidierte der Grünefelder erstmals für den Brandenburger Landtag.

Von 2009 bis 2014 saß er als sachkundiger Einwohner im Kreistag Havelland, ab 2014 als gewähltes Mitglied. Seit diesem Jahr ist er Gemeindevertreter in Schönwalde-Glien.

Er ist Vorsitzender des Linken-Ortsverbandes in Schönwalde, ist Mitglied im Kreisvorstand sowie im Arbeitskreis der Linken Polizisten Berlin-Brandenburg.

Den Kampf gegen den Stellenabbau habe die Linke zwar angeschoben, die Öffentlichkeitsarbeit jedoch vernachlässigt. „Wir hören zu und kümmern uns, ziehen die Leute mit und keiner bemerkt es“, sagt der Linken-Politiker, der mit der öffentlichen Wahrnehmung seiner Partei schon oft so seine Probleme hatte. Bereits 2016 wurden 600 Polizeibeamte befördert, 2018 schon doppelt so viele. Auf seine Initiative wurde die „Regelbeförderung“ zudem im Landeswahlprogramm der Linken verankert, wie er betont.

Das Ehrenamt verdiene mehr Aufmerksamkeit

Neben der öffentlichen Sicherheit sei es vor allem die Anerkennung für das Ehrenamt, das mehr Aufmerksamkeit verdiene. Er wolle diejenigen politisch unterstützen, die sich ehrenamtlich in der Gesellschaft einbringen – egal, ob bei der Feuerwehr, in Vereinen, Beiräten oder Initiativen. Er wolle den Zusammenhalt in der Gesellschaft verbessern und sich damit dem politischen Rechtsruck entgegenstellen, so Schönberg,

Vor zwei Jahren hatte Jörg Schönberg Silberhochzeit. Seine Frau sei ihm sofort aufgefallen, als sie sich 1991 zum ersten Mal in Nauen über den Weg liefen. An ihre Ohrringe könne er sich noch erinnern, wie am ersten Tag. Sie trafen sich ganz zufällig kurz nach der Wende in Nauen und sind seitdem unzertrennlich. „Sie besuchte mich ein Wochenende lang in Grünefeld und ist nie wieder gegangen. Sie gibt mir Rückhalt“, sagt der Grünefelder.

„Die Familie steht an erster Stelle. Meine Kinder wohnen und arbeiten alle in der Nähe, eine meiner Töchter pendelt nach Berlin“, sagt Jörg Schönberg. In Sachen Busanbindung gebe es zwar noch einiges an Nachholbedarf, dass der Bus von Spandau über Paaren nun auch nach Grünefeld fährt, sei bereits eine große Errungenschaft.

Von Laura Sander

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