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Schönwalde-Glien Saubere Sache: Klärwerk Wansdorf ist 20 Jahre alt
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19:39 05.07.2019
Gehörten zu den Akteuren der ersten Stunde (v.l.): Hans-Joachim Laesicke, Lutz Riedel, Erwin Bathe und Jürgen Bigalke. Quelle: Andreas Kaatz
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Wansdorf

„Es war für die Brandenburger ein absolutes Geschenk.“ Oranienburgs früherer Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke ist immer noch begeistert, wenn er an die 90er-Jahre zurück denkt, als die Planung für das Klärwerk Wansdorf in Angriff genommen wurde. Am 5. Juli 1999 schließlich ging es in Betrieb, reinigte fortan die Abwässer aus Brandenburger Kommunen und aus Spandau. 20 Jahre ist das jetzt her. Am Freitag wurde das Jubiläum gefeiert.

Für Laesicke, der bis Anfang 2018 Vorsitzender der Gesellschafterversammlung der Klärwerk Wansdorf GmbH war, ist das Projekt bis heute ein gutes Beispiel Brandenburger und Berliner Zusammenarbeit, „das weiter Schule machen könnte.“

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Groß Unsicherheit herrschte

Die Idee dafür entstand in einer Zeit, die nicht einfach war. „Es herrschte damals große Unsicherheit. Selbsternannte Experten versuchten jedem Dorfschulzen einzureden, dass ein großer Boom bevor steht und sie große und teure Kläranlagen brauchen“, so Laesicke. Manche hätten sich über den Tisch ziehen lassen.

„Mit den Berliner Wasserbetrieben haben wir dann einen Vertrag auf Augenhöhe abgeschlossen, in dem vereinbart wurde, dass die Brandenburger Kommunen 51 Prozent der Anteile halten“, sagte Laesicke.

Rund 40 000 Kubikmeter Abwasser kommen täglich im Klärwerk Wansdorf an. Aus Brandenburger Sicht gehört das Klärwerk mit seiner Kapazität von 200 000 Einwohnerwerten zu den großen Anlagen. Aus Falkensee kommen täglich 6000 Kubikmeter.

Das Besondere: Um eine 100-prozentige Auslastung zu erreichen, wurde vereinbart, dass die Brandenburger Orte ihr komplettes Abwasser einleiten und die Kapazität dann mit Abwasser aus Spandau ausgeschöpft wird. 110 Millionen DM hatte das Klärwerk damals gekostet, das mitten auf den früheren, 120 Hektar großen Rieselfeldern entstanden ist.

Großteil aus Brandenburg

Machte das Spandauer Abwasser anfangs zwei Drittel aus, hat sich das Verhältnis mittlerweile umgekehrt. Der Großteil kommt jetzt aus dem Umland. Zu den Kommunen dort gehören Falkensee, Oranienburg, Schönwalde-Glien, Dallgow-Döberitz (außer Seeburg), Velten, Leegebruch und Hennigsdorf. 40 000 Kubikmeter Abwasser fallen jeden Tag an.

Auch für die Stadt Falkensee, die kurz nach der Wende einen Anschlussgrad ans zentrale Netz von nur 17 Prozent hatte, stand die Frage, wie man mit dem Thema Entsorgung künftig umgeht. „Ein eigenes Klärwerk nur für uns allein zu bauen, wäre unwirtschaftlich gewesen“, sagte der damalige Bürgermeister Jürgen Bigalke am Freitag.

„Super Vorhaben“

Er erinnert sich noch gut an die verfahrene Situation. Sowohl von den Berliner Wasserbetrieben als auch von Seiten der Kommunen gab es Rückübertragungsansprüche auf die Flächen der Rieselfelder. Mit dem Vertrag wurde dann der gordische Knoten gelöst. „Wir zogen die Ansprüche zurück. Es war von Anfang an ein super Vorhaben“, lobte Bigalke das Klärwerksprojekt. Laesicke und er gehören zu den Gründungsmitgliedern.

Das Klärwerk Wansdorf ist das kleinste von insgesamt sechs Klärwerken, das die Berliner Wasserbetriebe betreiben. In den 20 Jahren wurden 260 Millionen Kubikmeter Abwasser gereinigt, was in etwa dem zehnfachen Volumen des Tegeler Sees entspricht.

Letzte Rate gezahlt

Anlässlich des Jubiläum konnte Frank Bruckmann von den Berliner Wasserbetrieben verkünden, dass jetzt die letzte Rate gezahlt wurde und der Kredit zum Bau des Klärwerks damit getilgt ist.

Aber es wurde und es wird weiter investiert. Wie Olaf Müller sagte – er ist gemeinsam mit Ulrike Franzke Geschäftsführer der Klärwerks GmbH – soll bis 2027 eine zusätzliche Reinigungsstufe entstehen, damit das Wasser noch sauberer wird.

Von Andreas Kaatz

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