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Schönwalde-Glien Nach 20 Jahren Protest: Landesstraße 16 wird saniert
Lokales Havelland Schönwalde-Glien Nach 20 Jahren Protest: Landesstraße 16 wird saniert
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16:39 14.05.2019
Bürgermeister Bodo Oehme und Ines Jesse, Staatssekretärin des Ministeriums für Infrastruktur und Landesplanung bei der Begehung der L 20. Quelle: Jan Russezki
Schönwalde-Glien

 Wenn die Ampel auf der Landesstraße 16 zwischen Schönwalde und Pausin auf rot schaltet, bricht das Chaos aus. Traktoren schieben sich auf der zu engen Straße an wartenden Lkw vorbei und beschädigen Bäume.

Ungeduldige Autofahrer fahren aus vierter Reihe über rot. Kopfsteinpflaster und Wurzeln brechen unter dem Asphalt hervor. Ein Zustand, den nun auch das Land Brandenburg ändern will.

Seit 20 Jahren thematisiert Bürgermeister Bodo Oehme den „unzumutbaren Zustand“ der L 16. „Man sieht wie die Borde abbrechen und sich die Straße auflöst“, sagt er bei der Begehung der Landesstraße am Dienstagmorgen. Seit November 2018 wird an der Brücke zwischen Schönwalde und Bötzow gebaut.

Der Verkehr wird über die L 16 umgeleitet. Die Zahlen der über die Straße rollenden Fahrzeuge unterscheiden sich. Klar ist, dass nach nur einem halben Jahr die Straße so überstrapaziert ist, dass die Bankette neben der Straße unbefahrbar sind. Lkw kommen kaum noch aneinander vorbei. Eine Ampel wurde aufgestellt.

Wie es mit der Landesstraße 16 weitergeht

„Wie geht es mit der L 16 weiter?“, fragt Bodo Oehme die Staatssekretärin des Ministeriums für Infrastruktur und Landesplanung Ines Jesse (SPD). Sie ist seiner Einladung zur Besichtigung der Straße gefolgt – und bringt gute Nachrichten mit.

Das Land Brandenburg hat für 2019 etwa 620 für den Straßenbau zur Verfügung. Davon soll auch die L 16 saniert werden: „Wir haben eine kurzfristige Maßnahme für dieses Jahr und eine langfristige für 2022 geplant“, sagt Ines Jesse.

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Kurzfristig soll das Chaos auf der Umleitung behoben werden. Weil die Ränder der Straße ein Sicherheitsrisiko darstellen, wurde sie mit einer Ampelschaltung auf 700 Metern zu einer Spur verengt. Die Ampel schaltet jedoch fehlerhaft, was zu langen Wartezeiten führt. Das soll in Zukunft behoben werden. „Die Ampel muss wieder weg“, sagt Ines Jesse.

Kurzfristige Vollsperrung im Juni

Aktuell ist die Fahrbahn an einigen Stellen gerade mal 4,50 Meter breit. Das ist für zwei Lkw mit durchschnittlich 2,55 Meter Breite zu eng. Für vier Millionen Euro soll deswegen die Landesstraße verbreitert werden. Besonders der Kurvenbereich soll eine neue Asphaltschicht bekommen.

Hier wird es eng: An einigen Stellen auf der L 20 ist die Fahrbahn nur 4,50 meter breit. Für zwei große Fahrzeuge ist da kein Platz. Quelle: Jan Russezki

Ines Jesse weist aber darauf hin, dass das auch mit einer fünftägigen Vollsperrung einhergehe. „Zwischen dem 3. und 7. Juni muss die Baustelle über Falkensee umfahren werden“, sagt sie. Damit wären mit der Baustelle auf der L 20 Richtung Bötzow zwei Landesstraßen gesperrt.

Langfristige Sanierung 2022

Mit neuen Änderungen im Planungs- und Baukonzept sei die Landesstraße 16 als Umleitungsstrecke nun in seiner Priorität gestiegen und in das Bauprogramm gerutscht. Sie soll deswegen auch langfristig befahrbar bleiben. „Die Strecke zwischen Wansdorf und Schönwalde soll grundhaft saniert werden“, sagt die Staatssekretärin.

Darum ist die L 16 so kaputt

Die Landesstraße 16 zwischen Schönwalde-Glien und Wansdorf wurde 1897 eingeweiht. 1904 wurde die Straße mit kleinem Kopfsteinpflaster ausgebaut.

Das Problemder L 16 ist, dass das alte Kopfsteinpflaster nicht für das Gewicht eines Lkw ausgelegt ist. Auch die Asphaltschicht, die in einer dicken Schicht darüber gelegt wurde, bietet nicht genug Stabilität.

Die Folge ist, dass die Fahrbahn an einigen Stellen absinkt und aufbricht. So entstehen Schlaglöcher und Abbruchkanten, die die Verkehrssicherheit gefährden.

Im nächsten Jahr will das Land „richtig Geld in die Hand nehmen“ und mit der Planung beginnen. 2022 soll dann auf den 4,7 Kilometern gebaut werden. Kosten oder konkrete Bauvorhaben stehen aber noch nicht fest.

Herausforderung Straßenbau

Was feststeht: „In der Konsequenz bedeutet das aber auch, dass viele Bäume gefällt werden, die nah an der Straße stehen“, merkt Ines Jesse an. Der Baubeginn 2022 könne nur eingehalten werden, wenn es keine Probleme, wie bei dem Ausbau der Spandauer Straße in Falkensee gäbe. Dort hatte sich eine Bügerinitiative für den Erhalt von 100 Linden gebildet. So etwas würde den Bau verzögern.

Schlaglöcher, Schotter und Abbruchkanten gefährden die Verkehrssicherheit auf der L 20 zwischen Schönwalde und Wansdorf. Quelle: Jan Russezki

Viele Anwohner hoffen auf den Ausbau. Die Abbruchkanten am Straßenrand sind an einigen Stellen bis zu 8 Zentimeter hoch. Anwohner berichten von Steinschlägen und Unfällen. Auch von den Wartezeiten an der Ampel sind sie genervt: „Ich warte hier ständig 5 bis 6 Minuten und mein Auto leidet schon unter der kaputten Straße“, sagt Holger Fismer aus Schönwalde.

Von Jan Russezki

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