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Schönwalde-Glien Nation of Gondwana: 10.000 feiern ausgelassen am Kiessee
Lokales Havelland Schönwalde-Glien Nation of Gondwana: 10.000 feiern ausgelassen am Kiessee
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11:07 22.07.2019
Die Nation of Gondwana fand bereits zum 20. Mal im Havelland statt. 10 000 Besucher kamen, um gemeinsam zu feiern. Quelle: Enrico Berg
Grünefeld

Das größte Open-Air-Festival im Havelland fand am Wochenende am Grünefelder Kiessee statt. Mit einem Schlag bescherte die Nation of Gondwana dem 400-Seelen-Dorf rund 10 000 Besucher. In Grünefeld hat die Nation ihr Zuhause gefunden. Seit 20 Jahren reisen Festivalfans aus der ganzen Welt an, um auf einer Waldlichtung zu elektronischen Tönen zu tanzen, gemeinsam das Leben und die Musik zu feiern.

Evakuierung am Samstagabend

Traumfänger, bunte Bänder und Lichtinstallationen gaben dem Gelände in der Dunkelheit seinen besonderen Flair. In schrillen Outfits wurde getanzt. Auf zahlreichen Sofas und Sesseln konnte gemütliche eine Pause eingelegt werden, auf dem Campingplatz war vom kleinen Zwei-Mann-Zelt bis hin zum Wohnmobil alles vertreten.

Das größte Open-Air-Festival im Havelland fand am Wochenende am Grünefelder Kiessee statt. Mit einem Schlag bescherte die Nation of Gondwana dem 400-Seelen-Dorf rund 10 000 Besucher, die ausgelassen feierten. Eine kurze Tanzpause brachte den Techno-Fans die amtliche Unwetterwarnung ein.

Auch von der und zweistündigen Festival-Pause am Samstagabend ließen sich die Besucher nicht beeindrucken. Aufgrund von Unwetterwarnungen wurde das Gelände geschlossen, alle Festivalbesucher wurden evakuiert und in öffentlichen Gebäuden untergebracht. Im Anschluss wurde weitergefeiert.

Mit Hilfe der Grünefelder Feuerwehr, die das Gelände am Wochenende absicherte, klappte die Evakuierung reibungslos. „Die Zusammenarbeit mit der Gemeinde ist großartig, es sind viele Auflagen zu erfüllen, wie der Brandschutz”, sagte Veranstalter Markus Osservorth, der gemeinsam mit seinem Team für das Sicherheitskonzept zuständig ist. „Nach 25 Jahren Nation of Gondwana hat man seine Erfahrungen gesammelt”, erklärt Ossevorth.

130 Grünefelder packten mit an

Wie leer gefegt. Am Samstagabend musste das Festivalgelände evakuiert werden. Es lag eine amtliche Unwetterwarnung vor. Quelle: Julian Stähle

Auch Angela Carruta zieht es immer wieder ins Havelland. Sie kam zum dritten Mal zur Nation. „Ich habe vor vier Jahren ein Wohnmobil gekauft, das ist ideal für solche Events”, so die 28-jährige Berlinerin. „Es ist schon komfortabler in einem Wohnmobil zu schlafen als in einem Zelt auf dem Boden”, gibt sie zu. Besonders gefiel ihr die bunte Mischung des Publikums. „Es ist ein sehr authentisches, familiäres Festival und man trifft immer wieder bekannte Gesichter“, so die Berlinerin.

Mit sieben Freunden ist Merle Schmitz mit der Bahn nach Nauen gereist. Von dort haben sie den Shuttlebus zum Festivalgelände genommen. „Die Organisation hier ist echt klasse, alles funktioniert wie am Schnürchen”, sagte die junge Frau.

Grillstand und Erinnerungsstätte

Mit ihren 68 Jahren gehört Anna Vitiello aus Löhne zu den Festival-Urgesteinen. Ihr 2009 verstorbener Sohn Gianni Vitiello war jahrelang als DJ bei der Nation of Gondwana aktiv, in einem Tipi erinnert sie nun Jahr für Jahr an ihn. „Es finden sich hier Freunde von Gianni ein und feiern ihm zu Ehren an diesem Platz”, erklärte Anna Vitiello. Es sei schön, dass nach all den Jahren immer noch so viele Menschen an ihn denken. „Aber ich werde später auch noch tanzen, denn das ist ein Muss für mich auf der Nation”, so Vitiello.

Zur Nation gehört traditionell auch der Grillstand des Fördervereins der Freiwilligen Feuerwehr Grünefeld. „8000 Brötchen und 500 Schmalzstullen haben wir geschmiert”, berichtete Madita Schulz vom Förderverein. Hinzu kamen noch knapp 6000 Bratwürste und Nackensteaks, Croissants, 1500 gekochte Eier, Obst und literweise Kaffee. Mit 120 Helfern sorgten sie, wie auch in den vergangenen Jahren, für eine 24-Stunden-Versorgung der Festivalbesucher. Die Einnahmen kommen den Projekten des Fördervereins zugute.

„Open Church“ zieht verliebte an

Mit ihrer „Open Church” war Pfarrerin Birgit Wolter als Festivalseelsorgerin zum ersten Mal mit dabei. „Ein Paar möchte sich von mir segnen lassen und ein junger Mann möchte getauft werden. Für das nächste Jahr habe ich bereits die Anmeldung für eine richtige Trauung hier auf dem Gelände”, sagte Wolter.

Von Hannelore Berg

In einer Woche ist es soweit. Dann gehen in Schönwalde-Glien wieder zahlreiche kreativ gestaltete Seifenkisten an den Start. Zum elften Mal gibt es das Seifenkistenrennen, das traditionell vom „Vroom-Team Havelland“ organisiert wird und sich immer größerer Beliebtheit erfreut.

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