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Schönwalde-Glien Schlachtefest: Fleischer geben Einblick in ihr Handwerk
Lokales Havelland Schönwalde-Glien Schlachtefest: Fleischer geben Einblick in ihr Handwerk
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19:48 27.10.2019
Fleischermeister Andi Neumann aus Baruth und sein Team bei der Herstellung einer luftgetrockneten Salami. Quelle: Enrico Berg
Paaren im Glien

Ob Eisbein, Grützwurst, Knacker, Grünkohl, Sauerkraut oder andere leckere Sachen – fast jeder Besucher fand beim Brandenburger Schlachtefest am Wochenende in Paaren seinen lukullischen Favoriten. Zum 23. Mal erwies sich die Veranstaltung als Besuchermagnet.

Viele Menschen hatten sich auf den Weg gemacht, um althergebrachte Fertigkeiten des Ernährungshandwerks hautnah zu erleben. Rund 40 Genusshandwerker aus dem ganzen Land präsentierten eine Vielfalt an Produkten und Know-how. In der Brandenburghalle und der Erlebnishalle zeigten sie, was sie zu bieten haben und wie es hergestellt wird. Bei Livemusik und einem bunten Programm labten sich die Gäste an den regionalen Spezialitäten.

Zerlegt und vor Ort verarbeitet

Großen Zulauf hatte in diesem Jahr wieder die traditionelle Hausschlachtung von Fleischermeister Andi Neumann aus Baruth. In historischer Berufskleidung zeigten der Fleischer und sein Team, wie ein Schwein zerlegt wird. Im Anschluss wurde das Fleisch vor Ort verarbeitet. Dieses Jahr stellten sie vor den Augen der interessierten Gäste eine luftgetrocknete Salami her.

Ob Eisbein, Grützwurst, Knacker, Grünkohl, Sauerkraut oder andere leckere Sachen: Rund 40 Genusshandwerker aus dem ganzen Land zeigten am Wochenende eine Vielfalt an Produkten und handwerklichem Know-how.

„Die Grundlage ist wie Hackepeter, nur schärfer gewürzt. Für die rote Farbe der Salami fügt man Salpeter dazu, dann wird die Masse gut gepresst, damit keine Lufteinschlüsse entstehen, bevor sie in den Darm gefüllt wird”, erklärte der Fleischermeister.

Wurst zur Verkostung

In der gläsernen Metzgerei stellten Ingo Noack, Inhaber von Festtagsbetreuung aus Freienbrink, und die Fleischermeister Thomas und Thilo Franke Gerichte aus Wildbret her. Dort zerlegten sie vor den Augen der Zuschauer ein Wildschwein und verarbeiteten danach alles. So gab es gefüllte Paprika, Wildgulasch mit Rotkohl und Kartoffeln.

An mehreren Ständen wurden die Besuchern diverse Wurstsorten vom Wild wie Leberwurst, Salami, Bierschinken oder Schinken zur Verkostung gereicht. Und auch in diesem Jahr suchte die Fleischerinnung Berlin die beste Knacker und die beste Boulette. Die Besucher konnten nach der Verkostung ihre Stimme für ihren persönlichen Favoriten abgeben.

Von der gläsernen Produktion begeistert

Jaqueline und Christoph Geier sind aus Bottrop und waren gerade zu Besuch bei Bekannten in Nauen. Dort hatten sie vom Schlachtefest erfahren. „Wir kennen das so nicht, in unserer Region gibt es keine Schlachtefeste. Das ist schon für die Besucher sehr gut gemacht. Besonders von der gläsernen Produktion waren wir begeistert“, berichtete das junge Paar.

Justin Hosseini aus Neuruppin ist Fleisch-Sommelier. Bei Rind, Schwein, Lamm und Geflügel kennt er sich bezüglich der Rassen bestens aus. Je nach Fütterung, Reifung und Zubereitungsart ist die Sensorik des Fleisches völlig unterschiedlich, wie er sagt. Er präsentierte sein Können und Fachwissen bei der Zerlegung einer Schweinehälfte eines Temnitzer Freilandschweins.

Frische Luft gut fürs Fleisch

Dieses stammte von Erzeuger Elmar im Brahm aus Temnitztal bei Neuruppin. Seit Anfang des Jahres setzt er auf eine artgerechte Tierhaltung auf dem Feld. Die Borstentiere sind Sommer wie Winter draußen. Den ganzen Tag frische Luft, das wirke sich auf die Fleischqualität positiv aus, meinte er.

Zum ersten Mal waren Mike und Sabine Prickartz aus Berlin mit ihren beiden Söhnen zu Besuch auf dem Schlachtefest. „Es ist interessant zu sehen, wie eine Schweinehälfte zerlegt wird. Das Angebot ist reichhaltig. Toll ist, dass man an einigen Ständen verkosten darf“, sagte der Familienvater.

Äpfel wurden bestimmt

Neben Fleischern waren beim Fest auch Fischer, Bäcker und Imker vertreten. Und wer genug von tierischen Produkten hatte, konnte sich bei Hilmar Schwärzel von der Obstbauversuchsstation in Müncheberg beraten lassen. Er zeigte einen kleinen Auszug aus der Vielfalt der Äpfel. Der promovierte Obstbauer gab Tipps zur Sortenbestimmung und Düngung des Kernobstes. Die Besucher konnten Äpfel aus ihrem Garten mitbringen und die Sorte bestimmen lassen.

Ausrichter des Festes waren in diesem Jahr der Verband Pro agro sowie der Landes-Jagd-Verband und die Fleischerinnung Berlin. „Wir sind stolz, die Pflege des Handwerks und neue Produkte hier beim 23. Schlachtefest präsentieren zu können“, berichtete Martin Stock, Geschäftsführer der Fleischerinnung Berlin. „Das MAFZ ist sehr flexibel und hat ganze Arbeit geleistet. Alles hat perfekt funktioniert“, lobte Stock die Zusammenarbeit.

Von Hannelore Berg

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