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Schönwalde-Glien Mehr als 2000 Rassekaninchen zum Anfassen
Lokales Havelland Schönwalde-Glien Mehr als 2000 Rassekaninchen zum Anfassen
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17:09 01.12.2019
Für die kleinen Besucher waren die Langohren einfach nur süß und knuddelig. Streicheln war erlaubt. Quelle: Enrico Berg
Paaren im Glien

„Seit zwei Jahren züchte ich Farbenzwerge – Farbschlag weißgrannen havanna.“ Stolz schwang in der Stimme der 14-jährigen Alina Sophie Finke aus Barnim mit. „Ich habe mir schon immer ein Kaninchen gewünscht, mein Onkel hat mir dann ein Havanna geschenkt, damit hat alles angefangen.“ Die junge Alina Sophie weiß für ihr Alter bereits viel über Kaninchen, deren artgerechte Haltung, Pflege und die Zucht. Sie hat von „den alten Hasen“ gelernt, denn die ganze Familie befasst sich mit Kaninchen.

Heinz Ziegelt mit einem „Deutscher RIese gelb“ Quelle: Enrico Berg

„Auch wir haben Nachwuchssorgen. Um so schöner, dass 234 Tiere von der Jugend zur Schau gemeldet wurden”, erklärte Heinz Ziegelt, 2. Vorsitzender der Preisrichter-Vereinigung Berlin Brandenburg. Am Wochenende war er im Erlebnispark in Paaren im Glien bei der 29. Landesverbandsschau der Rassekaninchenzüchter Berlin-Mark Brandenburg dabei.

Von Angora bis Zwergwidder

Von A wie Angora-Kaninchen bis Z wie Zwergwidder-Kaninchen konnten die Besucher fast alles sehen, was es an Rassen so gibt. 402 Aussteller hatten 2736 Tiere in 161 Rassen und Farbschlägen zur Landesverbandsschau gemeldet. Auch vier Neuzüchtungen, wie die Zwergwidder-Angora Kaninchen, wurden präsentiert.

Produkte aus Kaninchenfell sowie Produkte aus Naturmaterialien waren zu sehen. Quelle: Enrico Berg

Der Laie staunt über die Vielfalt: Es gibt es große, mittelgroße und kleine normalhaarige Rassen, Normalhaar-Zwergrassen, Haarstrukturrassen (Satinrassen), Langhaar- und Kurzhaarrassen. Jeder Züchter möchte seine Häsinnen und Rammler von der besten Seite präsentieren. Also werden im Vorfeld so einer Schau die Krallen auf eine geeignete Länge gestutzt und das Fell gut durchgebürstet, um lose, abgestorbene Haare zu entfernen.

Krallen und Zähne werden geprüft

Dann schauen sich die Preisrichter die Mümmelmänner genau an: „Wir prüfen Krallen und Zähne, das Geschlecht, Körperform und -bau, die Behaarung, die Kopf- und Ohrenform sowie die Ohrenlänge und den Farbschlag. Wichtig ist, dass die Tiere gesund sind und den jeweiligen Rassestandards entsprechen”, erklärte Heinz Ziegelt. „Vorzüglich” ist die höchste Auszeichnung, die ein Langohr bekommen kann.

Die Protagonisten der Schau sitzen während der zweitägigen Schau in ihren Käfigen und mümmeln vor sich hin. Einige sind ruhig und relaxt, andere aufgeregter, weiß der Experte. Manche Kaninchen sind richtige Kawentsmänner. Heinz Ziegelt nahm eine Häsin auf den Arm, eine „Deutscher Riese gelb“. „Sie ist acht Monate alt und wiegt 8,6 Kilogramm. Aber diese Rasse kann bis zu elf Kilogramm schwer werden”, so der Fachmann.

Kaninchen sind auch Nutztiere

Dass ein Züchter mal die Rassen wechselt, kommt auch vor. „Ich finde einfach keine Abnehmer mehr für die Angorawolle”, sagte Rita Knappe aus Berlin. Sie züchtet seit 35 Jahren Kaninchen, werde aber jetzt aufgrund der geringen Nachfrage von Angora-Kaninchen Abstand nehmen und die Rasse wechseln. Aber es wird auf keinen Fall eine Langhaar-Rasse werden”, ergänzte sie.

Für die meisten Züchter sind ihre Tiere keine Schmuse-, sondern Nutztiere. Also werden die Langohren auch geschlachtet. Das Fleisch wird verzehrt und das Fell verarbeitet. Die Handarbeits- und Kreativgruppe des Landesverbandes stellte bei der Landesverbandsschau einige dieser Produkte vor: So kann das Fell gegerbt werden und Mützen und Westen können daraus entstehen.

Tipps von Profis

Die Besucher in der Brandenburghalle an beiden Tagen waren größtenteils Fachpublikum und private Züchter.

Das Publikum bestand zum großen Teil aus Fachbesuchern und Züchtern. Quelle: Enrico Berg

Händler mit Produkten für die Kaninchen- und Kleintierzucht präsentierten ihre Angebote. Auch Zuchttiere standen zum Verkauf. „Wir haben heute zwei Großchinchillas gekauft, um neues Blut in unseren Stall zu bringen”, erzählte Familie Künzel aus Raddusch. Sie züchten seit 2016 und waren extra aus dem Spreewald nach Paaren gekommen. „Die Leute sind nett und wir haben gute Tipps von den Profis bekommen.“

Von Hannelore Berg

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