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Schönwalde-Glien Hier fließt kein Bier mehr: In Pausin sterben die Kneipen aus
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14:23 05.02.2020
Der Gasthof Pausin ist geschlossen. Inhaber Reinhard Pleßow ging in Rente und fand keinen Pächter. Quelle: Vivien Tharun
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Pausin

Pausins Ortsvorsteher Knut Fröhlich-Leitert ist etwas betrübt, wenn er an die Gaststätten im Ort denkt: „Im Dezember hat der Gasthof dicht gemacht“, sagt Fröhlich-Leitert. Seitdem würde gerade für die nicht mobilen Menschen im Ort ein Restaurant fehlen. „Es ist traurig, dass es den Gasthof nicht mehr gibt. Er war gut besucht.“ Seit der Schließung habe er öfter gehört, dass Pausiner den Gasthof vermissen würden. „Man merkt deutlich, dass etwas fehlt“, heißt es oft.

26 Jahre gab es den Gasthof. Es war ein Familienbetrieb. Der Inhaber ist nun in Rente – einen Nachfolger für seinen Betrieb hat er nicht gefunden.

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Letzte Bastion „Auszeit“

In dem rund 850 Einwohner zählenden Dorf Pausin gibt es derzeit noch den Imbiss „Auszeit“. In der kleinen Holzhütte sind die Klassiker Bratwurst und Pommes Frites erhältlich. Inhaber Andreas Rusch sagt, das Publikum des Gasthofs und des Imbiss seien unterschiedlich. „Bei uns gibt es klassisches Imbiss-Essen – das ist mit dem Gasthof nicht vergleichbar“, sagt er. Rusch sei selbst schon im Gasthof essen gewesen. Er wünscht sich, dass die Pausiner die Angebote im Ort generell mehr unterstützen: „Das gilt auch für den Einkaufsladen hier.“

Er selbst musste die „Auszeit“ schon mal zwei Monate schließen, weil ihm Personal fehlte. „Dann hat die Karo, eine Freundin von mir, gesagt, dass sie dort anfangen würde“, erzählt Rusch. „Ohne sie könnte ich den Laden dicht machen.“

Abendliches Grillen ist geplant

Der Imbiss wird gern von Handwerkern und anderen Personen auf ihrer Durchfahrt besucht. Eine Regelmäßigkeit sei dabei aber nicht festzustellen. „Daher haben wir am Wochenende nun geschlossen“, sagt Rusch. Das sei sicherlich schade, für die ein oder andere Radfahrgruppe, die dann vorbei käme, aber leider nicht zu ändern. „Für die Wochenenden fehlt es auch an zusätzlichem Personal“, so Rusch.

Der Imbissbetreiber zog vor 27 Jahren von Berlin nach Pausin. „Ich fühle mich hier pudelwohl und möchte nicht weg“, sagt er. Für die Zukunft bleibe jetzt nur, zu gucken, wie sich alles entwickelt. „Es wird in der ’Auszeit’ das ein oder andere Event, wie abendliches Grillen geben“, sagt der Inhaber. Dann müsse geschaut werden, wie die Einwohner es annehmen. Eine kleine Gruppe Pausiner käme schon fast jeden Freitagabend zum Imbiss, was Rusch freut.

Wunsch: Gastronomie in der Waldschule

Ortsvorsteher Knut Fröhlich-Leitert hofft, dass es in Pausin etwas lebhafter wird. „Den Anfang könnte ein kleines Café machen, das recht neu hier im Ort ist“, erzählt er. Dorthin wolle er bald einmal gehen. Ein weiterer Wunsch sei, dass in der Waldschule an den Wochenenden Gastronomie möglich wäre. Damit auch diese Tage in Pausin gastronomisch abgedeckt sind. „Aber das ist leider nicht einfach umzusetzen“, weiß der Ortsvorsteher.

Von Vivien Tharun