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Schönwalde-Glien Kurt Hartley geht in den Ruhestand
Lokales Havelland Schönwalde-Glien Kurt Hartley geht in den Ruhestand
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18:10 29.12.2019
Kurt Hartley war seit 2003 stellvertretender Bürgermeister in Schönwalde-Glien. Der 31. Dezember 2019 ist offiziell sein letzter Arbeitstag. Quelle: Vivien Tharun
Schönwalde-Glien

Viele Veränderungen im Ort hat er gesehen und vorangetrieben. Doch jetzt ist –zumindest mit dem bürokratischen Teil – Schluss: Schönwaldes stellvertretender Bürgermeister Kurt Hartley geht in den Ruhestand. „Mein letzter offizieller Arbeitstag ist am 31. Dezember“, sagt Hartley. Die Verabschiedungsfeier war schon vor zwei Monaten im Schwanenkrug.

Seit dem Jahr 1990 ist Kurt Hartley in der Kommunalpolitik tätig gewesen. Geplant war das ursprünglich gar nicht. „Ich bin in Paaren geboren und aufgewachsen“, sagt Hartley. Schon seine Vorfahren waren im Havelland ansässig. Bis Sommer 1968 besuchte er die Grundschule in Perwenitz und wechselte dann an die Erweiterte Oberschule Nauen. „Dort habe ich Abitur gemacht.“

Auch die Schulen haben profitiert

Sein Gespür für Zahlen setzt er heute für Förderanträge der Gemeinde ein. Von Hartleys Wissen über Fördertöpfe haben viele Einrichtungen der Gemeinde profitiert: wie die Kita Sonnenschein, die Grundschule in Perwenitz oder die Grundschule „Menschenskinder“ . Gemeindemitarbeiterin Odett Schnegula nennt ihn durch seine ruhige Ausstrahlung und sein Fachwissen „die Seele des Hauses“.

Nach der Schulzeit war Kurt Hartley zunächst jedoch militärisch gefragt: „In Groß Behnitz war ich in der taktischen Raketenabteilung und habe Flugbahnen berechnet“, sagt Hartley. Und wenn er nicht rechnete, musste er zum Trainingslauf.

Maschinenbau studiert

Statt für Politik interessierte er sich damals für Maschinenbau und studierte nach seiner Zeit beim Militär von 1974 bis 1978 in Magdeburg die „Grundlagen des Maschinenbau“ mit der Spezialrichtung „Apparate- und Anlagenbau“.

Seine Diplomarbeit steht noch bei ihm zu Hause in seinem Büchersortiment. Ihr Titel mag für manche verwirrend klingen: „Einfluss der Korngröße auf den mittleren spezifischen Kuchenwiderstand alpha“ heißt sie. „Ich habe mich darin mit Filterprozessen beschäftigt“, sagt Hartley.

Schwenk zur Politik

Nach mehreren Jahren beim „Landtechnischen Industrieanlagenbau Nauen“ war es der Fall der Mauer, der bei Kurt Hartley den plötzlichen Schwenk zur Politik bewirkte. „Über Nacht sind 75 Prozent der Industriebetriebe hier verloren gegangen. Mein Betrieb stellte sich auf Container um.“ Hartley zog aus dieser Veränderung seine Konsequenzen: Er kündigte und kandidierte als Bürgermeister für Paaren. „Ich war vorher schon in der Gemeinde tätig“, sagt er.

Dieser Schritt schien ihm der richtige zu sein. Die Arbeit, die das nach sich zog, hatte er da noch nicht erahnen können. Durch die Wende kam die erste Gebietsreform und er wurde 1992 Amtsdirektor. Jedes Grundstück im Amts- oder Staatsbesitz musste in das Rechtssystem der Bundesrepublik überführt werden. Hilfskräfte waren nötig, um alle Akten abzuarbeiten.

Bürgermeister in Paaren

„Alle in der Verwaltung haben durch die Wiedervereinigung bei ,null’ angefangen. Jeder musste erst lernen, wie alles läuft“, erinnert sich Hartley. Während er Bürgermeister für Paaren war, amtierte in Schönwalde Bodo Oehme. Die beiden kennen sich seit 1992 und kommen trotz verschiedener Parteizugehörigkeit gut miteinander aus.

Hartley ist in der SPD, Oehme in der CDU. Im Jahr 2000 unterstützte Oehme Hartleys Wiederwahl zum Amtsdirektor. Eine weitere Gemeindegebietsreform machte die beiden kurzzeitig zu Konkurrenten, da sie sich 2003 beide zur Bürgermeisterwahl stellten. „Die Situation war der Sache geschuldet, dass Herr Oehme automatisch aus seinem Bürgermeisteramt in Schönwalde heraus kandidierte und ich für meine Partei antrat“, sagt Hartley.

Meistens waren sie sich doch einig

Bodo Oehme gewann die Wahl und Hartley ist seitdem sein Stellvertreter. Laut Oehme waren sich die beiden nicht immer in Einzelheiten einig, im Großen und Ganzen aber doch: „Kurt Hartley verlässt die politische Bühne – schade. Mit ihm verlieren wir einen besonnenen, loyalen und wissenden Verwaltungsangestellten“, sagt Bürgermeister Oehme.

Von Vivien Tharun

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