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Schönwalde-Glien Seit 25 Jahren Streitschlichter
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21:47 08.12.2019
Claudia Cerreto, Direktorin des Amtsgerichts Nauen, überreichte Peter Blaudszun die Dankurkunde des Landes Brandenburg für seine 25-jährige ehrenamtliche Tätigkeit als Schiedsmann in Schönwalde-Glien. Quelle: Enrico Berg
Schönwalde-Glien

Manchmal kommt es unter Nachbarn zu Konfliktsituationen, die so verhärtet sind, dass die Parteien sich zerstreiten und keine Lösung finden. Um eine Einigung zu erlangen, bedarf es einer unparteiischen dritten Person.

Hier tritt Peter Blaudszun auf den Plan. Er ist Schiedsmann in Schönwalde-Glien und versucht, Streitigkeiten zwischen Kontrahenten zu schlichten. „Schlichten ist besser als Richten“, ist sein Credo. Seit einem Vierteljahrhundert ist Blaudszun ehrenamtlicher Streitschlichter in Schönwalde-Glien.

Fingerspitzengefühl und Schmerzfreiheit nötig

„Fingerspitzengefühl, Empathie, Fachkompetenz und eine gewisse Schmerzfreiheit sind bei der Arbeit als Schiedsperson unerlässlich und Peter Blaudszun besitzt genau diese Fähigkeiten”, so Claudia Cerreto, Direktorin des Amtsgerichts Nauen.

Bei dem jährlichen Treffen, der momentan 15 berufenen Schiedspersonen des Amtsgerichtsbezirk Nauen, überreichte Cerreto ihm eine Dankurkunde des Landes Brandenburg, ausgestellt durch den Präsidenten des brandenburgischen Oberlandesgericht. Peter Blaudszun erhielt sie für seine 25-jährige Dienstzeit als ehrenamtlicher Schiedsmann in Schönwalde-Glien.

Wie die Jungfrau zum Kinde

Wie der 74-Jährige sagt, sei er wie die Jungfrau zum Kinde zu seinem Ehrenamt gekommen. „Der damalige Bürgermeister ist auf mich zugekommen und hat mich gefragt, ob ich Schiedsmann werden möchte”, berichtet der ehemalige Postbeamte.

„Zu Ost-Zeiten war ich Vorsitzender in der Schiedskommission, juristische Vorkenntnisse hatte ich auch durch mein Studium der Wirtschaftsingenieurwissenschaften”, sagt Blaudszun. Er stellte sich zur Wahl und wurde von der Gemeindevertretung für eine Amtsperiode von fünf Jahren gewählt, der weitere folgten.

Möglichst einen Vergleich erzielen

Seit nunmehr 25 Jahren ist es seine Aufgabe, Streitigkeiten zu schlichten und wenn möglich einen Vergleich herbeizuführen. Oft gehe es um vermeintliche Grenzverletzungen. Der Klassiker sei hier der Ast, der vom Nachbargrundstück zu weit in den eigenen Garten wächst, oder die Hecke, die entweder nicht richtig geschnitten werde oder zu hoch sei.

Aber auch Delikte wie Beleidigung, Hausfriedensbruch, Bedrohung oder üble Nachrede können Fälle sein, in denen geschlichtet werden soll. Jeder, der mit einem Problem zu einer Schiedsperson geht, hält sein persönliches Anliegen für die wichtigste Sache der Welt. Das bedeutet „Emotionen pur” für die Beteiligten.

Schweigepflicht

„In allen Fällen unterliegen wir Schiedspersonen stets der Schweigepflicht” betont der Schiedsmann. Man müsse den Streitparteien vorurteilsfrei, sachlich und besonnen begegnen und beide Seiten anhören, ohne zu werten. Der Streitschlichter tritt hier als Mediator, sprich Vermittler, auf und trägt zunächst den Anwesenden den im Raume stehenden Sachverhalt vor und fragt nach, ob sie eine Möglichkeit der Einigung sehen.

Jeder Beteiligte hat das Recht, einen Beistand mitzubringen, das können auch Anwälte sein. „Früher hatte ich eine Erfolgsquote von 80 bis 90 Prozent“, erklärt der Ombudsmann. „Doch seitdem auch Anwälte als Beistand mitgebracht werden, ist die Quote auf 60 Prozent zurück gegangen.”

Vergleich muss eingehalten werden

Das Vergleichsverfahren erfolge immer unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Was die Konfliktparteien am Ende im Beisein der Schiedsperson entscheiden, ist ein schriftlicher rechtskräftiger Vergleich, der eingehalten werden muss.

Oft können Streitigkeiten auch in sogenannten Tür- und Angelfällen geklärt werden. Bei einem Ortstermin, quasi vor Ort am Gartenzaun, findet dann ein Gespräch mit den Streithähnen statt. Oftmals wird sich dann auch friedlich geeinigt.

Weitere fünf Jahre

Darüber ist der Schiedsmann jedes Mal sehr erfreut. „Ich mache diese Arbeit sehr gerne und freue mich für alle Beteiligten, wenn sie mit meiner Unterstützung eine Einigung zum Wohle des friedlichen Miteinanders erzielen konnten.” Peter Blaudszun ist seit Oktober 2019 für weitere fünf Jahre in sein Amt wieder gewählt worden.

Von Hannelore Berg

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