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Schönwalde-Glien Schönwalder Initiative bringt eigene Broschüre raus
Lokales Havelland Schönwalde-Glien Schönwalder Initiative bringt eigene Broschüre raus
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07:12 31.08.2018
Wilfried Seiring hat die Broschüre mit erarbeitet. Quelle: Danilo Hafer
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Schönwalde-Glien

 Eines war den Mitgliedern der Initiative „Neue Nachbarn in Schönwalde“ klar, als Ende 2017 die letzten Geflüchteten das Übergangswohnheim im Schönwalder Erlenbruch verlassen hatten: „Die Erfahrungen, die wir mit den zu uns geflüchteten Menschen seit jenem Herbst 2015 gemacht hatten, dürfen nicht in der Vergessenheit verschwinden“, sagt Mitglied Michael Millenberger im Vorwort der jüngst erschienenen Broschüre „Rückschau 2015 bis 2017“.

Ein Rückblick auf 60 Seiten

Auf knapp 60 Seiten berichten die Mitglieder der Initiative von ihrem Engagement und den Erfahrungen die sie bei der Aufnahme und Begleitung der Geflüchteten gemacht haben. Seinerzeit hatte sich die Initiative spontan gegründet, um den Menschen die ersten Schritte im fremden Land zu erleichtern. Darüber hinaus haben die Mitglieder die Gemeinde Schönwalde-Gien bei den vielfältigen Aufgaben der Integration unterstützt und sich stets für ein friedliches und offenes Miteinander eingesetzt.

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Natürlich gab es auch Schwierigkeiten

„Es ist eine Dokumentation entstanden, die die Schwierigkeiten und Hürden bei der Eingliederung nicht verschweigt, die aber auch belegt, dass Erfolge möglich sind und durchaus erreicht wurden“, so Michael Mildenberger. Bei ihrem Engagement haben sich die Mitglieder, aber auch die Gemeinde und ihre Verwaltung, in eine lange Tradition gestellt.

Brandenburg und Preußen haben im Laufe der Geschichte immer wieder Flüchtlinge und Migranten aufgenommen“, sagt Mitglied Wilfried Seiring und erinnert an das Potsdamer Toleranzedikt von 1685.

Demnach sind Vorschriften und Grundsätze nach Menschlichkeit zu mildern und in bestimmten Fällen von der Strenge abzusehen. „Mit einer gewissen Genugtuung stellen wir fest, dass viele engagierte Bürger in unserer Initiative, aber auch unserer Verwaltung in ähnlicher Weise gehandelt haben“, so Seiring.

Broschüre enthält zahlreiche Fotografien

Gestaltet wurde die Broschüre übrigens vom Berliner Fotografen Rainer F. Steußloff, der sich selbst in der Initiative engagiert. Er hat viele Aktionen, aber auch den Alltag der Geflüchteten, mit der Kamera begleitet. Viele dieser Fotos finden sich nun in der Rückschau wieder.

Insgesamt 1000 Exemplare hat die Initiative drucken lassen. „Die Kosten konnten wir mit Spenden decken“, so Seiring. Mehrere Exemplare sollen der Bibliothek sowie den Schulen in Schönwalde und Perwenitz zur Verfügung gestellt werden.

„Sie kann eine Hilfe bei Projekte, aber auch eine Grundlage bei der Behandlung ethischer Fragen sein“, so Seiring und Mildenberger.

Von Danilo Hafer