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Schönwalde-Glien Tiere zum Anfassen bei der Landpartie
Lokales Havelland Schönwalde-Glien Tiere zum Anfassen bei der Landpartie
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17:45 16.06.2019
Auf dem Landgut Schönwalde führte Antje Krabbe (l.) die Besucher durch die Stallungen und erklärte die artgerechte Pferdehaltung. Quelle: Enrico Berg
Schönwalde-Glien/Pausin

Der achtjährigen Paula und der zehnjährigen Blondie war es Samstag in ihrem Wollkleid viel zu warm. Also half Petra Schad und befreite sie davon. Schad, ihres Zeichens Tierärztin in Pausin, griff beherzt zum Rasierer und schwups war die Wolle der beiden Schafe ab.

Bei der 25. Brandenburger Landpartie stellten die Brüder Sven und Sascha Kraatz ihren landwirtschaftlichen Betrieb in Pausin interessierten Besuchern vor – bereits zum siebten Mal.

Ein Huhn mieten

Der Damwildhof Kraatz beherbergt neben dem Damwild auch Enten, Hasen und Hühner. Den Schwerpunkt haben die Brüder mittlerweile auf den Spargelanbau und auf Hühner gelegt. Für letztere kann man ab Juli dieses Jahres gegen einen Betrag von 15 Euro monatlich eine Patenschaft übernehmen – nach dem Motto „Miet dir ein Huhn“. Man bekommt neben einer Urkunde jeden Monat 20 frische Eier von seinem Huhn. Wer will, kann sein Patenhuhn auch gern besuchen, es füttern und mit ihm kuscheln.

Für Kinder war die Landpartie beim Damwildhof Kraatz aufregend. Der vierjährige Matteo aus Pausin staunte nicht schlecht, als den Schafen das Fell geschoren wurde.

Auf dem Damwildhof Kraatz in Pausin wurde das Schaf Paula nackig gemacht Quelle: Enrico Berg

„So etwas habe ich noch nie gesehen, das ist spannend”, erzählte der kleine Mann begeistert.

Ausstellung über Ziegel

Die Besucher konnten Traktoren und Geräte bestaunen, Sven Kraatz erklärte, wie der neue Hühneranhänger funktioniert. „Der wird auf ein Feld gestellt und die Hühner können den ganzen Tag auf dem Feld scharren und picken. Abends gehen sie selbstständig in den Anhänger.“

Karl-Heinz Graffenberger (r.) erklärt den Besuchern die Ziegeleigeschichte der märkischen Ziegel Quelle: Enrico Berg

„Am besten hat mir die Ausstellung zur Geschichte der märkischen Ziegel gefallen”, erzählte Petra Peiske, Erzieherin in der Kita „Waldmäuse“ und fügt hinzu: „Ich finde es aber auch toll, dass die Kinder sich die Tiere anschauen können und sehen, woher denn Milch und Eier kommen.”

Seit sieben Jahren sind Bärbel und Hans-Jürgen Woyda aus Pausin bei Landpartie als Gäste dabei. „Es ist interessant , die Abläufe auf so einem Hof zu sehen und hinter die Kulissen zu schauen.”

Spannend auch für kleine Gäste

Hinter die Kulissen schauen durften bei der 25. Brandenburger Landpartie auch die Besucher auf dem Landgut Schönwalde in Schönwalde-Dorf. Inge Schwenger und ihr Team hatten eingeladen. Der Leitsatz des Landguts „Komm als Gast und geh als Freund” trifft es auf den Punkt. Von Anfang an fühlte man sich gut aufgehoben und willkommen geheißen. Die kleinen Gäste spielten im Sandkasten,

Peggy Malling aus Schönwalde-Siedlung war mit ihrer vierjährigen Tochter Amanda zum ersten Mal bei der Brandenburger Landpartie. Quelle: Enrico Berg

schwangen sich auf der Holzschaukel hoch in die Lüfte, flitzten auf Minitraktoren über das Gelände oder tobten auf der Heu-Hüpfburg. Besonders begehrt waren die Pferde und der Hofhund Tilly. Ökologie werde groß geschrieben, berichtete Inge Schwenger: „Bei uns kann man regenerative Landwirtschaft anschauen. Wir leben und entwickeln hier ein System, mit dem es möglich ist, Tiere zu halten und die Böden zu düngen, ohne Luft und Wasser zu gefährden.”

Regionale Landküche wird bevorzugt

Zur Philosophie des Hauses gehört eine artgerechte Tierhaltung und dass die Produkte für den gastronomischen Bereich von regionalen Anbietern stammen, am liebsten von den Bauern aus der Region. Boris Steiner ist seit April 2019 der neue Koch im Landgut Schönwalde. Er möchte mit regionaler, radikaler Landküche überzeugen. Gekocht wird, was Feld, Wald, Stall und Wiese derzeit zu bieten haben.

Offene Boxen im Stall

Das Landgut Schönwalde ist eine Reitakademie, ein Pferde- und Schulbetrieb. Dort werden Ross und Reiter ausgebildet. Diesen Part hat Antje Krabbe inne. Als Reitlehrerin ist sie die Fachfrau für Fragen rund um die Pferde. Bei den Führungen durch die Ställe und das gesamte Gelände merkte man ihr die Liebe zu den Tieren und der Natur an. Sobald sie den Besuchern von ihren „Mäusen“, wie sie liebevoll die Rösser nennt, erzählte, war das Strahlen in ihrem Gesicht nicht zu übersehen. „Pferde brauchen den sozialen Kontakt zu ihren Artgenossen und das bei Tag und bei Nacht”, erklärte sie. Deshalb gebe es nur offene Boxen im Stall, so dass die Pferde jederzeit miteinander in Kontakt kommen können.

Ökologie bedeutet für Antje Krabbe auch, dass man die Boxen mit Hippo-Dung einstreut. Dieser verrottet wesentlich schneller als Stroh. Zudem werde Hippo-Dung auf dem Hof zur Düngung verwendet, da er sich selber kompostiert.

Pferde laufen täglich etwa zwei Kilometer

Nach der Führung im Stall ging es auf die Wiesen zum sogenannten Paddock Trail. Dort finden die Pferde verteilt alles vor, was sie brauchen: Heu, Wasser, Unterstand, Wälzplätze. „An einer Stelle fressen sie das Heu”, erklärte Antje Krabbe. „Zur Wassertränke müssen sie über einen kleinen Wall auf die andere Seite laufen. So kommen die Pferde am Tag auf eine Strecke von etwa zwei Kilometern.”

Viel über artgerechte Tierhaltung gelernt hat am Samstag Peggy Malling aus Schönwalde-Siedlung. „Mein erster Besuch bei der Landpartie hat sich deshalb gelohnt.“

Von Hannelore Berg

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