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Havelland Schüler blicken in die Berufswelt
Lokales Havelland Schüler blicken in die Berufswelt
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07:08 27.01.2017
Lisa und Lara (v.l.) im Gespräch mit dem Einstellungsberater der Landespolizei Brandenburg, Bernd Kierski
Lisa und Lara (v.l.) im Gespräch mit dem Einstellungsberater der Landespolizei Brandenburg, Bernd Kierski Quelle: Christin Schmidt
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Rathenow

Zwei Jahre ist es her, dass Julia Adam und Manuela Darlong die Schulbank im Rathenower Jahngymnasium drückten. Inzwischen sind die beiden jungen Frauen schon fast mit ihrer Ausbildung fertig. Manuela Darlong hat sich nach dem Abitur für eine Ausbildung zur staatlich anerkannten Erzieherin entschieden. Julia Adam studiert im fünften Semester Journalismus an der Fachhochschule in Magdeburg und wird noch in diesem Jahr ihre Bachelorarbeit schreiben.

Wie der Ausbildungs- beziehungsweise der Studienalltag aussieht, das haben sie am Mittwochmorgen den künftigen Absolventen des Jahngymnasiums erzählt. Julia Adam und Manuela Darlong sind zwei von insgesamt 16 ehemaligen Schülern, die in dieser Woche an ihre alte Schule zurückkehrten, um im Rahmen der Hochschulinformationstage von ihrer Ausbildung, dem Studium, ihrem Auslandsaufenthalt oder dem beruflichen Alltag zu berichten.

Auch Unternehmen aus der Region werben um Nachwuchs

Die Hochschulinformationstage – kurz HIT – bieten den Schülern der 10. und 11. Klasse die einmalige Gelegenheit, an zwei Tagen mit Hochschulmitarbeitern, Unternehmern, Ausbildern und Fachkräften ins Gespräch zu kommen, statt den üblichen Stundenplan zu absolvieren. Ziel ist es, dass die Schüler einen Überblick über die verschiedenen Bildungswege bekommen – von der herkömmlichen Ausbildung über das klassische Studium bis zum dualen Studium oder der dualen Ausbildung – und sich ein genaueres Bild vom anvisierten Traumberuf machen. Am Mittwoch und Donnerstag konnten die Schüler jeweils zwischen 8.30 Uhr und 14.15 Uhr aus rund 60 verschiedenen Veranstaltungen auswählen.

Die Universitäten Potsdam, Magdeburg und Rostock stellten sich vor, die Technischen Hochschulen Wildau und Brandenburg und die Akademie Mode & Design hatten ebenfalls Vertreter nach Rathenow geschickt. Außerdem konnten sich die Schüler aus erster Hand über Ausbildungsmöglichkeiten bei der Bundeswehr, der Bundes- und Landespolizei, der Bundesagentur für Arbeit, bei Banken oder Krankenkassen informieren. Wie bereits in den vergangenen Jahren nutzten auch Unternehmen aus der Region wie Ohst Medizintechnik und die Rathenow Optik GmbH die Gelegenheit Nachwuchs zu werben.

Lisa hat die Bewerbung fürs Praktikum sofort abgeschickt

„Die Hochschulinformationstage sind eine richtig gute Idee“, sind sich Lara und ihre Freundin Lisa, einig. Die beiden besuchen die 10. Klasse und haben sich aus dem umfangreichen Angebot ihr individuelles Programm zusammengestellt. Lisa, die eigentlich gern Richterin werden möchte, hörte sich am Mittwoch an, was der Rathenower Notar Thomas Hunger zu erzählen hatte. „Mich schreckt das lange Jurastudium und die anschließende Ausbildung für Richter ab“, gesteht die 16-Jährige. Sie sah sich außerdem die Präsentation von Mario Schwalme, Steuerberater in Rathenow, an. „Danach habe ich sofort meine Bewerbungsunterlagen für ein Praktikum eingereicht“, erzählt die 16-Jährige begeistert.

Bernd Kierski, Einstellungsberater der Landespolizei Brandenburg, gibt den Schülern Tipps für den Einstellungstest. Quelle: Christin Schmidt

Auch Lara hat viele interessante Angebote gefunden. Ihr Traumberuf ist Polizistin und dazu gab es tatsächlich jede Menge zu erfahren. Die 15-Jährige besuchte am Mittwoch die Informationsveranstaltung der Bundespolizei und der Polizeifachhochschule am Donnerstagmorgen hörte sie sich an, welche Ausbildungsmöglichkeiten es bei der Polizei des Landes Brandenburg gibt. Einstellungsberater Bernd Kierski gab dabei nicht nur einen umfangreichen Einblick in die Arbeit der Polizei, er hatte zudem zahlreiche praktische Tipps für potenzielle Bewerber parat: „Beschäftigt euch mit der Struktur der Polizei und dem Beruf an sich. Auch auf den Sporttest solltet ihr euch gut vorbereiten und solltet ihr den Einstellungstest nicht bestehen, könnt ihr euch immer noch bei einer der anderen 15 Landespolizeistellen bewerben.“

Für Lara hat sich die Teilnahme an den Hochschulinformationstagen in jedem Fall gelohnt. Im Sommer wird sie ein Praktikum bei der Polizei in Brandenburg/Havel absolvieren und sich dann in einem Jahr auf ihren Traumberuf bewerben. Dank der vielen Hinweise weiß sie nun, worauf sie dabei achten muss. „Ich denke ich entscheide mich erst einmal für die Bundespolizei“, lautet ihr Fazit. Lisa will sich für ein Praktikum beim Amtsgericht in Brandenburg/Havel bewerben. Noch haben die beiden etwas Zeit, sich für ein Studium oder eine Ausbildung zu entscheiden. In jedem Fall wollen sie die Hochschulinformationstage auch im nächsten Jahr wieder besuchen.

Von Christin Schmidt