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Havelland Schülerteam erhält den Landes-Inklusionspreis
Lokales Havelland Schülerteam erhält den Landes-Inklusionspreis
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17:48 14.12.2016
Lieblingsfarbe rot: Projektleiter Guido Hildebrandt in der Werkstatt auf dem EMB-Gelände. Quelle: Marlies Schnaibel
Falkensee

Inklusion zwischen Schmieröl und Schweißgerät, zwischen Putzlappen und Vergaser – das ist gelebter Alltag in der Finkenkruger Straße von Falkensee. Hier treffen sich die Mitglieder des Potsche-Junior-Teams Falkensee, als Schülerfirma arbeiten die jungen Männer alte Traktoren auf.

Auszeichnung in Potsdam Quelle: privat

Dafür gab es vor einigen Tagen den Brandenburger Inklusionspreis. Viele lobende Worte und 2000 Euro Preisgeld erhielten die Falkenseer. Guido Hildebrandt freut sich über beides. Der Lehrer betreut das Projekt seit 2008. Damals war es an der Förderschule „Am Akazienhof“ angesiedelt. Da die Schule aber nicht weitergeführt wird, suchte Hildebrandt neue Wege. Die fand er an der Falkenseer Gesamtschule „Immanuel Kant“. Schulrektorin Petra Müller ist kein ausgewiesener Traktorfan, aber sie ist ein Fan von Schülerfirmen.

„Wir fanden dort Partner“, freut sich Guido Hildebrandt. Das Porsche-Junior-Team ist inzwischen ein Teil des Ganztagsangebots der Schule. Drei Jungen der Förderschule und drei Jungen der Gesamtschule treffen sich nun Woche für Woche, um gemeinsam an den alten Maschinen zu schrauben. Hier zählt nicht, wo einer herkommt, hier zählt, wie einer anpackt. Hier wird gemeinsam geschraubt, geschliffen oder geschweißt. Hier ist Inklusion ganz handfest.

„Die neuen Mitschrauber haben ganz unterschiedliche Motive“, erzählt der Lehrer. Der eine will sich mal ausprobieren, interessiert sich aber auch für Musik, Schach und Bienen. Ein anderer hat einen technikbegeisterten Vater und schraubt mit dem schon viel. „Taddäus war es ja eigentlich auch, der mich auf die Idee gebracht hatte, das Projekt auf die Kantschule auszudehnen“, erzählt Guido Hildebrandt. Der Junge hatte ihn nämlich vor Monaten gefragt, ob denn bei dem Team nur Förderschüler mitmachen dürfen. So kam das schulübergreifende Vorhaben ins Rollen.

Lieblingsfarbe rot: in der Werkstatt der Schülerfirma. Quelle: Marlies Schnaibel

Und es rollt gut. Gerade hat das Team – nach demokratischer Abstimmung – einen weiteren Traktor gekauft. Aus Norderstedt holten sie eine Maschine Baujahr 1958. „Einiges muss gemacht werden“, erklärt Klaus Schneider. Der Brieselanger kommt ehrenamtlich vorbei und leitet mit Winfred Fritz die Jungen an. Als ehemalige Kfz-Mechaniker kennt er sich mit Kolbenringen, Dichtungen, Lager, Kurbelwellen und Kupplungen aus und gibt sein Wissen ruhig an die Jungen weiter.

Der neue Traktor hat keine Hydraulik, arbeitet rein mechanisch. „Wenn alles klappt, wollen wir mit ihm im kommenden Jahr bei Bauer Kruse vom Hofladen pflügen“, blickt er voraus. Der Hofladen ist einer der vielen Partner, die das Team hat. „Ohne Unterstützung könnten wir die Firma nicht führen“, sagt Guido Hildebrandt. Es müssen Teile gekauft werden, Miete und Versicherung sind zu bezahlen. Da kommt das Preisgeld gerade recht.

Von den aufgemöbelten Maschinen wird hin und wieder auch ein Teil verkauft, sechs Traktoren gehören der Firma, werden verliehen und bei Großveranstaltungen wie der Brandenburgischen Landwirtschaftsausstellung gezeigt. Der Flyer für die Brala 2017 zeigt dann auch im Zentrum einen leuchtend roten Traktor des Falkenseer Porsche-Junior-Teams.

Von Marlies Schnaibel

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