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Havelland Schützengilde führt 64-jährige Tradition fort
Lokales Havelland Schützengilde führt 64-jährige Tradition fort
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17:33 12.12.2017
Die zum Schützenfest 2016 anwesenden der insgesamt 60 Mitglieder Schützengilde Nennhausen und Umgebung 1991. Quelle: Uwe Hoffmann
Nennhausen

Die Geschichte der Schützengilde Nennhausen und Umgebung 1991 ist genauso interessant und wendungsreich wie deren Tradition lang ist. Rund zwei Dutzend Nennhausener fanden sich am 15. Juni 1991 in der Aula der Nennhausener Grundschule zusammen, um erneut einen Schützenverein im Ort zu gründen. „Acht davon gehören immer noch zu unserem Verein“, erzählt Werner Huxdorf, damals Schriftführer im Vereinsvorstand und seit 2001 Präsident der Schützengilde. „Unserem Verein gehören heute 60 Mitglieder aus fünf Orten des Amtes Nennhausen, Rathenow und Stendal an.“

Auch seine Ehefrau Susan wie auch deren Söhne und weitere Verwandte waren oder sind Vereinsmitglieder. Klaus Neitsch, Gründungspräsident bis 2001, ist heute Ehrenpräsident. Der Nennhausener, der schon zu DDR-Zeiten das Kleinkaliber-Schießen mit den Reservisten der Region auf dem alten Schießplatz leitete, initiierte die Neugründung des Schützenvereins in Nennhausen maßgeblich. „Als 1990 die Ortsgruppe der Arbeiterwohlfahrt immer wieder in die Region um Hamburg fuhr, wurden sie auch in Stelle, im Vereinsheim des dortigen Schützenkorps Stelle und Umgegend 1921, als Gäste willkommen geheißen und vom damaligen Vereinspräsident Wilhelm Harms bewirtet“, erinnert sich Vereinspräsident Huxdorf. „Als er nachfragte, ob in Nennhausen Interesse an der Gründung eines Schützenvereins bestehe, sprachen die Awo-Mitglieder Klaus Neitsch an. Mit einem Brief im Februar 1991 von Harms begann so die erste Kommunikation zum Aufbau unseres Schützenvereins.“

Werner Huxdorf, Präsident der Nennhausener Schützengilde. Quelle: Uwe Hoffmann

So veranstalteten die Nennhausener, noch vor der offiziellen Vereinsgründung, am 11. Mai 1991 ihr erstes Schützenfest. Der erste „Schützenkönig“ wurde, mit Erika Schönwald, eine Frau. „Die Freunde aus Stelle haben alles mitgebracht‚ wir hatten ja damals nichts. Von den Waffen, bis zu den Adlerscheiben. Als Auflage dienten als Provisorium alte Obstkisten“, erklärt Werner Huxdorf anhand der vielen Fotos aus der Gründungszeit. Der Kontakt zwischen Stelle und Nennhausen besteht noch heute. Jedes Jahr fahren die Nennhausener Schützen im Januar zum Königsball und im September zum Schützenfest. Und die Steller Freunde kommen im Mai zum Schützenfest ins Westhavelland. Mit Hans-Joachim Hentschel, alias Cisco Berndt – Sänger der Country-Band Truckstop, haben die Steller auch ein prominentes Mitglied. Der Steller Ehrenpräsident war zuletzt zum Schützenfest 2016 in Nennhausen.

Bereits von 1927 bis zum Anfang des Zweiten Weltkriegs bestand in Nennhausen mit dem Kleinkaliberschießverein ein Schützenverein. Deren aufgestellter Findling mit dem Vereinskürzel KKS steht noch heute neben dem 2011 aufgestellten Container als Luftgewehr-Schießraum. Zu DDR-Zeiten schoss hier auch die Polizei mit Großkaliberwaffen. „Zu den Schützenfesten mit den Betrieben im Ort, wie der LPG Pflanzenproduktion und dem Agrochemischen Zentrum, die hier organisiert wurden, war sogar einmal der damalige Armeegeneral Stechbarth da“, so Huxdorf weiter.

Die Schießanlage genügte nach 1989 den Anforderungen nicht mehr

Durch Soldaten der in der Region stationierten Sowjetarmee wurden auf dem Schießplatz – im Tausch gegen landwirtschaftliche Produkte wie Kartoffeln – in den 1980er Jahren einige Baracken errichtet. Aber auch die Schießanlage genügte nach 1989 nicht mehr den Anforderungen und gesetzlichen Bestimmungen, wie die zu niedrigen Erdwälle. „Wir haben viel gearbeitet, gefeiert, aber weniger geschossen“, beschreibt Werner Huxdorf die Jahre des umfangreichen Um- und Ausbaus des heutigen Schützenplatzes.

Am 8. Dezember 1994 erhielt die Schützengilde für eine Gebühr von 500 DM vom Polizeipräsidium Oranienburg ihre im Juli 1992 beantragte „Erlaubnis zum Betreiben einer Schießstätte für Büchsen, Flinten und Pistolen“. „Kurz vor der Abnahme Anfang November fegte eine Windhose über unseren Schießplatz“, so Werner Huxdorf. „Aber die vielen geknickten Bäume fielen so, dass sie weder die Baracke noch andere Gebäude beschädigten.“

Das Vereinsleben ist vielschichtig und bereichert das Dorfleben. Im Veranstaltungskalender geht es mit Terminen im Januar los und den Jahresabschluss bildet die traditionelle Weihnachtsfeier. Einen großen Teil bilden die eigenen Schießwettbewerbe, auch für Nichtvereinsmitglieder, wie das bereits 16. Pokalschießen der befreundeten Vereine 2017 mit 26 Teams und 107 Schützen, sowie die Teilnahme an den Wettbewerben der Vereine gemeinsam mit Großwudicke und Falkensee auf den Schießplätzen in Nauen, Friesack und Rathenow.

Von Uwe Hoffmann

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