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Havelland Schule Spektrum erstmals beim Vorlesetag
Lokales Havelland Schule Spektrum erstmals beim Vorlesetag
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15:59 17.11.2017
Der Rathenower Bürgermeister Ronald Seeger war zum bundesweiten Vorlesetag in der Förderschule Spektrum.
Der Rathenower Bürgermeister Ronald Seeger war zum bundesweiten Vorlesetag in der Förderschule Spektrum. Quelle: Norbert Stein
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Rathenow

Die Kinder und Jugendlichen hätten eine Stecknadel fallen hören, so ruhig war es am Freitag in der Förderschule Spektrum. Dafür gab es einen besonderen Grund. Die Förderschule beteiligte sich erstmals am bundesweiten Vorlesetag. Acht Jugendliche lauschen aufmerksam, als ihnen Bürgermeister Ronald Seeger aus dem Buch „Wo ich bin, ist das Chaos“ von Tom Gates vorliest. Der Bürgermeister liest locker, betont und flüssig. Beachtliche 87 Seiten schafft er in 45 Minuten vorzulesen.

Das Buch erzählt die Geschichte eines Jungen im Schulalter. Tom, so heißt er, ist alles andere als ein Musterschüler. Obwohl er nur vier Minuten entfernt von der Schule wohnt, schafft Tom es regelmäßig, zu spät zum Unterricht zu kommen. Statt dem Lehrer zuzuhören, malt er heimlich Karikaturen, schmiedet Pläne für die Schulband oder denkt nach, wie er der gegenüber sitzenden Mitschülerin imponieren und seine Schwester ärgern könnte. Statt Hausaufgaben zu machen, erzählt er seinen Freunden vom Familienurlaub auf einem Campingplatz, bei dem es heftig regnet und seine Schwester sich gewaltig ärgert, weil sie keinen Handyempfang hat.

Nach 45 Minuten war für alle die Vorlesezeit zu Ende

Es sind lustige und zum Nachdenken anregende Geschichten, die Ronald Seeger vorliest und dazu auch im Buch gedruckte Zeichnungen zeigt. Die jungen Zuhörern verleiten Toms oft ulkig wirkende Unternehmungen, Gutes tun zu wollen und dann im Chaos zu enden, mehrmals zum Lachen. Ronald Seeger schmunzelt auch bei einigen Passagen. Der Bürgermeister hätte gern noch weiter vorgelesen. Aber die Lehrer verwiesen darauf, dass die Zeit drängt, wieder in die Turnhalle zu gehen, wo der Vorlesetag begonnen hatte.

„Lesen bildet und es gibt sehr viele unterhaltsame Bücher“, sagte Schulleiterin Antje Resch zur Eröffnung des Vorlesetages in der Turnhalle, wo die Vorleser von den Schülern gespannt erwartet wurden. Der Bürgermeister war nämlich nicht der einzige Vorleser. Oliver Menzel, Leiter der Sparkassenfiliale Rathenow, war gekommen und hatte sich Alexander Wolkows Buch „Der Zauberer der Smaragdenstadt“ zum Vorlesen ausgesucht. Auszubildende der Schule für Sozialwesen in Premnitz und Schüler aus Großwudicke sorgten dafür, dass in der Förderschule am Freitag in insgesamt acht Gruppen vorgelesen wurde.

„Geschichten aus 1001 Nacht“, hatten Caroline Börs und Tanja Laade von der Schule für Sozialwesen dafür ausgewählt und sie sagten nach dem Vorlesen: „Wir kommen gerne wieder.“ Das Versprechen gaben dann auch alle anderen Vorleser. Gelegenheit werden sie dazu bekommen. „Wir werden auch im kommenden Jahr wieder am bundesweiten Vorlesetag teilnehmen“, sagte Antje Resch zum Abschluss in der Turnhalle und wertete den Vorlesetag 2017 als schönen und vollen Erfolg für die Förderschule.

Von Norbert Stein