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Havelland Schulsozialarbeit im Kreistag diskutiert
Lokales Havelland Schulsozialarbeit im Kreistag diskutiert
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00:55 03.10.2014
Mancher braucht die Unterstützung von Schulsozialarbeitern. Quelle: Patrick Pleul
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Havelland

Anlass der Schulsozialarbeiter-Debatte am Montag war ein Antrag der Grünen: Sie hatten das Ziel ausgerufen, künftig an jeder Schule mindestens einen Sozialarbeiter zu beschäftigen. „Wir haben damit sehr positive Erfahrungen gemacht“, sagte Wolfgang Seelbach, neugewählter grüner Kreistagsabgeordneter und Vorsitzender des Landeselternrats Brandenburg. Schulsozialarbeit helfe nicht nur Kindern und Jugendlichen bei der Bewältigung ihrer Aufgaben, sondern wirke sich positiv auf das Schul- und Lernklima aus. „Das Problem ist aber: Wer soll das bezahlen?“, erkannte Seelbach.

"Wer soll das bezahlen?"

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Im Kern forderte er, Kreis und Land sollten sich nicht weiter die Verantwortung zuschieben, sondern beide Geld geben – und machte Vorschläge: „Als günstiger Hebel bietet sich die Erweiterung des 510-Stellenprogramms an.“ Darüber würde das Land schon jetzt Teile der Personalkosten von sieben Sozialarbeiterstellen im Havelland finanzieren. Seelbach warnte vor zunehmender Politikverdrossenheit, wenn sich die Parteien, wie landes- und kreisweit geschehen, zwar zur Schulsozialarbeit bekennten, dann aber nichts geschehe. Das Problem bei den Schulen abzuladen, davon hält Seelbach nichts: „Die Schulträger sind mit dieser Aufgabe überfordert.“

Offenbar nicht nur die. Geht es ums Geld, haben sich bislang weder das Land – zuständig für Bildung – noch der Kreis – zuständig für Jugendhilfe – wirklich aus der Deckung gewagt. Das liegt wohl auch an der Summe: Wenn man jede der rund 50 Schulen im Havelland mit einem Sozialarbeiter besetzen würde, würden sich die Kosten laut Landrat Burkhard Schröder auf etwa zwei Millionen Euro summieren – jedes Jahr. „Wenn man solche Stellen schon einrichtet, dann sollte man das auch dauerhaft tun“, sagte Schröder im havelländischen Kreistag.

Eine Stelle pro Schule kostet den Landkreis 2 Millionen Euro

Dort gab es nun erstaunlich offene Sympathie für den Antrag der Grünen. „Meine Fraktion ist durchaus gewillt, Geld auch kreisseitig zur Verfügung zu stellen, um endlich aus dem Bermudadreieck der Verantwortungslosigkeit herauszukommen“, sagte CDU-Fraktionschef Michael Koch. Vor ausgesetzt allerdings, „dass es nicht nur gutgemeinte, dann aber uneffektive Programme sind“. Diana Golze, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Linken, will nicht nur das Land, sondern auch den Bund in die Finanzierung einbeziehen. „Wir sollten aber als Kreis auch bereit sein, einen Eigenanteil zu leisten“, bekräftigte sie. SPD-Fraktionschef Rocco Buchta wandte ein, man müsse dann sicherstellen, kein Personal zu fördern, das letzten Endes vorrangig als Pausenaufsicht eingesetzt würde oder Schulfeste organisiere. Ähnlich äußerte sich der Landrat. „Wenn wir sie einsetzen, müssen wir damit einen Treffer in der ergänzenden Jugendarbeit landen“, sagte er. Man müsse es hinbekommen, eine Schnittstelle zwischen Klassenlehrer und Schulsozialarbeiter zu schaffen. Ein deutliches Indiz für die künftige Bewegung der Kreisverwaltung bei dem Thema findet sich übrigens im neuenVertrag der Zählgemeinschaft. An dem hat der SPD-Landrat schließlich mitgearbeitet.

Schulsozialarbeit

Sozialarbeiter in Schulen sind vor allem für die Schüler da, sie beraten sie und helfen bei Problemen.
17 Bildungssozialarbeiter wurden im Havelland zwei Jahre lang über das Bildungs- und Teilhabepaket des Bundes bezahlt – bis Ende 2013. Sie waren jedoch hauptsächlich für die Hilfe zur Teilhabe zuständig.

Von Jana Einecke

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