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Havelland Segelflieger schauen optimistisch in die Zukunft
Lokales Havelland Segelflieger schauen optimistisch in die Zukunft
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12:35 23.03.2018
Kilian Mähne (l.) nutzt die Winterzeit für Reparaturarbeiten in der Werkstatt. Quelle: Fotos: Norbert Stein
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Stölln

Etwa die Hälfte der Wochenenden eines Jahres ist Kilian Mähne in Stölln. Friedemann Hille hatte ihn vor 25 Jahren aus Rathenow das erste mal zu den Segelfliegern auf dem Flugplatz am Gollenberg mitgenommen. Kilian Mähne war sofort begeistert und wurde selbst Segelflieger. Beruflich arbeitet er als Maschinenbauingenieur in Berlin. Doch seine Freizeit gehört ungebrochen dem FlugsportvereinOtto LindenthalStölln/Rhinow und damit dem Segelfliegen. Er kommt aber nicht nur zum Segelfliegen nach Stölln.

Kilian Mähne ist im Verein Vorstandsmitglied und dessen Technischer Leiter. So hat er auch neben dem Fliegen genügend zu tun. Auf dem Flugplatz ist derzeit weitgehend Winterpause. Nur gelegentlich und wenn es die Witterung erlaubt, starten Segelflieger. „Arbeit gibt es aber immer genug“, sagt Kilian Mähne während er Wartungsarbeiten an einem Segelflugzeug in der Werkstatt durchführt. Die Wintermonate nutzt er mit weiteren Mitgliedern für kleinere Reparaturarbeiten an technischen Geräten und für die Wartung der acht vereinseigenen Flugzeuge.

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Kilian Mähne legt Schraubenschlüssel beiseite und geht zum Vereinsheim, dass mit einer schicken, neuen, hellen Außenfassade glänzt. Dass Objekt wurde in den letzten Monaten saniert. Die Außenfassade wurde erneuert, das Mauerwerk trocken gelegt und das Dach neu eingedeckt. „Die Arbeiten sind im wesentlichen abgeschlossen“, erklärt der Technische Leiter. Die noch verbliebenen Arbeiten zur Herrichtung der Außenalgen werden im Frühjahr erledigt, wenn das Wetter günstiger ist. Größere Schwierigkeiten habe es bei der Sanierung nicht gegeben, erzählt Kilian Mähne und betont „auch mit den Kosten liegen wir im Plan“. Rund 140 000 Euro hat die Sanierung des Objektes, das der Verein auch als Flugschule nutzt, gekostet. Leisten konnte sich der Verein das dringend notwendige Vorhaben mit einer Landesförderung aus dem europäischen Leader-Fonds.

Rund 170 000 Euro sind es insgesamt. Die für eine 75-prozentige Förderung notwendigen 45 000 Euro Eigenmittel hat der Verein aus eigener Kasse aufgebracht. Die nun noch von der Gesamtsumme zu Verfügung stehenden 30 000 Euro wird der Verein gemäß der Fördermittelbewilligung für Sanierungsarbeiten auf dem Flugplatz einsetzen. Auch diese Arbeiten werden im Frühjahr erledigt.

Eigentümerin des 72 Hektar großen Flugplatzgeländes ist die Gemeinde Gollenberg. 2017 hat die Gemeinden den Pachtvertrag mit dem Verein vorzeitig verlängert und damit eine wesentliche Voraussetzung für die Bewilligung der Förderung geschaffen. Der Verein hat nun einen Pachtvertrag bis ins Jahr 2066 und kann, wie Kilian Mähne sagt, damit gut für die Zukunft planen. So wurde letztes Jahr auch in eine neue Hochstandwinde für den Flugsport auf dem Gollenberg investiert.

Im Dachgeschoss des Hauses renovieren Vereinsmitglieder derzeit vier Gästezimmer. Die Materialkosten finanzieren die Flugsportler aus ihrer Vereinskasse. Die ebenfalls notwendige Sanierung der Sanitäreinrichtung und eine neue Heizung müssen noch etwas warten. Dafür muss der Verein erst wieder Geld ansparen.

Das Vereinshaus verfügt über Gemeinschaftsräume und 13 Zimmer in denen bis zu 40 Gäste übernachten können, die zum Segelfliegen oder zu Wettkämpfen nach Stölln kommen. Vereinsmitglieder, die aus Berlin, Potsdam oder anderen Städten kommen, übernachten in der Saison ebenfalls gerne in dem Vereinsheim, das auch weiterhin als Flugschule für die Nachwuchsarbeit genutzt wird.

Von Norbert Stein

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