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Havelland Seit 100 Jahren Wasser aus der Leitung
Lokales Havelland Seit 100 Jahren Wasser aus der Leitung
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18:13 10.09.2013
Staaken/Falkensee

Genau genommen liegt das Werk gar nicht in Staaken, sondern auf Dallgower und Falkenseer Gebiet. Aber erreichbar ist es über den Neunkircher Steig, eine Staakener Straße.

Am 30. April 1913 war das Werk in seiner ersten Ausbaustufe ans Netz gegangen, das erreichte neben Seegefeld auch Staaken, den Flugplatz und den Truppenübungsplatz Döberitz. Zehn Jahre später wurde das Werk erweitert, nun konnten auch Falkenhagen, Dallgow, Rohrbeck, Wustermark und Dyrotz versorgt werden. Schließlich floss das Staakener Wasser bis zum Bahnhof Elstal und Groß Glienicke.

Verantwortlich für die Trinkwasserversorgung waren damals nach der Deutschen Gemeindeordnung die Kommunen. Das blieb bis in die Fünfzigerjahre so. Dann wurde die Bildung von volkseigenen Wasserwirtschaftsbetrieben verordnet, der VEB (K) Wasserwirtschaft Falkensee entstand. Elf Jahre später wurden die VEB Wasserversorgung und Abwasserbehandlung, die VEB (K) WAB, auf Kreisebene umstrukturiert, dann auf Bezirksebene. Nach der Wende landete der Betrieb bei der Treuhand, 399 Kommunen waren Anteilseigener. Ein kompliziertes Geflecht, das Stück für Stück in Einzelbetriebe zerlegt wurde. 1994 wurde die Osthavelländische Trinkwasserversorgung und Abwasserbehandlung GmbH, die heutige Owa, durch die Städte Hennigsdorf, Falkensee und Velten gegründet, seit dem 1. Januar 1995 arbeitet die Gesellschaft.

Bei all diesen Umwandlungen und Umbenennungen hat das Wasserwerk Staaken immer weitergearbeitet. Im Dreischichtsystem wurde die Anlage betreut. "Das Wasser war schon immer gut", sagt Owa-Geschäftsführer Günter Fredrich. In Staaken kann Grundwasser verwendet werden, das wenig aufbereitet werden muss. Das gute Wasser hat aber nicht immer für alle gereicht. Trotz Umbau des Werkes in den Siebzigerjahren. "Vor allem im Sommer gab es in Falkensee Versorgungsschwierigkeiten", erinnert sich Günter Fredrich. In den oberen Etagen der Neubaublocks blieb das Wasser aus oder tröpfelte nur noch aus dem Hahn, viele Gärten mussten nachts gewässert werden.

Solche Probleme gehören der Vergangenheit an, denn mit neuen Behältern und dem neuen Staakener Wasserwerk hat die Firma genügend Speicherkapazität. 2008 war der neue Bau, der fast zehn Millionen Euro gekostet hat, fertiggestellt worden. Das alte Wasserwerk hatte ausgedient. Die Anlagen, Pumpen und Kessel wurden abmontiert und verschrottet. Jetzt ist das alte Werk ein schöner Bau mit einem großen leeren Saal.

Das neue Werk versorgt etwa 80.000 Einwohner zwischen Seeburg und Hennigsdorf mit frischem Trinkwasser. Dass das immer frisch bleibt, dafür wird viel getan. Vor allem die Eisen- und Manganwerte beschäftigen die Wasserwerker. Da holt der Fachmann die Zahlen heraus: "Bei Eisen erreichen wir einen Wert von 0,01 Milligramm pro Kubikmeter, der Grenzwert liegt zwanzig Mal höher. Bei Mangan sind 0,01 Milligramm pro Kubikmeter, hier liegt der Grenzwert beim Fünffachen", verweist Günter Fredrich auf die gute Qualität des Staakener Wassers.
Über die Eisen- und Manganwerte von 1913 ist allerdings nichts bekannt.
Von Marlies Schnaibel

Ins Staakener Wasserwerk, Neunkircher Steig 1, wird Sonnabend von 10 bis 16Uhr zu einem Tag der offenen Tür mit vielen Führungen eingeladen.

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