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Havelland Selbst Neptun kam zum Sommerfest
Lokales Havelland Selbst Neptun kam zum Sommerfest
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20:37 30.07.2017
Taufe auf Semliner Art: Neptun und sein Barbier seifen David Budschkowski ein, um ihn dann zu rasieren.
Taufe auf Semliner Art: Neptun und sein Barbier seifen David Budschkowski ein, um ihn dann zu rasieren. Quelle: Norbert Stein
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Semlin

Ein abwechslungsreiches Programm, Sonnenschein und Temperaturen um die 25 Grad Celsius bescherten Semlin am Samstag ein schönes Sommerfest mit vielen Besuchern. Trödelmärkte und kleine Kunstausstellungen lockten die Gäste auf Höfe entlang der Straße zum See, verleiteten zum Flanieren und machten Lust auf gemütlicher Stunden am Seeufer.

Auch Neptun hatte von den Ereignis erfahren und ließ sich von seinen Helfern im Kahn zum Sommerfest rudern. „Hier ist ja wieder richtig etwas los“, rief Neptun, als er mit seinem Gefolge ans Ufer stieg, wo er sich dann auch nicht mit weiteren Vorreden aufhielt. Stattdessen befehligte der seinen Häschern, Täuflinge herbeizuschaffen. Schon nach kurzer Zeit hatten sie fünf Täuflinge herangebracht. Neptuns Barbier vom Salon „Aal-Glatt“ seifte alle ein und rasierte sie mit einem langen Messer aus Holz. Frisch rasiert durften sich die Täuflinge mit Neptuns Seetrunk erfrischen. „Alles austrinken“ rief er und überreichte nach bestandener Mutprobe den Täuflingen ihre Taufurkunde auf denen skurrile Namen standen, wie Seeassel oder Neuauge.

David Budsch-kowski aus Rathenow erhielt von Neptun den Namen Taumelkäfer. So etwas gehöre einfach zum Sommerfest und deshalb habe er den Spaß gerne mitgemacht, sagte der Mann am Nachmittag und blickte auf seine Taufurkunde.Nach Semlin war er schon am Morgen gekommen um am Drei- Seen- Lauf teilzunehmen Die 21 Kilometerstrecke ist er gelaufen und anschließend beim Sommerfest geblieben.

Den Auftakt des Nachmittagsprogramms gestalteten gefiederte Gäste. Mitglieder des Rassegeflügelzuchtvereins Rathenow und Umgebung ließen 80 Brieftauben aufsteigen. Bevor die Brieftauben wieder nach Rathenow, Rhinow und anderen Orten in ihre Volieren flogen, drehten sie eine kleine Ehrenrunde über den See. Der Rassegeflügelzuchtverein um seinen Vorsitzenden Günter Henneborn stellte beim Sommerfest Enten, Hühner, Tauben und weiteres Federvieh aus, insgesamt 60 Tiere.

Christian Gerdsorf, Günter Henneborn, Horst Dahlmann und Hans-Joachim Scholz (v.l.) vom Rassegeflügelzuchtverein Rathenow präsentierten ihre Tiere. Quelle: Norbert Stein

Heike Brett zeigte den Besuchern eine Ausstellung mit über 100 alten Ziegelsteinen aus der Region. Die Heimatforscherin beschäftigt sich schon seit vielen Jahren mit der havelländischen Ziegelgeschichte. Sieben Ziegeleien habe es früher um den Hohennauener-Ferchesa-rer See gegeben, erzählte sie. Die älteste Ziegelei sei in Wassersuppe gewesen. Martin Keune zeigte Fotos aus Semlin und Eugen Gliege präsentierte Bücher mit Geschichten und Sagen aus dem Havelland. Auch sein im August erscheinendes Buch „Nacht über Rathenow“ hatte Gliege mitgebracht. Derweil eroberten die Piraten Willi und Josi die Bühne am See und begaben sich mit den Kindern für eine Schatzsuche auf eine Reise rund um die Welt. „Piraten werfen mit Tomaten“, sangen sie gemeinsam mit den Mädchen und Jungen. Nach den Piraten traten Linedancer auf der Bühne auf und am Abend die Buckower Sternchen.

„Semlin feiert ein wirklich gelungenes Sommerfest“, sage Felix Doepner aus Nennhausen bei seinem Rundgang mit seiner Frau. Am Abend feierte Semlin weiter – mit Tanz, Bootskorso und einem Lagerfeuer auf dem See. Der Auftakt zum Sommerfest hatte am Freitagabend mit „Irish Folk“ in der Dorfkirche stattgefunden.

Von Norbert Stein