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Havelland Selbst die Sanitäter sind Fans der Antaris
Lokales Havelland Selbst die Sanitäter sind Fans der Antaris
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17:26 16.07.2018
Die 24. Antaris am Stöllner Gollenberg zog wieder tausende Besucher an. Rayk Sommer (2.v.l.) Einsatzleiter der Sanitäter mit drei Kollegen an der Hautpbühne. Quelle: Christin Schmidt
Stölln

Ruhe kehrt wieder ein im Ländchen Rhinow. Am Montagabend klang das 24. Antaris Festival aus. Die meisten Besucher haben ihre Zelte inzwischen abgebaut und sich auf den Weg zurück in den Alltag gemacht. Das Organisationsteam und zahlreiche Helfer werden noch ein paar Tage mit den Aufräumarbeiten beschäftigt sein.

Für Freundschaft, Frieden und Freiheit – das Antaris-Festival 2018 bescherte tausenden Gästen aus aller Welt eine friedliche Auszeit mit jeder Menge Bass im Ländchen Rhinow.

Am Montagabend ging auch für die Kräfte des Rettungsdienstes ein anstrengender Einsatz zu Ende. Während Tausende Menschen am Fuße des Gollenbergs tanzten, waren sie sowie Kameraden der Feuerwehr wieder rund um die Uhr im Einsatz.

Rayk Sommer ist von Anfang an dabei

Seit der ersten Antaris in Stölln leitet Notfallsanitäter Rayk Sommer vom Ortsverband Rathenow des Arbeiter-Samariter-Bundes die Rettungssanitäter in Stölln. Der Rathenower gehört zum Festival wie der wummernde Bass und die exotischen Gäste. Auch in diesem Jahr war er mit seinem Team wieder an fünf Tagen vor Ort, um verletzte, dehydrierte, unterkühlte und überhitzte aber auch immer wieder bewusstlose Antarier zu versorgen.

Rayk Sommer macht keinen Geheimnis daraus, dass zahlreiche Festivalbesucher auf großen Veranstaltungen wie der Antaris Drogen konsumieren. Es sei weithin bekannt, dass in der Szene für viele ein Drogenrausch zum Tanzrausch dazugehört.

Allerdings verändert sich der Konsum von Jahr zu Jahr. „In diesem Jahr hatten wir es in erster Linie mit schnell wirkenden Substanzen zu tun, die oft miteinander kombiniert werden und zu körperlichen und psychischen Ausnahmezuständen führen“, erklärt Sommer.

Die 24. Antaris am Stöllner Gollenberg zog wieder tausende Besucher an. Quelle: Christin Schmidt

Um die Gäste bestmöglich zu betreuen, richtete sich der Einsatzleiter mit einer Ansprache am Samstagabend auf der Hauptbühne an das Publikum. Unter anderem bat er darum, verstärkt aufeinander zu achten: „Schaut bitte genauer hin und versichert euch, dass euer Nebenmann wirklich nur chillt und nicht bewusstlos ist. Wir sind auf Eure Hilfe angewiesen.“

Sanitäter sind auf Hilfe der Gäste angewiesen

Die inzwischen obligatorische Ansprache Sommers kommt bei der Antaris-Gemeinde gut an, wohl auch weil er nie mit erhobenem Zeigefinger spricht. „Ich versuche die Gäste zu sensibilisieren“, erklärt der Notfallsanitäter, der im Havelland regelmäßig in Sachen Drogenprävention unterwegs ist.

Sein Appell kam auch in diesem Jahr an. „Wir hatten tatsächlich mehr Hilferufe, was gut ist, denn wenn die Leute bewusstlos im Zelt liegen, bekommen weder wir noch die Feuerwehr oder die Security das mit.“

Drogenkonsum gehört hier zwar dazu, was es dagegen auf der Antaris nicht oder nur äußerst selten gibt, ist Gewalt. „Die Antaris ist wirklich ein sehr friedliches Festival“, bestätigt Rayk Sommer.

Insgesamt ist er äußerst zufrieden mit dem Verlauf der diesjährigen Veranstaltung. Er lobt die enge Zusammenarbeit mit dem Veranstalter und der Feuerwehr: „Wir sind schon ein halbes Jahr vor dem Festival mit dem Organisator in Kontakt, sprechen uns ab und überlegen gemeinsam, was das verbessern können.“

Die 24. Antaris am Stöllner Gollenberg zog wieder tausende Besucher an. Quelle: Christin Schmidt

In diesem Jahr stockte Sommer zum Beispiel die Zahl der Sanitäter auf 16 pro Zwölf-Stunden-Schicht auf. Dazu waren jeweils drei Ärzte mit jahrelanger Festivalerfahrung im Einsatz. Einige kommen extra aus dem Spreewald, um die Antaris abzusichern. Ein Psychologe hilft, die Festivalbesucher nach Drogenkonsum mit Worten und ohne Medikamente aus psychischen Ausnahmesituationen zu holen.

Die Feuerwehr ist auch jedes Jahr dabei

Wichtige Helfer sind auch die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr. 25 Männer und Frauen aus Stölln, Rhinow, Hohennauen, Kleßen und Strodehne waren in diesem Jahr vor Ort, kühlten unter anderem die Gäste neben der Tanzfläche mit einem Wasserstrahl ab und füllten die kleinen Schwimmbecken auf, die sich viele Antarier mitbringen. Die Rathenower Wehr stellte zudem ein Tanklöschfahrzeuge.

Die Bilanz der Sanitäter verzeichnet in diesem Jahr rund 1000 Hilfeleistungen. Hauptsächlich kümmerten sich Sommer und sein Team um Schnittverletzungen, Unruhezustände und Dehydration, auch einige Verbrennungen gab es.

Die Sanitäter sind Antaris-Fans

„Eben der ganz normale Festivalwahnsinn“, sagt der Profi und fügt hinzu: „Ich bin wirklich stolz auf mein Team, ohne unsere engagierten Kräfte, die Hilfe der Feuerwehr und des Veranstalters wäre es nicht möglich gewesen, die Antaris wieder so ruhig über die Bühne zu bringen. Zudem macht das Arbeiten hier wirklich Spaß. Viele von uns sind seit Jahren Fans des Festivals“, gesteht Rayk Sommer mit einem Lächeln. Er freut sich schon jetzt auf die Antaris 2019.

Von Christin Schmidt

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