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Havelland Spitzenwerte beim Wasserverbrauch
Lokales Havelland Spitzenwerte beim Wasserverbrauch
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16:55 26.06.2019
Spaß und Entspannung pur am Semliner Bauerndeich Die beliebte Badestelle ist in diesen Tagen gut besucht. Quelle: Norbert Stein
Rathenow

Joachim Karp hat schon viele Wetterereignisse erlebt. Er ist beim Wasser- und Schifffahrtsamt beschäftigt und kennt die Havel mit ihren Nebenflüssen genau. Hochwasser, Trockenheit – nichts ist Karp wirklich fremd. Und darum ist er – noch – ganz entspannt. Die Außentemperaturen gleichen denen in einem Backofen, regen ist nicht zu erwarten. „Dennoch ist das zurzeit ein ganz normaler Sommer-Wasserstand“, sagt er. Der Abfluss sei mit zehn Kubikmeter zu langsam und die Tendenz sinkt. „Wir haben beim Pegel noch 20 Zentimeter Spielraum, dann wird es kritisch.“

Der Sommer ist da und das Westhavelland schwitzt. Unter der Hitze haben am Mittwoch, dem bisher wohl heißesten Tag des Jahres, viele Menschen aus der Region gelitten. Sie machen aber das Beste daraus. Zumal Katastrophenmeldungen bisher ausbleiben.

Karp weiß allerdings, dass es Ecken an Havel und Stremme gibt, wo das Wasser bereits jetzt niedrig ist. „Das ist nicht überall gleich“, bestätigt er. Wenn die Temperaturen hoch bleiben und alle Möglichkeiten im Wassermanagement ausgereizt sind, dann könnte es kommende Woche schon kritisch werden.

Das Wasser- und Schifffahrsamt hat die Wehre und Schleusen unter Kontrolle – das Wassermanagement funktioniert derzeit noch gut. Unser Bild zeigt das Wehr in Bahnitz. Quelle: Privat

Aufmerksam verfolgen auch die Experten beim Rathenower Wasser- und Abwasserverband das Wetter. „Wir verzeichnen zurzeit einen deutlich höheren Verbrauch“, sagt eine Sprecherin. „Am vergangenen Montag hatten wir sogar einen Spitzenwert.“ Die wichtige Nachricht für die Wasserkunden sei aber: die Lage ist stabil. „Wir können genug Wasser zur Verfügung stellen und müssen natürlich mehr aus den Brunnen nehmen“, so die Sprecherin.

Alles im Grünen Bereich

Dennoch arbeiten alle Systeme im grünen Bereich. Bemerkt habe man allerdings, dass das Leitungswasser wärmer bei den Kunden ankommt. Die Qualität sei aber gewährleistet. Einen höheren Verbrauch messen derzeit auch Stromversorger. Was nur logisch ist. Denn Klimaanlagen und Ventilatoren sind im Dauerbetrieb.

Mehr Mineralwasser

Viel zu tun gibt es auch in den Supermärkten in Ratheno und Premnitz. Der Bedarf an Mineralwasser ist sprunghaft angestiegen. „Wir bemühen uns, den Bedarf zu decken und es gibt derzeit noch keine Versorgungslücken“, so ein Sprecher. Dennoch seien die Regale oft schon am Vormittag das erste Mal leer. Dann muss nachgefüllt werden.

Die Supermärkte in der Region setzen derzeit viel Mineralwasser ab. Quelle: Martin Schutt/dpa-Zentralbild

Obwohl es für einen Besuch im Rathenower Optikpark eigentlich zu heiß sein sollte, hat Sprecherin Katja Brunow andere – erfreuliche – Zahlen. „Wir liegen bei den Besuchern im Vergleich zum heißen Vorjahr im Plus“, sagt sie. Besonders beliebt seien im Park natürlich die Schattenplätze. Gerne gehen die Gäste auch ins Café Speicher.

Wasser im Karpfenteich verdunstet

Die Flößer haben im Park noch genug Wasser unterm Kiel. „Das kann sich aber täglich ändern“, so Katja Brunow. Wenig Wasser ist derzeit im Karpfenteich. „Da verdunstet jetzt viel“, so Brunow weiter. Auffällig sei, dass viel mehr Kinder in den Park kommen. Gut besucht ist auch das Grüne Klassenzimmer: in den ersten zwei Wochen der Ferien sind täglich Schulklassen, vorrangig aus Sachsen-Anhalt, in Rathenow.

Langsamer trainieren

Auf dem Gelände des Rathenower Seesportclubs haben die Kutterruderer ihre Boote liegen. Die Frauen und Männer halten sich mit dem Training bei den hohen Temperaturen zurück. Sport sollte man, so der ärztliche Rat, erst in den Abendstunden treiben wenn die Sonne verschwunden ist.

Straßenbauer müssen zurzeit einiges aushalten. Quelle: René Gaffron

Heiße Arbeitsplätze gibt es derzeit genug. Ob auf Straßenbaustellen zwischen Nennhausen und Buckow oder auf einigen Dächern sowie an den Großbaustellen der Kommunalen Wohnungsbaugesellschaft Rathenow. Genug trinken lautet die Devise, die man – so die Ärzte – dringend beherzigen muss.

Minus 20 Grad Celsius

Es gibt allerdings auch Arbeitsplätze, an denen man sich am Mittwoch ganz dick und kältefest ankleiden musste. im Kühlhaus des Falkenseer Großhandelsunternehmens Selgros. Dort sind es konstant minus 20 Grad. Jeden Tag verbringen die Mitarbeiter dort mehrere Stunden in der Kälte. Ein Job unter Extrembedingungen. Sechs Stunden täglich arbeiten die Angestellten im Kühlhaus, sortieren Pizza, Hamburger, Tiefkühlgemüse und Eis in jeder denkbaren Form – zum Lecken, zum Löffeln, zum Kühlen.

Lange Warteschlangen

Apropos Eis: in den Eiscafés und Eisdielen in Rathenow und Umgebung herrscht Hochbetrieb. Ob in der Kreisstadt, in Hohennauen oder in Steckelsdorf – an den Straßenverkaufstresen bildeten sich lange Warteschlangen.

Das Wetter lädt zu Segelpartien auf dem Hohennauener See ein. Quelle: privat

Gut haben es diejenigen, die ihre Freizeit genießen können. An den Naturbadestellen am Wolzensee, am Hohennauener See, an der Havel und im Naturbad Premnitz drängen sich die Besucher. Ein Sprung in das kühle Wasser ist unbedenklich, denn die Qualität ist in Ordnung. Das untersucht das Gesundheitsamt des Landkreises regelmäßig.

Mehr ältere Patienten

Aus den beiden Standorten der Havelland-Kliniken wird ein höheres Aufkommen an älteren Patienten vermeldet. Darüber informiert Kliniksprecherin Silke Monte. „Meist haben diese Patienten zu wenig getrunken und sie setzen sich zu stark der Sonne aus.“ In der Folge gebe es dann auch Stürze und Knochenbrüche.

Wachsame Feuerwehren

Wenn es heiß wird, dann beginnt auch für die Feuerwehren in der Region die gefährliche Zeit. Denn die Waldbrandgefahr ist hoch. Trocken ist es allerdings schon länger. Dennoch sind die Menschen im Westhavelland bisher von größeren Waldbränden verschont geblieben. Das soll – so der Wunsch der Feuerwehren – so bleiben. Die Ordnungsbehörden appellieren, den Wald nicht zu betreten, wenn die höchste Waldbrandwarnstufe ausgerufen ist.

Freude bei Festveranstaltern

Wenn das Wetter schön ist und die Sonne scheint, dann freuen sich insbesondere die Veranstalter von Sommerfesten. Insbesondere in den Dörfern rund um Rathenow kann man an fast jedem Wochenende irgendwo feiern. Den Veranstaltern tut es gut, sich einmal nicht um das Wetter Gedanken machen zu müssen.

So kommt man gut durch die Hitze

Genügend trinken ist der wichtigste Tipp der Ärzte und Apotheker. Es empfiehlt sich auch nicht, schwere Speisen zu essen. Leichte Kost hat Vorrang. Sollte man sich schlecht fühlen, besser einen Mediziner aufsuchen.

Mit Wasser sollte man sparsam umgehen – auch wenn derzeit genug vorhanden ist, wie die Wasserversorger versichern. Auf die Autowäsche auf dem eigenen Grundstück verzichten Autofahrer darum besser.

Hunde und andere Haustiere auf keinen Fall in geschlossenen Autos zurücklassen. Obwohl Hundebesitzer das besser wissen sollten, passiert das immer wieder. Wenn Hunde bei diesen Temperaturen längere Zeit im Auto bleiben müssen, verenden sie.

Fenster abdunkeln und Quellen, die Wärme ausstrahlen sollte man bei hohen Außentemperaturen vermeiden. Also Licht aus, wenn es geht.

Das Westhavelland schwitzt. Zunächst soll es ein wenig abkühlen, bevor das Thermometer wieder über 30 Grad anzeigt.

Von Joachim Wilisch

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