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Havelland Sprung ins kühle Nass
Lokales Havelland Sprung ins kühle Nass
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09:56 30.04.2014
Platschen muss es! An heißen Tagen bieten die havelländischen Badestellen bald wieder Abkühlung.
Platschen muss es! An heißen Tagen bieten die havelländischen Badestellen bald wieder Abkühlung. Quelle: MAZ/Archiv
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Havelland

Als erstes im Reigen wird in diesem Jahr das Waldbad in Falkensee seine Tore öffnen. Dort geht es bereits am 3. Mai los, laden das große Becken und das Erlebnisbad mit der Rutsche zum Abkühlen ein. Dirk Albrecht, Geschäftsführer der Waldbad GmbH, ist optimistisch, dass im Wasser zu diesem Zeitpunkt schon annehmbare Temperaturen herrschen. „Ich denke, dass wir zum Mai an der 20-Grad-Marke kratzen“, sagte er. Dies aber auch nur dank der Solaranlage auf dem Dach des Sanitärgebäudes. Die Sonne wärmt das Wasser vor, das durch die schwarzen, in vielen Windungen verlegten Schläuche fließt. Anschließend wird es ins Bassin geschickt.

Die gute Nachricht, die die Badegäste sicherlich zu schätzen wissen: Die Eintrittspreise sind die gleichen wie im Vorjahr. Erwachsene zahlen 3 Euro für die Tageskarte, Kinder bis 15 Jahre 1,50 Euro. Kinder bis zwei Jahre haben freien Eintritt. Allerdings gibt es in dieser Saison eine Neuerung: Um gelegentlichen Duschorgien und dem damit verbundenen hohen Wasserverbrauch Einhalt zu gebieten, werden die Duschzeiten begrenzt beziehungsweise man muss jetzt dafür zahlen. „Jeder Badegast erhält zur Eintrittskarte eine Duschmarke automatisch dazu, mit der er drei Minuten duschen kann“, sagt Dirk Albrecht. Wer mehr duschen möchte, muss extra Wertmarken erwerben. Dazu wurden die Sanitäreinrichtungen im Vorfeld der Saison umgerüstet auf Münzautomaten.

Große Investitionen gab es im Vorfeld der Saison ansonsten im Waldbad nicht. An den Sanitäreinrichtungen erfolgten die üblichen Schönheitsreparaturen, und bereits im vergangenen Jahr wurden zwei gepflasterte Raucherbereiche errichtet sowie kleine Zäune aufgestellt, um Pflanzbereiche zu schützen. Geplant ist auch in diesem Jahr wieder ein Familientag, wobei der Termin noch nicht feststeht. Hingegen wird es in diesem Jahr kein Waldbadfest mit Abendveranstaltung mehr geben.

Das Nauener Stadtbad feiert 2014 Jubiläum. Vor 20 Jahren war es nach dem ersten Bauabschnitt mit der Inbetriebnahme des Nichtschwimmerbeckens wieder eröffnet worden. 1989 hatte es schließen müssen, weil die Anlage zu marode und reparaturanfällig und damit zu teuer geworden war.

Die Stadtbadmitarbeiter in Nauen haben allerdings noch ein wenig mehr Zeit als die Falkenseer, um alles schick zu machen für die Saison. Erst für den 17. Mai ist die Eröffnung geplant. Bis dahin hat auch das Wasser im Schwimmer und Nichtschwimmerbecken, die über vier Wochen befüllt worden waren, noch ein wenig Zeit, sich aufzuwärmen. Derzeit liegt die Wassertemperatur bei etwa 14 Grad. Das Planschbecken wird erst später befüllt.

Zudem wird derzeit die Technik schrittweise in Betrieb genommen. Ein paar Prüfungen stehen noch aus, werden aber bis zum Saisonstart erledigt sein, versichert Manuela Materok. Sie ist zuständig fürs Gebäudemanagement bei der kommunalen Dienstleistungsgesellschaft Nauen (DLG), die das Stadtbad in diesem Jahr zum zweiten Mal betreibt. „Wir rechnen in dieser Saison wieder mit mehr als 40.000 Besuchern“, sagt Manuela Materok. Rund 42.000 Gäste wurden 2013 gezählt.

Erneut werden sich die Gäste auf der großen Liegewiese vom Schwimmen ausruhen oder Beachvolleyball spielen können. Der Imbiss hält unter anderem Pommes, Bratwurst und Hotdogs bereit sowie verschiedene Eissorten. Die Kleineren können den Spielplatz nutzen. An den Eintrittspreisen hat sich nichts geändert.

Das Stadtbad wird aber in diesem Jahr nicht nur Anlaufstelle für Badenixen und Wasserratten sein, sondern auch wieder ein wichtiger Nauener Veranstaltungsort. Davon zeugt diesmal auch die sichtbarste Veränderung auf dem Gelände: ein 400 Quadratmeter großes Zelt. „Damit sind wir unabhängiger von der Witterung“, sagt Manuela Materok. Zu den Programmhöhepunkten gehören die Ladies Night am 27. Juni, die Beachparty am 5. Juli, Kultur am Beckenrand am 26. Juli und das erstmals ausgerichtete Oktoberfest vom 3. bis 5. Oktober.

Zudem bietet die DLG zur Fußballweltmeisterschaft an elf Tagen Public-Viewing an. Die Generalprobe wird das DFB-Pokalfinale am 17. Mai sein.

Dass die Blaualgen nicht wieder den Badelustigen einen Strich durch die Rechnung machen wie im vergangenen Jahr, hofft Michael Reppin von der Stadtverwaltung in Ketzin/Havel. Die betreibt dort das Strandbad. „Damals hielten sich die Algen im August mehrere Wochen lang“, sagt er. Am 9. Mai werden das erste Mal Badegäste an der Havel erwartet, bis 14. September ist täglich 10 bis 20 Uhr geöffnet.

In diesem Jahr wird es wieder einen neuen Rettungsschwimmer geben. Enrico Luther wacht nun über die Sicherheit der Strandbadbesucher. „Aber wir haben auch einen neue Betreiberin für den Kiosk“, sagt Michael Reppin. Jeannette Offermanns, die bereits seit einiger Zeit einen Imbiss in der Nauener Straße in Ketzin hat, wird die Gäste versorgen. Darüber hin aus konnte in Vorbereitung der Saison auch der Umkleidebereich saniert werden. Ab sofort steht jeweils eine Box für Männer und Frauen zur Verfügung.

Zudem gibt es eine Neuerung. „Wir haben beschlossen, das Stundenschwimmen einzuführen“, sagt Michael Reppin. Zum Preis von einem Euro können Besucher, die nur mal kurz ein paar Bahnen ziehen wollen, dies gleich am Morgen zu Beginn der Öffnungszeit oder am Abend tun. Ansonsten bleiben die Eintrittspreise stabil: Erwachsene 2 Euro am Tag, Kinder 50 Cent.

Das Strandbad fand in den vergangenen Jahren immer mehr Resonanz, nicht nur bei den Ketzinern, berichtet Reppin. Großen Anklang habe schon im vergangenen Jahr die neue Steganlage mit dem Sprungbrett gefunden, vor allem bei der Jugend. Auch dieses Jahr gibt es wieder den Ruderboot- und Kanuverleih. Ein Barfußpfad lädt zu Erkundungen ein. Und in Kooperation mit Brandenburg-Kanu stehen der Biwakplatz und das Tipi-Dorf für Gruppen zur Verfügung.

Auf reduzierte Eintrittspreise zumindest in diesem Jahr können sich Besucher im Seebad am Nymphensee in Brieselang freuen. Statt 3,50 Euro zahlen Erwachsene nur 3 Euro für die Tageskarte, Kinder haben den Badespaß für 1,50 Euro statt 2 Euro. Eine preisreduzierte Saisonkarte soll es ebenfalls geben. Mit dieser Aktion wollen die neuen Betreiber des Seebades sich für zu erwartende Unannehmlichkeiten entschuldigen. Denn Kristina Lüthgens und Kay Kablitz planen Umbauarbeiten an den Gebäuden und im Freigelände, die auch mal mit Lärm verbunden sein können. „Bis zur Eröffnung am 15. Mai wollen wir aber auf jeden Fall die Volleyballfelder am neuen Standort errichtet haben und es wird auch eine Imbissversorgung gewährleistet“, sagt Kristina Lüthgens.

Anfang April haben die neuen Betreiber den Pachtvertrag mit der Gemeinde Brieselang unterzeichnet. Sie waren die Zweitplatzzierten in einer Ausschreibung. Mit dem Erstplatzierten kam die Gemeinde nicht überein, der bisherige Pächter hatte sich nicht mehr beworben. Die neuen Bewirtschafter planen nun, den Haupteingang dahin zu verlegen, wo sich momentan noch die Lieferzufahrt befindet. Eine Fahrradstellplatzanlage soll am Eingang entstehen. Darüber hinaus ist auf der jetzigen Beachvolleyballfläche ein Biergarten geplant. Überhaupt wollen Kristina Lüthgens und Kay Kablitz künftig verstärkt auf die Gastronomie setzen – als zweites Standbein.

Generell ist beabsichtigt, das Seebad in Abstimmung mit den Brieselangern zu entwickeln. Für die Früh- und Spätbader ist ein Schlüsselsystem geplant, der FKK-Strand soll bestehen bleiben und es soll eine enge Zusammenarbeit mit dem Angel- und dem Tauchverein geben.

Von Andreas Kaatz

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