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Havelland Stadtverordnete beantragen Bau einer Gesamtschule
Lokales Havelland Stadtverordnete beantragen Bau einer Gesamtschule
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21:03 20.09.2018
Die Stadt Rhinow will eine neue Gesamtschule bauen - als Standort käme auch der Schützenplatz in Frage. Quelle: foto: Norbert Stein
Rhinow

Der politische Wille ist eindeutig. Einstimmig haben die Stadtverordneten aus Rhinow am Mittwochabend beschlossen, beim Landkreis Havelland den Neubau einer weiterführenden Schule in Rhinow zu beantragen. Die Kommunalpolitiker wünschen sich eine Gesamtschule, so wie sie Rhinow schon einmal gehabt hat. 2006 wurde die Gesamtschule geschlossen – es waren zu wenig Schüler. Kurze Zeit später ließ man das Schulgebäude in der Straße der Jugend abreißen.

Neue Situation

Die Stadtverordneten begründen ihren Antrag mit einer neuen Situation. Seitdem die Gesamtschule Rhinow geschlossen wurde, besuchen Schüler aus Rhinow und dem Amtsgebiet die weiterführenden Schulen in Rathenow, Friesack und Neustadt/Dosse.

Das Gebäude der ehemaligen Gesamtschule "Juri Gagarin" in Rhinow wurde 2006 abgerissen. Quelle: Norbert Stein

Von der Gesamtschule Bruno-H.-Bürgel in Rathenow haben Schüler aus dem Amt Rhinow in den letzten Jahren oftmals einen Ablehnungsbescheid erhalten, weil die Gesamtzahl der Anmeldungen für die 7. Klasse die Möglichkeiten der Schule überstiegen. So wechselten allein mit Beginn des Schuljahrs 2018/19 aus den Grundschulen Rhinow und Hohennauen 17 Schüler zur Gesamtschule Neustadt/Dosse im Nachbarkreis Ostprignitz-Ruppin. Insgesamt besuchen aus dem Amt Rhinow derzeit mehr als 30 Schüler die weiterführende Schule in Neustadt/Dosse.

Was sagt der Landkreis?

Der Landkreis Havelland ist neben Städten und Gemeinden auch Schulträger für weiterführende Schulen. Für neue siebte Klassen müssen in den kommenden Jahren zusätzliche Kapazitäten geschaffen werden, hieß es bei der Stadtverordnetenversammlung. Ein Schulneubau in Rhinow könnte diesen Bedarf decken, begründen die Stadtverordneten weiter ihren Antrag. Den Vorschlag, einen solchen Antrag zu stellen, machte die von den Stadtverordneten Ende des vergangenen Jahres gebildete Arbeitsgruppe Schulen.

Seit Jahren die mit Abstand beliebteste weiterführende Schule im Westhavelland: die Bürgelschule in Rathenow. Quelle: Markus Kniebeler

„Im Landkreis denkt man über den Neubau einer weiteren Gesamtschule nach“, sagte Bürgermeister Stefan Schneider, der auch Vorsitzender der SPD-Fraktion des Kreistages ist. „Deshalb sollten wir den Antrag schnellstens stellen“, sagte Schneider weiter. In der Kreisverwaltung muss sich die Erste Beigeordnete Elke Nermerich (SPD) mit dem Antrag aus Rhinow befassen. „Grundsätzlich ist es begrüßenswert, wenn sich eine Stadt die Bildung zum Thema macht“, sagt sie. Allerdings sei der Bedarf für eine weiterführende allgemein bildende Schule im Amt Rhinow derzeit auf Grundlage der aktuellen Schulentwicklungsplanung nicht gegeben. Die Kreistagsabgeordneten haben erst im vergangenen Jahr eine Schulentwicklungsplanung für mehrere Jahre verabschiedet.

Bessere Infrastruktur

Eine Gesamtschule würde die Rhinower Infrastruktur stärken, so hingegen der Bürgermeister. Auch sein Stellvertreter, Enrico Ilzhöfer, plädierte entschlossen für den Antrag. Als Standort für einen Schulneubau schlug er den Schützenplatz vor. Eckhard Wilke sagte, man müsse eine Lösung für alle Gemeinden des Amtes Rhinow anstreben. Zudem mahnte er, 30 bis 40 Grundschüler aus dem Amtsbereich allein reichen nicht aus für eine Gesamtschule, da ein nicht zu unterschätzender Teil zum Gymnasium wechseln oder sich auch für eine andere weiterführende Schule entscheiden könnte.

Das sieht Elke Nermerich ähnlich und sie warnt: „Für die Errichtung einer weiterführenden allgemeinbildenden Schule wäre durch den Schulträger für einen Zeitraum von 5 Jahren die Mindestzügigkeit von 2 Klassen je Jahrgangsstufe nachzuweisen, wobei sich die Mindestklassenstärke grundsätzlich auf 20 SchülerInnen je Klasse beläuft.“ Selbst wenn also alle SchülerInnen der jeweiligen Jahrgangsstufe 6 der Grundschulen des Amtes Rhinow auf eine eigene Schule der Sekundarstufe I in Rhinow wechseln würden, könnten die genannten Mindeststärken nach den vorliegenden Prognosen der kreislichen Schulentwicklungsplanung nicht erreicht werden.

Herbert Torno plädierte dennoch für eine weitere zielstrebige Arbeit mit dem Ziel, eine neue Gesamtschule in Rhinow zu errichten.

Offene Fragen

Völlig offen blieb am Mittwoch, wie Rhinow rund sechs Millionen Euro für einen Schulneubau aufbringen könnte. „Ohne eine Förderung kann sich die Stadt das Vorhaben nicht leisten“, sagte der Bürgermeister. „Die Stadt kann einen solchen Förderantrag nicht stellen“, erklärte Amtsdirektor Jens Aasmann. „Derzeit gibt es überhaupt keinen Fördertopf für Schulneubauten.“ Das Land fördere höchstens Schulersatzbauten.

Amtsdirektor in Rhinow: Jens Aasmann (SPD) Quelle: Norbert Stein

Die Stadtverordneten wären auch mit einen Außenstandort der Bürgel-Schule in Rhinow einverstanden. Aber es ist unwahrscheinlich, dass die Stadt Rathenow als Träger der Bürgel-Schule in einen Standort außerhalb des eigenen Stadtgebietes investiert. Herbert Torno will von Schwierigkeiten vorerst nichts wissen: „Wir haben ganz andere Vorhaben gestemmt“, sagte er und ist entschlossen, mit allen Abgeordneten für einen Rhinower Schulneubau zu kämpfen.

Von Norbert Stein

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