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Havelland Diese Disco-Limo ist alles andere als eine Schnapsidee
Lokales Havelland Diese Disco-Limo ist alles andere als eine Schnapsidee
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18:15 03.02.2018
Der Retro-Look hat es den Jungunternehmern angetan.
Der Retro-Look hat es den Jungunternehmern angetan. Quelle: promo
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Falkensee/Berlin

Manche haben es für eine Schnapsidee gehalten, als die Medizinstudenten Hans Jochens und Alexandros Krull sagten, sie wollten ein Discogetränk herstellen. War es aber im doppelten Sinne nicht. Einmal, weil die beiden nicht so gerne Alkohol trinken, und zum anderen, weil es sich bei ihrer Idee um eine Zitronenlimonade mit Koffein und besteht zu 100 Prozent aus Bio-Zutaten handelt.

Der Falkenseer Hans Jochens und der Braunschweiger Alexandros Krull studieren beide in Berlin, kennengelernt haben sie sich aber beim Kabarett. Ein ähnlicher Humorpegel erwies sich als gute Basis für eine Freundschaft. Und so waren die beiden an einem 1. Mai am Berliner Holzmarkt unterwegs. „Es war ein guter Abend, gute Stimmung bei 80er-Jahremusik“, erinnert sich Alexandros Krull (25).

Keine Limo im Club? Dann erfinden wir eine!

„Es war irgendwie ein perfekter entspannter Moment.“ „Jetzt ’ne Disco-Limo“, sagte einer. Und andere Gäste griffen den Spruch ab, er wurde zum Running Gag des Abends: „Jetzt ’ne Disco-Limo.“ Aber: An der Bar gab es keine.

Der Spaß mit der Disco-Limo ging Alexandros Krull nicht aus dem Kopf. Er setzte sich noch in der gleichen Nacht hin und bastelte an Logos. Nach zwei Tagen meinte auch Hans: „Ey, lass uns das machen.“

Hans, Alexandros und Simon machen’s möglich: Mit Disco-Limo wollen sie die Partyszene erfrischen. Quelle: promo

Und sie legten los. Sie holten sich Simon dazu, der studiert Kommunikationsdesign und sah sich die gebastelten Entwürfe von Alexandros genauer an. „Immerhin, die Grundidee blieb erhalten“, sagt dieser, was Schriftzug und den 70er-Jahre-Retro-Look betraf.

Frischekick mit Koffein

Aber nicht nur beim Erscheinungsbild waren sich die drei jungen Männer einig. Gemeinsam setzten sie auf eine Erfrischungsgetränk, das sollte zitronig schmecken, keinen Alkohol enthalten, und ein Bioprodukt sein. „Es sollte an hausgemachte Zitronenlimonade erinnern“, beschreibt Hans Jochens (24) die Ausgangslage. Den Frischekick wollten sie mit Koffein unterstreichen. Selbst dafür fanden sie in Bremen ein Bioprodukt, das beim Entcoffeinieren von Biokaffee entsteht. „Da war das Konzept rund“, freut sich Hans Jochens.

Cooles Design und frischer Geschmack. Quelle: promo

„Wir stehen für nachhaltiges Leben, sehen eine Verantwortung der Natur und dem Leben gegenüber“, sagt Hans Jochens. Seine Familie ist vor Jahren aus Kreuzberg nach Falkensee gezogen, die Kinder sollten in grüner, gesunder Umgebung aufwachsen. „Falkensee war ideal, ich hätte mir keine bessere Stadt zum Großwerden vorstellen können“, blickt er zurück. Europaschule, Lise-Meitner-Gymnasium. Er hatte eine gute Zeit: „Und das Tolle: Als Jugendlicher entdeckst du Berlin vor der Haustür.“

Crowdfunding soll den Start ermöglichen

In Berlin studiert er nun. „Das Studium hat für uns beide Priorität“, stellt Alexandros Krull klar. Aber ihre Disco-Limo-Idee, die wollen sie ernsthaft umsetzen, das ist mehr als eine Spielerei. Mit einem Lebensmitteltechnologen aus Spandau arbeiteten sie an der Rezeptur, in Bayern fanden sie eine Abfüller-Firma. Es gibt nur wenige Abfüller, die kleine Mengen abfüllen, haben die beiden Jungunternehmer festgestellt.

Mit ein paar Probeflaschen sind sie im Januar gestartet. Da waren sie mit ihrer Idee in die Gruppe der Finalisten des Startup-Days auf der Grünen Woche gelangt. Zum 1.Preis hat es dort in der vergangenen Woche zwar nicht gereicht, aber die Teilnahme an diesem Tag war schon ein Erfolg und sorgte für Publicity. Die brauchen die beiden Brause-Hersteller auch, denn über Crowdfounding wollen sie im Februar das nötige Startkapital zusammensammeln. Einige tausend Euro wären nötig, um mit 400 abgefüllten Kästen zu starten.

„Das Produkt schmeckt, ist bio und passt bestens in die Berliner Discoszene“, ist Alexandros Krull von der Idee überzeugt. „Wir sind keine Traumtänzer und glauben nicht, damit Millionär zu werden. Aber wir hatten die Idee und wollten nicht immer nur sagen: Man müsste mal....“

Von Marlies Schnaibel