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Havelland Stürze auf eisglatten Wegen
Lokales Havelland Stürze auf eisglatten Wegen
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18:11 11.01.2018
Auf dem Bahnhofsvorplatz wird es bei Frost besonders glatt. Zumeist wird die Fläche mit Splitt abgestumpft. Quelle: Markus Kniebeler
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Rathenow

Die Witterung der vergangenen Tage ist tückisch. Temperaturen rund um den Gefrierpunkt führen dazu, dass die Nässe auf dem Boden immer wieder überfriert und Straßen sowie Gehwege sich in Rutschbahnen verwandeln. Wo es gerade noch nass war, ist es plötzlich glatt.

Die Folgen dieser Kapriolen waren am Mittwochvormittag in der Rathenower Rettungsstelle unübersehbar. Es seien überdurchschnittlich viele Menschen mit den typischen Sturzverletzungen behandelt worden, sagt Silke Monte, Sprecherin der Havelland-Kliniken. In erster Linie habe es sich um Prellungen gehandelt, aber auch Arm- und Beinbrüche seien registriert worden. Offenbar war es nur im Westhavelland so glatt. In der Rettungsstelle der Nauener Klinik hat es nach Aussage der Klinik-Sprecherin kein einziges Sturzopfer gegeben.

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Eine der kritischen Stellen für Fußgänger ist der Rathenower Bahnhofsvorplatz: Die Pflastersteine werden bei Frost besonders glatt, außerdem ist die Fläche leicht abschüssig. Hinzu kommt, dass Salz bei Glätte von den gewölbten Steinen abrutscht und nicht richtig greift. „Deshalb haben wir den Platz mit Splitt abgestreut“, sagt Yves Reimer, Leiter des städtischen Betriebshofes. Der sorge für mehr Halt. Auch die gepflasterten Fußgängerbereiche am Schleusenplatz und am Edwin-Rolf-Platz habe man auf diese Weise präpariert.

Das Tückische an der derzeitigen Wetterlage ist der ständige Frost/Tauwechsel. Das sagt auch Karsten Ziehm, Leiter der Rathenower Straßenmeisterei. Die Planung werde dadurch sehr schwierig. „Wenn man die ganze Winterdienstschicht für 3 Uhr bestellt, kann es passieren, dass es nur nass bleibt und nicht gestreut werden muss. Dann hätte man die Männer auch schlafen lassen können.“ Um solche Situationen zu verhindern, werde derzeit nachts ein Kontrolleur losgeschickt, der die Lage beobachtet und die Winterdienstler aus dem Bett klingelt, wenn es die Lage erfordert. Eines aber ist klar: Auch wenn die überfrierenden Nässe die Straßenwärter im Westhavelland derzeit auf Trab hält, kann das nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Wintereinsätze bislang kein großes Problem dargestellt haben.

Von Markus Kniebeler