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Havelland Mit Soljanka auf Werbetour
Lokales Havelland Mit Soljanka auf Werbetour
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19:00 30.09.2014
Die Falkenseer Tafel gab am Dienstag eine Kostprobe ihres Könnens und kam mit den Kunden bei einer Soljanka ins Gespräch. Quelle: Marlies Schnaibel
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Falkensee

Um 6 Uhr hat Galina Sahno am Dienstagmorgen begonnen, eine Suppe zu kochen. Einen 20-Liter-Topf voll Soljanka. Und die gab es als Kostprobe für die Besucher der Falkenseer Tafel, die im Real-Markt einen Informationsstand aufgebaut hatte. Der bundesweite Aktionstag der Tafeln war am Dienstag Anlass, auf diese Weise über Arbeit und Anliegen der Tafeln zu informieren.

Galina Sahno hat das Kochen in Kasachstan gelernt, freundlich sprach sie die Kunden im Einkaufsmarkt an. Wer es wissen wollte, dem verriet sie gern ihren Trick, die Soljanka so würzig und schmackhaft zu machen. Mit Erika Schumann schenkte sie Suppe aus. Die beiden gehören zum Team der Falkenseer Tafel, die vom Humanistischen Freidenkerbund im Osthavelland betrieben werden. Und wo die Frauen über die Suppe mit den Leuten ins Gespräch kamen, war es an Volker Mueller, dem Vorsitzenden des Humanistischen Freidenkerbund Havelland, die Hintergründe der Arbeit zu erklären. „Wir wollen auf unsere Hilfe für Bedürftige aufmerksam machen, aber auch auf den ökologischen Aspekt der Tafeln verweisen, die dafür sorgen, dass nicht so viele Lebensmittel vernichtet werden“, sagte er. In Falkensee, aber auch in Supermärkten in Berlin sammeln die Tafel-Mitarbeiter, die meisten ehrenamtlich, die Lebensmittel ein. „Brot, Obst und Gemüse sind uns besonders wichtig“, sagte Volker Mueller. Wie wichtig, zeigt die Arbeit der Tafel auch in Falkensee. „Die Stadt gilt als eher reiche Stadt, aber trotzdem unterstützen wir hier etwa 800 Haushalte“, sagte der Vereinsvorsitzende. „Wir achten die Arbeit der Tafel und unterstützen sie“, sagte Falkensees Bürgermeister Heiko Müller am Dienstag bei einem kurzen Besuch am Tafel-Stand. Die Stadt gewährt einen Zuschuss für Miete und Betriebskosten für das Haus in der Heinkelstraße. „Wir haben eine relativ geringe Arbeitslosigkeit, aber immer mehr ältere Menschen“, sagte der Bürgermeister. Altersarmut sei ein wachsendes Problem, die Tafeln können dort helfen. Seit dem Jahr 2000 ist die Tafel in Falkensee aktiv, es sind immer mehr Menschen geworden, die das Hilfsangebot annehmen. „Dabei sind viele zu stolz, zur Tafel zu gehen“, hat Volker Mueller beobachtet. „Keiner braucht sich zu schämen, wenn er unsere Hilfe annimmt“, sagte Erika Schumann, die als Rentnerin ehrenamtlich bei der Tafel dabei ist.

„Wir gehen gern hin, die Mitarbeiter sind sehr freundlich und aufmerksam“, sagte die Falkenseerin Marianne Fleißner, die am Dienstag mit ihrem Mann die Suppe verkostete und lobte. Mit dem Lob standen sie nicht alleine da. Viele kannten sich, wechselten ein freundliches Wort. Andere waren neu und neugierig, eine Frau aus Brieselang ist vor zwei Jahren ins Havelland gezogen und fragte, ob sie helfen könne: „Ich will nicht zu Hause sitzen, sondern auch andere Menschen kennenlernen.“

Tafeltag in Nauen

Mit verschiedenen Aktionen wollen die Tafeln deutschlandweit ein Zeichen gegen Lebensmittelverschwendung sowie gegen soziale Ausgrenzung der von Armut betroffenen Menschen setzen. Tafeln gibt es seit zwanzig Jahren, deutschlandweit arbeiten 900 von ihnen.
Im Havelland arbeiten Tafeln in Falkensee und in Nauen, letztere mit den fünf Ausgabestellen in Ketzin, Brieselang, Wustermark, Friesack und Pessin.
Heute ist Tafeltag in Nauen, von 10 bis 15 Uhr vor der „Kinder-Oase“ in der Mittelstraße 4–5.

Von Marlies Schnaibel

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