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Havelland Techno-Freuden bei „Nation of Gondwana“
Lokales Havelland Techno-Freuden bei „Nation of Gondwana“
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17:30 23.07.2017
Wetter war nicht immer das beste, die Laune schon.  Quelle: Tanja M. Marotzke
Wetter war nicht immer das beste, die Laune schon. Quelle: Tanja M. Marotzke
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Grünefeld

Sie haben Schlafsäcke und Iso-Matten dabei, Zelte und im besten Fall regensichere Kleidung. Sie kommen mit dem Auto, Fahrrad und zur Not auch zu Fuß nach Grünefeld im Havelland. Schon zum 18. Mal trafen sich über 8000 Techno-Jünger am Wochenende im Havelland, um zu den Klängen der Stars der Szene, DJ´s mit so Namen wie „Monika Kruse“ oder „Sven Dohse“ zu raven, chillen oder einfach nur um abzuhängen.

Bunt, fantasievoll und gut gelaunt: 8000 Teilnehmer des Festivals „Nation of Gondwana“ feierten am Wochenende in Grünefeld im Havelland – und ließen sich auch vom Wetter die Laune nicht verderben.

„Es ist, als ob man ein Wochenende auf einem anderen Planeten verbringt. Man trifft Freunde, jeder drückt sich aus, wie er will, und alle sind eine große Familie“, sagte Christian R. (33) aus Thüringen und ging mit Kumpel Olli M. (36) aus Sachsen-Anhalt weiter, um sich zu den Klängen der Djs von Sportbrigade Sparwasser aus der Umlaufbahn schießen zu lassen.

Das ganze Dorf war an diesem Wochenende irgendwie aus der Umlaufbahn geschossen. Der Gründefelder Frauenchor eröffnete ein Techno-Festival, die freiwillige Feuerwehr und ihre Unterstützer schmierten mehr als 10 000 Brötchen und der ganze Ort fühlte sich ein wenig nach Woodstock an. Nation of Gondwana nennt sich das Festival, das die Menschen am Kiessee von Grünefeld für drei Tage zusammenführt.

Der wabernde Groove aus Techno-Beats und raumfüllenden Ambiente-Soundflächen empfingen einen schon weit vor dem Festival-Gelände. Als ob man hinter einen Vorhang trat, der sich sofort schließt, hatte man den Eindruck, in einer anderen Welt zu sein – in Gondwana eben. Es war bunt hier, überall Fantasiekostüme, zwischen den Zuschauern fast mittelalterlich anmutende Gaukler, die Tücher schwenkten oder einem anboten, an einer meterlangen Stoffschlange zu ziehen.

Das Ganze wirkte wie eine riesige, psychedelische Party, die die Ideale von Love & Peace in die Jetzt-Zeit transzendiert. „Alles easy, keine besonderen Vorkommnisse“, bestätigte Rettungsassistent Wolfgang vom Deutschen Roten Kreuz. In drei Schichten arbeiteten die gut 50 Rettungssanitäter und behandeln Blasen, Mückenstiche oder auch mal einen Schwächeanfall.

Selbst das Gewitter und der Regen am Samstagnachmittag stellten niemanden vor ernsthafte Schwierigkeiten. Wer ein Auto hatte, bot einen trockenen Unterschlupf, der Rest hielt sich an der Seebühne auf oder verschaffte sich im Sommerregen eine Abkühlung und genoss die mückenfreien Momente. Dann hörte der Regen auf, die Sonne brach durch die Wolken, der Techno-Beat hämmerte über den See und das Volk von Gondwana feierte einfach weiter – barfuß oder in Gummistiefeln.

Von Tanja M. Marotzke