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Havelland Letzte Ehre für erschossenen Veterinär
Lokales Havelland Letzte Ehre für erschossenen Veterinär
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00:23 04.02.2015
Ein Foto und Kerzen erinnerten an den Verstorbenen. Quelle: Philip Häfner
Vietznitz

Über Nacht war in Vietznitz Schnee gefallen. Am Sonnabendmorgen dämpfte der Schnee die Schritte der Passanten. Es herrschte eine ruhige Stimmung. Sie passte zu dem traurigen Anlass, aus dem sich die Bewohner an diesem Tag versammelt hatten: die Trauerfeier für den kürzlich verstorbenen Ortsvorsteher und Veterinär Frank Matschke. Er war vor anderthalb Wochen in Klein Behnitz von einem Landwirt erschossen worden, als er gemeinsam mit zwei Kolleginnen die 30 Kühe des Bauers beschlag nahmen wollte.

Neben der Familie des Verstorbenen waren viele Freunde und Nachbarn gekommen, außerdem Vertreter der Kreisverwaltung, Matschkes Arbeitgeber. Auch Landrat Burkhard Schröder weilte unter den Gästen. Insgesamt erwiesen ihm weit mehr als 100 Menschen die letzte Ehre. Nicht für alle war im Vietznitzer Feuerwehrhaus Platz, so dass die Trauerrede über große Lautsprecher nach draußen übertragen wurde.

Neben der Familie und Freunden kamen auch Nachbarn und Arbeitskollegen zur Trauerfeier Quelle: Philip Häfner

„Der Tod ist groß. Wir sind die Seinen lachenden Munds. Wenn wir uns mitten im Leben meinen, wagt er zu weinen mitten in uns.“ Mit diesem Zitat des Dichters Rainer Maria Rilke eröffnete der Pfarrer die Totenmesse. Jeder Mensch müsse sterben, doch Frank Matschke sei viel zu früh und auf solch schmerzliche Weise aus dem Leben gerissen worden. „Die letzten Worte, die wir an den Toten richten, sollten Worte des Dankes sein. Danke, dass Du Dein viel zu kurzes Leben für uns gelebt hast.“

Danach ließ er das Leben des Verstorbenen noch einmal Revue passieren. Frank Matschke wurde am 16.September 1953 geboren. „Als unser Frank das Licht der Welt erblickte, war es, als ob ein Sonnenstrahl das Leben seiner Mutter erleuchtete“, sagte der Pfarrer. Matschke wuchs in Potsdam auf, er hatte ein inniges Verhältnis zu seinen beiden Schwestern.

Mit seiner Frau war er mehr als 35 Jahre verheiratet, wenige Tage nach der Bluttat hätten die beiden Hochzeitstag gefeiert. „Für seine Elli ist er immer da gewesen“, so der Trauerredner. Matschke hinterlässt neben seiner Frau auch drei erwachsene Kinder und zwei Enkelkinder. „Die Familie war sein Lebensmittelpunkt“, erzählte der Pfarrer. Spontan setzte er sich in den Trabi, um mit Frau und Kind zur Ostsee oder in den Spreewald zu fahren. Er liebte es, Kinderfilme zu schauen und dabei manchmal einzuschlafen. Seine Tochter Antje heiratet in diesem Jahr. Sie zum Altar zu führen, war Matschkes Traum gewesen, der nun unerfüllt bleibt.

Der 61-Jährige starb bei der Arbeit, die er so sehr liebte. Viele Jahre war er im kreislichen Veterinäramt beschäftigt, war dort mit Freude und Elan bei der Sache. „Er war ein lebenslustiger Mensch. Immer wieder hat er sich darüber amüsiert, dass er in seinem Job der Hahn im Korb war“, sagte der Pfarrer. Matschke liebte die Natur, seinen Dackel Willi und die Musik. Auf seiner Trauerfeier lief der berühmte „Bolero“ des Komponisten Maurice Ravel.

Darüber hinaus engagierte sich der Verstorbene als Ortsvorsteher in seinem Heimatort. „Sein Wirken in der Gemeinde hat über seinen Tod hinaus Spuren hinterlassen“ – dieser Meinung waren am Sonnabend viele. Noch Anfang Januar hatte man sich zur Vorbereitung der diesjährigen 650-Jahr-Feier getroffen, die nun ohne ihn über die Bühne gehen muss.

Vier Männer der örtlichen Feuerwehr trugen den Sarg nach der Trauerfeier hinaus. Matschke war selbst zwar kein Mitglied der Feuerwehr gewesen, doch er hatte deren Arbeit stets unterstützt. Für die Mitglieder war es daher selbstverständlich, ihr Gerätehaus, wo viel Platz ist, für die Messe zur Verfügung zu stellen. „Auf diese Weise wollten wir ihm etwas zurückgeben“, so Ortswehrführer Fred Schindler. „Es ist tragisch, dass er uns so früh verlassen hat“, sprach er mit leiser Stimme, noch immer sichtlich mitgenommen. Matschkes Urne wird zu einem späteren Zeitpunkt im engsten Familienkreis beigesetzt.

Von Philip Häfner

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